Museum digitalis

Freitag, 9. September 2011

QR-Codes & Smartphones

Angeregt durch Sebastian Hartmann und Judd Wheeler habe ich mal etwas darüber nachgedacht, was QR-Codes für unsere Museen und Ausstellungen bedeuten - oder noch bedeuten werden. Denn schließlich wird es wohl spätestens in fünf Jahren kaum noch einen Handy-Nutzer geben, der kein Smartphone besitzt.

Nachdem Audioguides in den letzten Jahren als der letzte Schrei in der Vermittlung musealer Inhalte gehandelt wurden, gewinnt nun nach und nach - noch ein wenig verhalten - die Vermittlung (Belehrung?) über Smartphones an Bedeutung. Zum Beispiel via QR-Codes. Ich leite daraus die Hoffnung ab, dass Museen zumindest wieder etwas kommunikativer werden.

Denn seien wir ehrlich: die Audioguides sind auf Seiten der Ausstellungsmacher deshalb so beliebt, weil so alles, was den Kuratoren erwähnenswert erscheint, auch verbreitet werden kann. Während vor Jahren noch heftig darüber diskutiert wurde, wie ein guter Ausstellungstext inhaltlich und graphisch zu gestalten wäre, kann heute (wieder) munter drauflos geplappert werden, ohne dass es Diskussionen mit den Ausstellungsgestaltern oder Grafikern gibt. Die Ausstellungsmacher müssen sich nicht mehr fragen - und auch nicht fragen lassen, was denn eigentlich der Kern dessen ist, was sie rüberbringen wollen.

Die Vermittlung via Smartphones gibt den Wissenschaftlern in musealen Diensten noch mehr Möglichkeiten, interessante wie auch redundante Informationen unters Besuchervolk zu bringen. Audios, Videos, Texte, Bilder. Die Kuratoren werden diese Möglichkeit extensiv nutzen. Da bin ich mir sicher.

Trotzdem, ich erhoffe mir von der Einbeziehung der Smartphones in die museale Vermittlungsarbeit, dass das durch die Audioguides hervorgerufene autistische Verhalten wieder etwas aufgelöst wird. Allein deshalb, weil Smartphones nicht nur die Ohren, sondern auch die Augen als Rezeptoren beanspruchen. Darüberhinaus ermöglichen sie Interaktionen, die Audioguides nicht bieten.

Ich würde mich also freuen, wenn in zwei/drei Jahren Familien mit ihrem Smartphone in Museen gemeinsam auf Schatzsuche gehen würden, statt in Audiokommentaren verfangen, vereinzelt vor sich hin zu dösen. Wenn Sie gemeinsam auf Mamas oder Papas iPhone, Videos zu Exponaten betrachten würden und - noch besser - wieder anfangen würden, über das zu reden, was sie gerade sehen, was sie begeistert. Wenn im Museum endlich wieder mehr geredet/interagiert würde, als sich bloß von Audiokommentaren beduseln zu lassen.

Ach, was wäre das schön!

Worth a visit: Pausanio - zum Thema

Mittwoch, 2. Juni 2010

Gute Idee: Ein visuelles Gästebuch

Sie kennen die Gästebücher, die in Ausstellungen und Museen ausliegen. So sieht "2.0", d.h. Interaktion mit dem Publikum, ohne das Web aus. Neben allerlei Gekritzel finden Sie darin oft doofe, manchmal auch intelligente Kommentare, die den Machern helfen können, besser zu werden.

Ein Gästebuch der anderen Art bieten die Macher der Ausstellung von Künstlern und Künstlerinnen mit Autismus "Ich sehe was, was Du nicht siehst" an.

Mir gefällt das.

Mir gefällt das, weil es eine Bindung schafft, die kein Gästebuch aus Papier jemals schaffen kann.

[Dank an die Kulturtussi]

Dienstag, 14. Juli 2009

Museums and the Internet - Mai-Tagung 2009

Seit 2001 findet unter Federführung des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums/Pulheim jedes Jahr im Mai die Mai-Tagung statt. Mai steht hier für Museums and the Internet".

Abgesehen davon, dass diese Tagung inzwischen eine Pflichtveranstaltung für Museen sein dürfte, finde ich diese Tagung allein schon deshalb bemerkenswert, weil wenige Wochen später schon viele der dort gehaltenen Vorträge als PDF oder PPT online sind. Und das seit 2001.

