Museum nasalis

Donnerstag, 31. Januar 2013

Was für die Ohren: das Audioversum

Es liegt in der Natur der Sache, dass das Gros der Museen, heute wie vor hundert Jahren, vor allem auf die Sehnerven abzielt. In einigen Museen und Ausstellungen gehören olfaktorische Erlebnisse inzwischen ebenfalls zum Angebot. Die Zahl der Museen, in denen man nichts hören kann, wird auch immer kleiner.

Die Ausstellung zum Hören

Die Firma MED-EL hat nun in Innsbruck eine Ausstellung eröffnet, die sich mit nichts anderem als der wunderbaren Welt des Hörsinns befasst: Das Audioversum.

Auf 900 qm erfährt man nun alles, was man schon immer über's Hören wissen wollte. Innovativ, interaktiv und so, wie es die Berichterstattung vermuten lässt, wohl auch in höchst vergnüglicher, also kurzweiliger Weise. Ein Schreiraum gehört ebenfalls dazu. Vielleicht auch eine Idee für andere Museen, in denen man schreien möchte.

Schade, dass man auf der Homepage der Einrichtung nicht erfährt, wer an dieser Ausstellung mitgewirkt hat. Wer sind die Museo- und Szenographen, die die Ausstellung in Szene gesetzt haben. Und wer assistierte ihnen in technischer Hinsicht? Dumm, dass die Macher im deutschprachigen Raum fast immer verschwiegen werden. Warum eigentlich?

Mehr in der Tiroler Tageszeitung.

Flyer zur Ausstellung

Sonntag, 9. Oktober 2011

Bohnerwachs "Weserstolz"

Diese Tage fand ich dieses Tuch in meinen Archivbeständen:

So ein Markenname gefällt mir immer noch.

Mal abgesehen davon, dass mir die Produktbezeichnung "Weserstolz" gut gefällt, erinnert mich dieses Tuch an meine Großeltern und ihr Treppenhaus, das alle paar Wochen gebohnert werden musste.

Eine Treppe, die nicht speckig glänzte, war eine Treppe, die niemand seinen Gästen zumuten mochte. Diese Gefühlslage interessierte mich als Kind kaum. Der Geruch gebohnerter Treppen hat sich jedoch dauerhaft in mein Hirn eingebrannt. Bestimmt nicht nur in meines.

Ein Lappen. Viele Erinnerungen. Auch diffuse. Ein Objekt aus meinem persönlichem Musée sentimental.

Weit darüber hinausreichend habe ich heute erfahren, dass das Bohnern etwas mit der Stadt Beaune und dem Versailler Vertrag zu tun haben könnte. Bei Wikipedia.

PS: Die "Asmus K.G." sorgt heute als "Asmus GmbH" weiter für Sauberkeit - und hoffentlich ebenso gute Gerüche, die nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Freitag, 23. Juli 2010

Das Weinmuseum im Château d’Aigle - Da freut sich nicht nur die Zunge

Knapp 50 Kilometer südwestlich von Lausanne, im Chateau d'Aigle, wurde nach dreijähriger Umbaupause im April der erste Teil des rundumerneuerten Musée de la vigne et du vin wiedereröffnet.

Unter der Ägide des renommierten Museologen und Szenographen Michel Etter möchte es nun inhaltlich wie szenographisch den veränderten Wahrnehmungsgewohnheiten der Besucher besser entgegenkommen als bisher. Indem es aktuelle Fragestellungen aufgreift und - na klar!- in intensivem Maße auf alle Spielarten interaktiver Vermittlung setzt.

Musee-de-la-vigne-et-du-vin
© Musée de la vigne et du vin / Edouard Curchod

Zu diesen gehört auch eine Station für die Nase, die mittels einer neu entwickelten Diffusionstechnik die Welt der Weinaromen erkunden lässt. Entwickelt, umgesetzt und realisiert von Olfact’air/Villeurbanne (F).

Wer mehr über das neu gestaltete Weinmuseum wissen will, wird sich über das Pressedossier freuen (pdf).

Ein Tipp für Durchreisende, Ausflügler und vor allem alle, die interaktive Ausstellungen planen...

Freitag, 26. September 2008

"Parfümmuseum"

Wussten Sie schon, dass es auch in Mehlingen-Baalborn (in der Nähe von Kaiserslautern) ein Parfum-Museum gibt. Nein?

Dann schauen Sie mal hier. Und hier, wenn Sie mehr über die Hintergründe wissen wollen.
Jüngst berichtete sogar der Focus darüber.

Dienstag, 5. Februar 2008

Plants in Culture: Nasen in Blüten

In ExhibitFiles, dem Blog für alle, die Ausstellungen entwickeln und gestalten, besprach Wendy Pollock vor wenigen Wochen Plants in Culture, eine neue Dauerausstellung des U.S. Botanic Garden.

Olfaktorische Installation
<br />
US Botanical Garden
<br />
Photo by Wendy Pollock

Installation
<br />
US Botanical Garden
<br />
Photo by Wendy Pollock
Diese Ausstellung spürt dem Zusammenhang von Mensch und Pflanzen nach. Natürlich interaktiv und multisensoriell. So wie man das heute halt macht. Da bekommen nicht nur die Augen und die Ohren etwas zu tun, auch die Nase wird beansprucht. Während die olfaktorischen Installationen ganz gut zu funktionieren scheinen, steht Wendy Pollock den anderen Interaktionen etwas kritisch gegenüber.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Ein Interview mit Sissel Tolaas

"Sissel Tolaas kämpft für die Befreiung unserer Nasen. Die 46-Jährige ist als Duftforscherin, Künstlerin und Linguistin dem Zusammenhang von Geruch und Kommunikation auf der Spur." [... das Interview in der taz vom 17.12.2007....]

