Technik im Museum

Freitag, 10. August 2007

Klingendes, singendes, sprechendes Papier

Kann Papier sprechen? Ja! Aber nur an der Universität von Mittelschweden in Sundvall. Dort wird daran gearbeitet, dem Papier das Klingen, Singen und Sprechen beizubringen. Der Prototyp hat es bereits gelernt. Er ist allerdings nur von Pappe. Berührt man ihre Oberfläche bringt sie Geräusche und Texte zu Gehör. Ziel ist eine Miniaturisierung, die es erlauben soll, normale DinA4-Blätter mit einfachen Druckern und leitfähiger Tinte so zu behandeln, dass sie Töne von sich geben und ein Versand im Briefumschlag möglich wird.

Hoffentlich gelingt das - und zwar bald. Mir würden zahlreiche sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten in Museen und Ausstellungen einfallen. Und natürlich nicht nur da.

Wie das funktionieren soll? Hier die Links:
+ Deutschlandfunk
+ Homepage der Entwickler: Projektname "PaperFour" (incl. Presseinfo, Video und Fotos)

Übrigens: Der Fisch-Blog mag das gar nicht.

Die Rolltreppe

Rolltreppe in Braunschweig

Auf diese interessante, reich bebilderte und vor allem im Internet veröffentlichte Dissertation wollte ich schon lange hinweisen:

Mihm, Andrea:
Die Rolltreppe.
Kulturwissenschaftliche Studien zu einem mechanisch erschlossenen Zwischenraum.


Titel (eng): The escalator. Cultural study of a space defined by mechanical motion.
Erscheinungsjahr: 2005
Fachbereich: Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie, Universität Marburg
Institut: Europäische Ethnologie / Kulturwissenschaft
Format: Portable Document Format (PDF 13M)
URL: http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2007/0061/

Für obiges Bild danke ich charmbutterfly75 bei flickr.

Dienstag, 28. November 2006

Ausstellungstechnik: Erfindungen für Empfindungen

Jedes Jahr im November gibt das TIME Magazine eine Sondernummer heraus, in der die besten Erfindungen des Jahres vorgestellt werden.

Zu denen, die mir besonders gut gefallen,gehören diese:

CEELITE: eine dünne Folie, die leuchtet. Sie kann auf alle Flächen montiert werden. Auf Wände, Decken, Böden, Bretter und 3D-Körper. Indoor und Outdoor. Toll!

Science on a Sphere (offizielle Seite bei NASA, Honeywell):
Vier computergesteuerte Film-Projektoren werfen Bilder auf eine Kugel, die im Raum zu schweben scheint. Was sich so simpel liest, erzeugt ein wahrhaft beeindruckendes visuelles Erlebnis.
(hier gibt es einen Filmchen dazu und hier weitere Anwendungsbeispiele) Wunderbar!

Wann sehen wir so etwas das erste Mal in einem deutschen Naturkundemuseum, Planetarium oder an einem anderen Ort?

[Fundort: Le Carnet d'Ana, interessanter Blog einer Kanadierin in Paris]

Samstag, 11. März 2006

Eilt! Anmeldung für Dibner Award 2006

DIBNER AWARD FOR EXCELLENCE IN MUSEUM EXHIBITS
SOCIETY FOR THE HISTORY OF TECHNOLOGY

Deadline for applications extended to April 1, 2006!

"The Society for the History of Technology invites nominations for its Dibner Award, established in 1985 to recognize excellence in museums and museum exhibits that interpret the history of technology, industry, and engineering to the general public. Winning exhibits, in addition to being well designed and produced, should raise pertinent historical issues. Artifacts and images should be used in a manner that interests, teaches, and stimulates both the general public and historians. The winner will be announced at the Society's Annual Meeting in Las Vegas, Oct. 12-15, 2006. The award consists of a plaque and up to $1000.00 to cover expenses for a member of the design team to accept the award at the SHOT awards banquet. The Society especially encourages nominations from local and regional historical societies. "Virtual" exhibits are not eligible for the award."

Das Anmeldungsformular gibt es hier.

Samstag, 29. Oktober 2005

Audioguide: Louvre erotisch

Resultat der Zusammenarbeit von "Lunettes Rouges" und Jean-Manuel Traimond, dem Autor des Guide érotique du Louvre et du Musée d’Orsay sind 5 Audioguide-Beiträge zu Exponaten des Louvre, die etwas mit Erotik zu tun haben. Hier sind sie in voller Länge zu hören.