Von der MAI-Tagung 2009 sind bislang online:
  • POSEIDON - Positions- und kontextsensitive Informationssysteme mit RFID.
    Prof. Dr. Jürgen Sieck / Michael A. Herzog / Jens Reinhard, Forschungsgruppe IN-KA, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
  • Wikipedia-Artikel als Marketinginstrument für Museen
    Eine Analyse auf dem Hintergrund des Artikels für das Freilichtmuseum Roscheider Hof
    Prof. Dr. Helge Klaus Rieder, Fachhochschule Trier, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung / Fachbereich Wirtschaft
Danke für diesen vorbildhaften Service.

Und wenn dann noch bei nach der Mai-Tagung 2010 im Überblick die Autorennamen mit Links auf ihre Homepages/die ihrer Institutionen versehen sind, dann werde ich restlos begeistert sein.

Mittwoch, 8. Juli 2009

Berührungsängste: Museen und das WWW

Die, die das Web dazu nutzen wollen, Museen bekannter zu machen, haben es nicht immer leicht, die Kuratoren davon zu überzeugen, dass die von ihnen betreuten Museen einen Nutzen davon haben könnten.

Michael Edson von der Smithsonian Institution hat zu diesem Thema folgende Diaschau aka Slideshow zusammengestellt:



Dank an newcurator!

Mittwoch, 24. Juni 2009

Twitternde Museen (auf Deutsch)

Just see: Klaus Graf/Archivalia

Und wer mehr wissen will, dem schadet die Lektüre von dem hier auch nicht.

Sonntag, 14. Juni 2009

Google zeigt, wohin sich die Kultur entwickelt

Google Trends Geschichte in Deutschland

Habe mir heute mal den Spass gemacht und Google Trends ausprobiert.
Mit einigen der Begriffe, die mich besonders interessieren.
Angefangen habe ich mit "Geschichte". Ist offenbar als Suchbegriff seit 2004 in Deutschland im Sinkflug. In Frankreich übrigens auch. Interessant fand ich die Grafik am unteren Rand, die Auskunft über die Medienberichterstattung gibt. Da liegt "Geschichte" im Aufwärtstrend. Ähnlich verhält es sich mit dem Suchbegriff "Museum": Tendenziell sinken die Suchanfragen, während häufiger das Wort "Museum" in den Medien auftaucht.
museum in google trends

Was soll das bedeuten? Eine bekannte Tatsache ist die, dass all das Aufnahme in Museen findet, was stirbt oder bedroht ist. Je weniger Industriearbeit, um so mehr Industriemuseen. Neu ist für mich, dass mit dem abnehmenden Interesse an Geschichte und Museen einhergeht, dass mehr über sie berichtet wird. Was stirbt, kommt nun also nicht mehr in die Museen, sondern in die Medien. Oder, wie soll ich sonst die Daten interpretieren? Vielleicht deutet das auch einfach nur darauf hin, dass die Medien ihren Konsumenten hinterherhinken.

Wie passt das zusammen?

Dass der Suchbegriff "Theater" seinen Höhepunkt um den Jahreswechsel hat, überrascht mich ebenso wenig, wie das Faktum , dass mehr nach Museen als nach Opern bei Google gesucht wird. Überraschend finde ich allerdings, dass in den Medien mehr über Museen als über Theater berichtet wird, obwohl offensichtlich das Interesse der Internet-User an Theatern größer ist.

Erst kommt das Fressen...

Wie schon vermutet: Der Suchbegriff "Restaurant" übertrifft Theater, Museen - und Opernhäuser sowieso.

Es sollte Kultureinrichtungen zu denken geben, dass das Interesse an Ihnen sinkt, je mehr über sie berichtet wird.
Was denken Sie?

Raum für weitere Recherchen: Google Trends

Samstag, 15. März 2008

Websites von Museen und ihre Besucher

Zu diesem Thema hatte OCIM (Office de Coopération et d'Information Muséographiques) letzten November im Palais de la Découverte/Paris einen Workshop mit dem Titel "Sites Internet : quelles ressources pour les visiteurs ?" ausgerichtet.

