Museologie

Dienstag, 1. Juli 2008

Vortrag: Privat oder öffentlich? Über die Zukunft des Museums

Chris Dercon, Direktor am Haus der Kunst/München hält in Berlin einen Vortrag mit dem Titel "Privat oder öffentlich? Über die Zukunft des Museums". Und zwar am 3. Juli 2008, um 18.30 Uhr im Kinosaal, Unter den Linden 6.

Aus der Ankündigung des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik:

"Öffentliche Museen haben es nicht immer leicht, sich gegen kauffreudige Privatsammler durchzusetzen. Chris Dercon sieht in dieser Konkurrenzsituation jedoch eine Chance. Als Leiter eines Museums in staatlicher und privater Verantwortung wird er im Rahmen der Vorlesung erläutern, auf welchen Gebieten öffentliche Museen den privaten voraus sind und wie sie ihre Vorzüge nutzen können.

'Ich glaube, dass das öffentliche Museum gefährdet ist, da es so viele Aufträge hat. Bewahrung und wissenschaftliche Bearbeitung sind natürlich am wichtigsten, doch leider auch am unspektakulärsten – das zieht die Massen nicht an. Der Auftrag des öffentlichen Museums scheint also besonders unsichtbar zu sein. Dennoch muss man diese Verantwortung unbedingt übernehmen. Wir müssen die Rolle des öffentlichen Museums neu definieren. [...] Die Frage ist, was man dort zeigen soll und wie man es zeigen muss. Mein Vortrag handelt davon, welches Feld wir noch besetzen können.'"

Dazu ein Kurzinterview mit ihm.

Sonntag, 15. Juni 2008

Walter Benjamin

Museumsratten stehen auf Walter Benjamin. Oder?

Hier kriegen sie Futter.

Freitag, 6. Juni 2008

Besucherbefragung im Technischen Museum Wien

Das Technische Museum Wien befragt neuerdings regelmäßig sein Publikum zum Thema Besucherzufriedenheit. Wer ein paar Minuten Zeit hat, der kann dabei auch etwas gewinnen.

Hier geht es zum Online-Fragebogen.

Dienstag, 20. Mai 2008

Krieg - hautnah und ekelhaft

Museum Alexander Koenig Bonn

Was für ein Ausstellungsobjekt? Eine Tragbahre aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Damals fungierte das Museum Alexander Koenig/Bonn als Lazarett. Eine Tragbahre, die in anderem Zusammenhang besser präsentiert (nämlich etwas schräger oder waagerechter), einen ganzen Raum füllen könnte. Wie sonst könnte man dem Betrachter das Leid der Kriege besser vor Augen führen? Mit einem einzigen Objekt. Einem Objekt, aus dem noch immer Geschichte blutend tropft. Ausstellungsobjekte mit einer solchen Aussagekraft begeistern mich.

PS:Der Beschriftung ist zu entnehmen, dass die Bahre vermutlich im Zweiten Weltkrieg weitere Verwendung fand.

[Gesehen in der Ausstellung: "Auf Zucker gebaut. Alexander Koenig und sein Museum in Bonn." Bonn, 21. Februar bis 04. Mai 2008]

Montag, 12. Mai 2008

e-conservation. Ein Online-magazin für Restauratoren

Alle die, die in oder in der Nähe von Museen an restauratorischen Fragestellungen interessiert sind, werden sich darüber freuen, dass es online ein Magazin für Sie gibt. Ende April kam die vierte Ausgabe auf den Markt/ins Netz. Interessierte klicken auf's Bild.

e-conservation 
<br />
für Restauratoren

Freitag, 2. Mai 2008

Publikation: Kultur als Arbeitsfeld

"Was brauchen Geisteswissenschaftler, um eine Stelle im Arbeitsmarkt Kultur zu finden? Welche Anforderungen werden an sie gerichtet? Was bringen sie für Qualifikationen mit? Wie hat sich der Arbeitsmarkt Kultur in den letzten Jahren geändert und wie werden Geisteswissenschaftler darauf vorbereitet? Wie finden sie eine Marktlücke im breiten Arbeitsfeld Kultur? Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, versucht mit dem Buch: „Kultur als Arbeitsfeld und Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler“, eine Antwort auf diese Fragen zu geben." (...)
Autorinnen und Autoren des Buches sind unter anderem: Petra Bahr (Kulturbeauftragte der EKD), Hartmut Dorgerloh (Präsident der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten), Max Fuchs (Vorsitzender des Deutschen Kulturrates), Michael Hanssler (Vorstand der Gerda Henkel Stiftung) , Roland Kanz (Professor für Kunstgeschichte), Peter Reifenberg (Vorsitzender des Leiterkreises der Katholischen Akademien), Stephan Schaede (Forschungsstädte der Evangelischen Studiengemeinschaft), Annette Schavan (Bundesministerin für Bildung und Forschung), Wolfgang Schmitz (Hörfunkdirektor des WDR), Tamara Tischendorf (freie Hörfunkjournalistin) Ingo H. Warnke (Stellvertretender Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags), Olaf Zimmermann (Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates)"


Dummerweise gibt der Deutsche Kulturrat dieser Publikationsankündigung kein Inhaltsverzeichnis bei, so dass man nicht wissen kann, was darin inhaltlich wirklich zu finden ist. Und blöderweise enthält diese Publikation offenbar nur Beiträge von Autoren, die in der Kulturszene bereits bestens angekommen sind. Schade, dass hier ausschließlich die Perspektive "von oben" gewählt wurde.