Wohlgemerkt: In den "offiziellen" Audioguides des Louvre sind sie nicht enthalten. Sie können aber die Texte, so Sie Ihnen denn gefallen, auf Ihrem mp3-Player,iPod o.ä. abspeichern und mit nach Paris nehmen, um sie dann vor den Originalen anzuhören.

Kommentar: Ist doch eine tolle Idee, Audioguide-Texte via Internet zu publizieren, oder etwa nicht? Auf die Idee kam lunettes rouges übrigens durch art mobs

Freitag, 28. Oktober 2005

Nightwatch - auch mit Überwachungskameras kann man Kunst machen

Dem Amateur d'Art, der unter dem Dach von Le Monde den Blog zur Kunst "lunettes rouges" betreibt, verdanke ich neben vergnügten Minuten den Hinweis auf das Ausstellungsprojekt des belgischen Künstlers Francis Alÿs: "Seven Walks", das sich mit Ritualen und Gewohnheiten der Metropole London auseinandersetzt. Wie der Titel es schon vermuten lässt: es geht ums Gehen. Die Zeichnungen, Gemälde, Photographien und Videos des Künstlers werden an zwei Orten gezeigt:

vor allem im Gebäude 21 Portman Square, London W1

und ein Video in der

National Portrait Gallery, London WC2.

Bis zum 20. November ist sie dort noch zusehen.

Fuchs-in-der-National-Gallery

Wer es bis dahin nicht nach London schafft, der hat hier die Chance sich wenigstens das Video "Nightwatch" in voller Länge anzusehen. Es zeigt einen Fuchs, den der Künstler nachts in der National Portrait Gallery ausgesetzt hat. Das Video wurde ausschließlich mit den Überwachungskameras des Museums aufgezeichnet. Abgesehen von der Aesthetik ist auch die Tatsache des dichten Netzes der Überwachungskameras in diesem Museum eindrucksvoll.

Mir gefällt dieser Film sicher auch sehr, weil ich zu denen gehöre, die in jedem Museum fotografieren und dabei nicht erwischt werden wollen. Was mir nicht immer gelingt, aber schon manche langweilige Ausstellung spannend gemacht hat.

PS: Kompliment an den Herren, der am 26.10. nachmittags im Museum Ludwig/Köln die Videomonitore zu beobachten hatte. Er erwischte mich schon nach ein paar Minuten. Peinlich! Ich muss noch trainieren...

PPS: Wo werden eigentlich diese Überwachungskameras für die Besucherforschung eingesetzt?

Freitag, 16. September 2005

Tom in Rheinsberg

Audioguides

tom mit kopfhrer

Offensichtlich können Audioguides Spaß machen. Zumindest das Kinderprogramm im Rheinsberger Schloss scheint meinem Sohn Tom zu gefallen.

Ich mag Audioguides sehr, wenn ich allein eine Ausstellung besuche und die Stimmen der Sprecher mich nicht an die Spam-Anrufe von unseriösen Unternehmen erinnern. "Guten Tag! Mein Name ist Cordula Mustermann. Haben Sie Interesse an..." Nein! Ich hasse McFreundlich Stimmen an meinem Ohr. Dem Himmel sei Dank, dass das offenbar auch einige Produzenten der Audioguide-Führungen so sehen wie ich.

Wenn ich in Begleitung unterwegs bin, dann mag ich sie allerdings aber ganz und gar und überhaupt nie nicht. Dann will ich mich mit den Personen, die mich begleiten, über meine Eindrücke und Einfälle austauschen können. In Echtzeit und ohne Ablenkung.

Ich denke, dass es keine Lösung ist, schlechte Texttafeln, d.h. zu lange und zu unverständliche, durch Audiotexte zu ersetzen. Die sind meist auch viel zu lang. Jedenfalls nach meinem Geschmack.

Kulturelle Welten

Es geht um Dies und Das aus der Welt der Kulturvermittlung: über Museen und Ausstellungen, Lichter in der Nacht und was Jörn Borchert sonst noch so ge-, miss- und auffällt. Gerne schaue ich dabei nach Frankreich.

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Kommentare

Fortschritt kann auch...
Hallo Frau Kuhlemann, klar, es ist immer gut, wenn...
Joern Borchert - 2008-10-06 20:12
Fortschritt
Hallo Herr Borchert, wieso finden Sie das wieder nicht...
Marion Kuhlemann (anonym) - 2008-10-06 11:39
Pardon!
Pardon, wenn ich zu streng war. Wurde vielleicht dazu...
Joern Borchert - 2008-10-02 22:53
Mal nicht so streng!
Hi Jörn, och komm schon, jetzt sei nicht so streng,...
Bülent Gündüz (anonym) - 2008-10-02 14:00

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