Angeblich hat sie 7800 Gerüche in ihrem Archiv.

[Dank an Archivalia für den Hinweis]

Übrigens: Der STERN brachte schon in der Ausgabe 15/2006 ein Interview mit ihr.
Und die WELT berichtete 2004 über sie.

Muss also wohl eine bedeutende Künstlerin sein.

Freitag, 6. Juli 2007

Mit ICOM-Card Hände waschen und duftende Salben im Museum Schloss Hohentübingen

Tübingen, Mittwoch, zwischen 16:45 Uhr und 19:00 Uhr. Zwei Stunden freie Zeit. Was tun? In memoriam alter Zeiten dachte ich, es sei eine gute Idee, mal wieder im Stadtmuseum vorbeizuschauen. Blöderweise schließt das allerdings um 17:00 h und zwei junge Damen verwehrten mir also um kurz vor Dienstschluss den Eintritt. Gut zu verstehen. Auf die Frage, ob ich mir denn wenigstens die Hände waschen dürfte, gab's die wenig freundliche Antwort, dass das Museum im Kornhaus keine öffentliche Toilette sei. Also zückte ich meine ICOM-Karte. Händewaschen war da kein Problem mehr. Aber klar doch! Tssss...

Derartig gereinigt ging ich alten Spuren nach und stieg zum Schloss auf, um mir das dortige Museum mit seinen Ausstellungen anzusehen. Da gab es viel Interessantes und viele Texte, und daneben auch Sensationelles zu sehen. Die originalen Figuren aus Mammutelfenbein vom Vogelherd wollte ich mir immer schon mal zu Gemüte führen. Alles über alles ein Museum, dass es sicher verdiente, länger als von mir, dem auch sonst schnellsten Museumsbesucher Deutschlands, besichtigt zu werden.

Besonders gut gefiel mir die kleine Duftbar in der Abteilung "Klassische Archäologie".

Duftbar

Diese Installation macht keine Sauerei und beschert zugleich ein angenehmes Riecherlebnis. Eines dass nachhallt. Noch Stunden später in der Bahn erfreute es meinen Geruchssinn.
So einfach ist es also, nachhaltige Museumserlebnisse zuzubereiten.

Sonntag, 2. Juli 2006

Gerüche in Museen und Ausstellungen

Da alle, die kulturhistorische Ausstellungen planen, früher oder später einmal auf den Gedanken kommen, Gerüche gezielt einzusetzen, um die Imagination zu fördern, beginne ich hier Ausstellungen und Lieferanten aufzulisten, die Gerüche einsetzen oder produzieren. Informationen zu Parfum-Ausstellungen und Lieferanten von Parfum bleibt hier weitesgehend ausgespart.

  • Transens/Paris liefert eigentlich fast alle Gerüche, die man haben will: neben denen von Obst, Gemüsen, Lebensmitteln und Speisen, auch solch interessante wie "Alte Kirche", "Straße nach dem Regen", "Herbstlaub" und viele andere. Zu riechen waren ihre Düfte u.a. 1996 im Museum für Gestaltung/ Basel in der Ausstellung "Aroma, Aroma - Versuch über den Geruch" (Bilder ). Ausserdem bietet Transens auch die Mittel und Geräte an, die die Düfte in die/an die Nase bringen.
(Noch bis 29. Oktober 2006 zu sehen und zu riechen!)
  • Ebenfalls von Roman Kaiser stammen die Düfte von 15 verschiedenen reifen Äpfeln. Offenbar ist er ein vielgefragter Mann: 2004 präsentierte das Kunsthaus Zürich während seiner "Kunsthausnacht für alle Sinne": Düfte und Pflanzen aus Monets Garten , zu der Kaiser nicht nur einige Düfte, sondern auch seine Anwesenheit beisteuerte.
 
"Essence de Provence.
Plantes, parfums et arômes."

bis 7 Januar 2007
  • Stellen Sie sich vor, Sie wären in der Lage, einen Geruch zu speichern und später dann wiederzugeben.Genauso wie sie das mit Bildern und Tönen schon lange können. Ingenieure des Tokyo Institute of Technology in Japan arbeiten gerade an einem "Geruchs-Recorder", der genau das kann oder können soll.
Mehr dazu in Science Buzz oder besser noch bei NewScientist.com. Gefunden im immer besuchenswerten blog namens "we-make-money-not-art".

Futterkiste

xml version of this page Follow Me on Pinterest
Ich bei Facebook: Facebook

Dieses Blog durchsuchen

 

Kontakt

museologie(at)gmx.de

Kommentare

Danke sehr!
Danke sehr!
Joern Borchert - 2015-01-14 00:42
Toller Artikel!
Hallo Herr Borchert, ich fand den Artikel sehr interessant. Herzlichen...
Perfectrix - 2014-11-20 09:37
Einladung an Nina
Danke Dir für die netten Worte. So wie ich Dir...
Joern Borchert - 2014-06-20 23:47
Feuerlöscher
Lieber Jörn, super, dass Du die Serie startest...
nina gorgus - 2014-06-11 09:45
Richard lebt!
Schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen. Werde...
Joern Borchert - 2014-05-30 19:50

Links in separatem Fenster

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Status

Online seit 4404 Tagen

Zufallsbild

null

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Zählwerk

Besuche werden mit StatCounter gezählt.

Rechtliches


Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this page (with comments)
xml version of this topic

Impressum

Jörn Borchert
museologie [at] gmx [punkt]de

Jörn Borchert ist der Verantwortliche und Betreiber dieser Website sowie inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 10 Absatz 3 MDStV.
Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Haftungsausschluss