Ohne das Buch zu kennen, erlaube ich mir daher die Vermutung, dass in ihm kaum etwas über die Erfahrungen junger Geisteswissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt zu lesen sein wird. Kein Wort darüber, dass sich heute selbst auf schlecht bezahlte Stellen, mehrere hundert höchst qualifizierte Leute bewerben. Kein Wort darüber, dass das sogenannte "Ehrenamt" in musealen Diensten sich so auswirkt, dass junge Museumspädagogen, Museologen und andere Geisteswissenschaftler, die auch mit wenig zufrieden wären, keinen Job mehr finden, weil es Menschen gibt, die genug Geld haben, um für ihr Vergnügen zu arbeiten. Keine kritischen Gedanken über den Schaden, den Volontariate, Praktika und andere ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in unserer Gesellschaft anrichten.

Volontäre, Praktikanten und schlecht bezahlte "Freiberufler" tragen nur wenig zum Steueraufkommen und zur Sozialversicherung bei und scheuen sich davor - wer kann es ihnen verdenken? - Kinder zu zeugen oder zu gebären. Mein Bekanntenkreis ist voll von Leuten, die gerne Kinder hätten, sie sie sich aber nicht erlauben können oder wollen, weil ihre Zukunftsaussichten zu unsicher sind.

Ich würde mich sehr freuen, wenn in dem annoncierten Buch auch darüber etwas zu lesen wäre.


Kultur als Arbeitsfeld und Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler
Hg. v. Deutschen Kulturrat,
ISBN 978-3-934868-16-8,
184 Seiten, 14,90 €

Museological Review, Issue 13, 2008

...ist raus. Herausgegeben vom Department of Museum Studies der University of Leicester.

Hier das Inhaltsverzeichnis der genannten Ausgabe, wo auch das Musée du Quai Branly und die Cité nationale de l'immigration auftauchen:

Museological review 2008

Und hier --> der Link zum ganzen Heft (pdf, 2,16 MB)

Und ganz in der Nähe gibt es auch die Zeitschrift "museum & society" zum Download ---> HIER. Die jüngste Ausgabe erschien im November 2007.

Donnerstag, 24. April 2008

Lesetipp

Laukötter, Anja: Vom Alltags- zum Wissensobjekt. Zur Transformation von Gegenständen in Völkerkundemuseen im beginnenden 20. Jahrhundert.
In: Themenportal Europäische Geschichte (2008)

Donnerstag, 27. März 2008

Museums Special der New York Times

Museums secial new york times
<br />
copyright: Librado Romero/The New York TimesLibrado Romero/The New York Times

Schauen Sie doch wieder einmal bei der New York Times vorbei. Unter dem Titel
"Museums Refine the Art of Listening" finden Sie dort eine Reihe von Beiträgen, Bildern und Links zu den seltsamen Wesen, die Museen besuchen und auch dazu, was die Professionellen in musealen Diensten tun, um diese Wesen an ihre Museen zu binden. Ganz nebenbei lernen Sie Museen kennen, von denen Sie bisher vielleicht noch nie etwas gehört haben. Interessante Lektüre also.

[Um alle Artikel der NYT lesen zu können müssen Sie sich vorher registrieren. Das geht aber schnell und unkompliziert.]

Samstag, 15. März 2008

Literatur zur Museumsarbeit aus Übersee

Nina Simon hat in Ihrem sehr schönen Blog Museum 2.0 einen Beitrag eingestellt, in dem amerikanische Literatur zur Museologie empfohlen wird. Vielleicht haben wir auch etwas aus der Alten Welt beizusteuern?

Kulturelle Welten

Dies und das aus der Welt der Kulturvermittlung: etwas über Museen und Ausstellungen, Lichter in der Nacht und was Jörn Borchert sonst noch so ge-, miss- und auffällt. Ein Klick auf den Header bringt Sie zu den neuesten Meldungen. Eine mail an museologie[at]gmx[Punkt]de direkt zu mir.

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Kommentare

Schlafen im Museum
Da bin ich ja mächtig gespannt, was man außer...
Nina (anonym) - 2008-06-30 17:19
Aber, aber...
Lieber GP, dass man in der französischen Diaspora...
Joern Borchert - 2008-06-24 23:32
Sperrgut
Natürlich ist Denken wichtig. Und Erinnern auch....
GP-F (anonym) - 2008-06-23 21:30
Noch nie so viel
In Paris wird diese Ausstellung immer wieder erwähnt,...
Madeleine (anonym) - 2008-06-16 22:50

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