Nun sind die Beiträge dieses Workshops online. Und wie! Toll! Man kann sich die Beiträge anhören, oftmals auch die Diskussionen dazu, und zusätzlich werden die Powerpoint-Folien/PDFs bereit gestellt. Darüber hinaus werden Ergebnisse übergreifender Untersuchungen und Statistiken, eine Bibliographie, Linkempfehlungen en masse und andere nützliche Dinge angeboten. Alle die, die sich für die Umsetzung musealer Inhalte im WEB interessieren, bekommen hier eine Fülle von interessanten Hinweisen.

Hier geht es zur entsprechenden Seite von OCIM.

[via Buzzeum]

PS: Na Nina, angefixt mehr zu schreiben?

Mittwoch, 30. Januar 2008

Computergestützte Informationssysteme im Museum: eine Dissertation von Elke Möllmann

Aus der Zusammenfassung:

"Empirische Evaluationen über den Einsatz des Mediums "Computer" in Ausstellungen sind kaum vorhanden. Deshalb ist es notwendig, empirisch quantifizierbare Daten zu evaluieren, auf deren Grundlage übertragbare Empfehlungen zum Einsatz von Computern in Ausstellungen getroffen werden können. In der Evaluationspraxis gibt es mehrfach erprobte, empirisch quantifizierbare Merkmale zur Beurteilung der Wirkung einer Ausstellung bzw. einzelner Exponate. Zwei maßgebliche Merkmale sind: Attracting Power und Holding Power. Oder anders formuliert: "Wie oft bleiben Besucher vor einem bestimmten Exponat stehen und wie lange fesselt es sie?" Diese beiden Parameter, die Besuchshäufigkeit und die Verweildauer, werden in der vorliegenden Arbeit genutzt, um die Attraktivität des Ausstellungsmediums "Computerterminal" zu bestimmen.Hierzu bot der Umbau des Naturmuseums Senckenberg in Frankfurt a.M. die Gelegenheit. Das Museum war im Jahr 2003 für 8 Monate wegen Umbaumaßnahmen geschlossen, dabei wurden u.a. auch neun multimediale Informationsterminals im Ausstellungsbereich installiert. (...)"

Die ganze Disse aus dem Jahr 2007 können Sie in Bielefeld herunterladen. Viel Freude bei der Vermehrung an Erkenntnissen.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Objekte in Frankreichs Museen

Zu welchem Thema Sie auch immer Objekte suchen, die wissenschaftlich oder museal verwertbar sind - vorausgesetzt sie dürfen auch französischer Provenienz sein - dann sollten Sie einmal in der entsprechenden Rubrik des französischen Kulturportals "culture.fr" vorbeischauen. Dort können Sie eine Recherche starten, die aktuell etwa 20 Datenbanken zu Objekten der Kunst und Kultur abgrast.

Zu einem der von mir bevorzugten Suchwörter, dem Blitz (foudre), bekam ich sehr schnell 490 Treffer mit Bildern (ohne Wasserzeichen!) und fast 1200 Treffer überhaupt. Toll! Das macht Freude. So kann man arbeiten.

Schade, dass so etwas in Deutschland nicht realisierbar zu sein scheint.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

PRIMUS 1.0: ein Tool zur Inventarisierung

Die Landesstelle für Museumsbetreuung Baden Württemberg unterstützt die nichtstaatlichen Museen, Sammlungen und musealen Einrichtungen in vielerlei Hinsicht. Unter anderem bei der Inventarisierung.

Mit dem "Programm zur Inventarisierung
kulturgeschichtlicher Objekte in Museen" stellt die Landesstelle ein auf Access basierendes Tool zur Verfügung, das sicher nicht nur kleinen Museen eine wertvolle Hilfe bei der Inventarisierung sein dürfte, sondern auch für all die interessant ist, die etwa eine Ausstellung vorbereiten oder Ordnung in ihre kleine Privatsammlung bringen wollen.
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Hier bekommen Sie Informationen, das wertvolle Helferlein sowie ein Handbuch dazu. Alles kostenlos. Prima!

Futterkiste

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Kommentare

;-)
;-)
Joern Borchert - 2012-05-02 22:40
Es ist heute der erste...
Da kann man Heinrich Heine zum Glück auch viel...
Wilhelm Eschershausen (Gast) - 2012-05-01 11:06
Pardon, Herr Eschershausen
es hat etwas gebraucht, bis ich begriffen habe, dass...
Joern Borchert - 2012-03-15 03:43
Zitronenfalter
Und da man mit Schutzhandschuhen schlecht schreiben...
Wilhelm Eschershausen (Gast) - 2012-03-13 14:27

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