QR-Codes & Smartphones
Angeregt durch Sebastian Hartmann und Judd Wheeler habe ich mal etwas darüber nachgedacht, was QR-Codes für unsere Museen und Ausstellungen bedeuten - oder noch bedeuten werden. Denn schließlich wird es wohl spätestens in fünf Jahren kaum noch einen Handy-Nutzer geben, der kein Smartphone besitzt.
Nachdem Audioguides in den letzten Jahren als der letzte Schrei in der Vermittlung musealer Inhalte gehandelt wurden, gewinnt nun nach und nach - noch ein wenig verhalten - die Vermittlung (Belehrung?) über Smartphones an Bedeutung. Zum Beispiel via QR-Codes. Ich leite daraus die Hoffnung ab, dass Museen zumindest wieder etwas kommunikativer werden.
Denn seien wir ehrlich: die Audioguides sind auf Seiten der Ausstellungsmacher deshalb so beliebt, weil so alles, was den Kuratoren erwähnenswert erscheint, auch verbreitet werden kann. Während vor Jahren noch heftig darüber diskutiert wurde, wie ein guter Ausstellungstext inhaltlich und graphisch zu gestalten wäre, kann heute (wieder) munter drauflos geplappert werden, ohne dass es Diskussionen mit den Ausstellungsgestaltern oder Grafikern gibt. Die Ausstellungsmacher müssen sich nicht mehr fragen - und auch nicht fragen lassen, was denn eigentlich der Kern dessen ist, was sie rüberbringen wollen.
Die Vermittlung via Smartphones gibt den Wissenschaftlern in musealen Diensten noch mehr Möglichkeiten, interessante wie auch redundante Informationen unters Besuchervolk zu bringen. Audios, Videos, Texte, Bilder. Die Kuratoren werden diese Möglichkeit extensiv nutzen. Da bin ich mir sicher.
Trotzdem, ich erhoffe mir von der Einbeziehung der Smartphones in die museale Vermittlungsarbeit, dass das durch die Audioguides hervorgerufene autistische Verhalten wieder etwas aufgelöst wird. Allein deshalb, weil Smartphones nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen als Rezeptoren beanspruchen. Darüberhinaus ermöglichen sie Interaktionen, die Audioguides nicht bieten.
Ich würde mich also freuen, wenn in zwei/drei Jahren Familien mit ihrem Smartphone in Museen gemeinsam auf Schatzsuche gehen würden, statt in Audiokommentaren verfangen, vereinzelt vor sich hin zu dösen. Wenn Sie gemeinsam auf Mamas oder Papas iPhone, Videos zu Exponaten betrachten würden und - noch besser - wieder anfangen würden, über das zu reden, was sie gerade sehen, was sie begeistert. Wenn im Museum endlich wieder mehr geredet/interagiert würde, als sich bloß von Audiokommentaren beduseln zu lassen.
Ach, was wäre das schön!
Worth a visit: Pausanio - zum Thema
Nachdem Audioguides in den letzten Jahren als der letzte Schrei in der Vermittlung musealer Inhalte gehandelt wurden, gewinnt nun nach und nach - noch ein wenig verhalten - die Vermittlung (Belehrung?) über Smartphones an Bedeutung. Zum Beispiel via QR-Codes. Ich leite daraus die Hoffnung ab, dass Museen zumindest wieder etwas kommunikativer werden.
Denn seien wir ehrlich: die Audioguides sind auf Seiten der Ausstellungsmacher deshalb so beliebt, weil so alles, was den Kuratoren erwähnenswert erscheint, auch verbreitet werden kann. Während vor Jahren noch heftig darüber diskutiert wurde, wie ein guter Ausstellungstext inhaltlich und graphisch zu gestalten wäre, kann heute (wieder) munter drauflos geplappert werden, ohne dass es Diskussionen mit den Ausstellungsgestaltern oder Grafikern gibt. Die Ausstellungsmacher müssen sich nicht mehr fragen - und auch nicht fragen lassen, was denn eigentlich der Kern dessen ist, was sie rüberbringen wollen.
Die Vermittlung via Smartphones gibt den Wissenschaftlern in musealen Diensten noch mehr Möglichkeiten, interessante wie auch redundante Informationen unters Besuchervolk zu bringen. Audios, Videos, Texte, Bilder. Die Kuratoren werden diese Möglichkeit extensiv nutzen. Da bin ich mir sicher.
Trotzdem, ich erhoffe mir von der Einbeziehung der Smartphones in die museale Vermittlungsarbeit, dass das durch die Audioguides hervorgerufene autistische Verhalten wieder etwas aufgelöst wird. Allein deshalb, weil Smartphones nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen als Rezeptoren beanspruchen. Darüberhinaus ermöglichen sie Interaktionen, die Audioguides nicht bieten.
Ich würde mich also freuen, wenn in zwei/drei Jahren Familien mit ihrem Smartphone in Museen gemeinsam auf Schatzsuche gehen würden, statt in Audiokommentaren verfangen, vereinzelt vor sich hin zu dösen. Wenn Sie gemeinsam auf Mamas oder Papas iPhone, Videos zu Exponaten betrachten würden und - noch besser - wieder anfangen würden, über das zu reden, was sie gerade sehen, was sie begeistert. Wenn im Museum endlich wieder mehr geredet/interagiert würde, als sich bloß von Audiokommentaren beduseln zu lassen.
Ach, was wäre das schön!
Worth a visit: Pausanio - zum Thema
Joern Borchert - 2011-09-09 17:29 + 419
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