Jetzt, wo ich besinnlich werde, soll's auch die Musik für die Zeit "zwischen den Jahren" geben:
[Rory Gallagher 1972]
Für all meine alten Freunde, die sich immer noch freuen, wenn die Hütte brennt... Für Hanno, Mättes, Chris und Chris, Casso und all die anderen, die hoffentlich noch immer wissen, dass Musik nur dann gut ist, wenn sie etwas bewegt. Und sei es nur die untere Rückenmuskulatur. ;-)
Andere kennen ihn schon seit Jahren. Ich erst seit heute. Zu verdanken habe ich das dem Herrn Breitenbach, der in so lobenden Worten über den Hochkulturhack von Chilly Gonzales beim ORF Radio Symphonie Orchester Wien (RSO) berichtete, dass ich dem einfach nachgehen musste.
Die Videos des Konzerts, das er mit dem RSO gegeben hat, begeisterten mich sofort. Sie lassen erkennen, wie grandios und vielseitig Chilly Gonzales ist. Er stößt nicht nur Türen in neue musikalische Welten auf. Vor allem bekommt er es in seiner etwas schnoddrig anmutenden, aber immer sympathischen Weise hin, ein Symphoniekonzert so zu gestalten, dass nicht nur Eingeweihte, grauhaarige Snobs und Töchter höherer Lehranstalten zu Fans Moderner Klassik werden könnten.
Er wird sicher nicht den Betrieb an unseren Opernhäusern revolutionieren. Aber er hat einen Weg gezeigt, wie man dem Krampf, dem Dünkel und der Rückwärtsgewandtheit entkommen könnte, unter denen Kultureinrichtungen heute oftmals leiden.
Das ganze Konzert gibt es hier zu sehen und zu hören. Dank FM4.
Am 30. Dezember ist er in Köln. Entnehme ich seiner Homepage.
Heute sehen wir Goran Bregovic mal wieder in Bonn. Im Rahmen des Bonner Beethovenfests.
Da geht die Post ab. Die Osteuropäer der Region hauen auf die Pauke und zeigen den Rheinländern mal, wie
man feiert. Und zwar richtig heftig!
Mit Sicherheit ist das die einzige Veranstaltung des Beethovenfestes, wo Omas ihren Rolli in die Ecke werfen und Opas mit Ihren Krücken Musik machen.
Und wer nicht dabei ist, der wird mit der Klangwelle bestraft. Die ist laut Veranstaltern "atemberaubend". Stimmt! Sie ist so schlecht, dass man kaum noch japsen kann. Eine peinliche Veranstaltung für die Beethovenstadt Bonn.
Goran Bregovic hingegen, gibt ihren Flügeln den Auftrieb, den sie brauchen, um aus dem Alltag Richtung Frohsinn abzuheben. Ach wäre er doch bloß in Bonn geboren worden. Dann könnte man über eine Bregovic-Festhalle diskutieren. Über einen Ort der Freude - statt über einen Ort der Freunde der Musik von vor 200 Jahren.
Shit off! Ich freue mich sauisch auf all die fröhlichen Menschen, denen ich heute begegnen werde. Im Telekom-Forum.
Das wird ein lebenslustiger Abend! Ich freu mich drauf.
Nach dem Konzert:
Schade, es war dramaturgisch ungeschickt geplant und einfach viel zu laut. Die meisten Bregovic-Stücke müssen laut sein. Aber doch nicht so laut, dass man Ohrenschmerzen bekommt. Sehr schade! Es hätte so gut sein können.
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