Museen in BeNeLux

Montag, 11. August 2014

Franeker: Das älteste Planetarium der Welt

Wieder einmal verlebte ich mit meiner Familie einen wundervollen Urlaub auf Ameland. Um die Schmerzen der Rückreise zu minimieren, versuche ich immer einen interessanten Zwischenstopp einzuplanen. Zu den Rückreisehighlights gehörten bisher das Schloß Amerongen und das Gefängnismuseum in Veenhuizen

Dieses Jahr wollte ich unbedingt mal das Planetarium in Franeker sehen. Von seiner Existenz wusste ich schon länger, aber Cordula Eich gab mir den entscheidenden Impuls, die Rückreise so zu planen, dass ein Besuch zum Zeitplan passte. Sie weiß, was Freunde der Aufklärung mögen. Das ist ihr Metier.

Was ist hier wichtiger? Das Rathaus oder das Planetarium?

Mitten in dem sympathischen kleinen Ort, gleich gegenüber dem wunderhübschen Rathaus, liegt klein und ganz bescheiden das älteste Planetarium der Welt.

Planetarium-Franeker-

Seine Entstehung verdankt es einem klugen Kopf aus einfachen Verhältnissen: Eise Eisinga, dem Sohn eines Wollkämmers. So wie sein Vater, so interessierte auch er sich für die Mathematik, obwohl er nur die Primarschule absoviert hatte.

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Als 1774 Eelco Alta das Ende der Welt vorhersagte, begann er sich mehr mit der Astronomie zu beschäftigen und beschloß ein Planetarium zu bauen, das beweisen sollte, dass es nicht zu dem vorhergesagten Planetenzusammenstoß kommen würde. Sieben Jahre lang baute er aus nichts als Holz, Drähten und mehr als 10.000 Nägeln sein Planetarium. dass auch heute noch so exakt läuft, dass es einem den Atem verschlägt.

Datum  meines Besuchs

Wer in Friesland Urlaub macht und sich für "Bauerngelehrte" der Aufklärungszeit interessiert, dem sei ein Besuch des Planetariums sehr ans Herzen gelegt.

Mir hat es sehr viel Freude bereitet.

Mehr:
Link zum Planetarium

Eise Eisinga auf Wikipedia

Sonntag, 9. Juni 2013

Maastricht: Das Museum am Vrijthof

Das Museum am Vrijthof in Maastricht ist ein Beispiel dafür, wie man Museen heute modernisiert und dabei die Aura der Exponate und die eines Gebäudes zerstören kann. Was modern sein soll, ist nicht immer gut.
maastricht-museum-vrijthof-IMG_2408

Dabei ist der Empfang vorbildlich: Höchst freundliche Damen händigen dem Besucher ein Gerät aus, das dafür sorgt, dass während des Rundgangs automatisch Töne und Bilder in Gang gesetzt werden, die einem einige wichtige Stationen der Stadtgeschichte auditiv und visuell nahe bringen sollen. In der gewünschten Sprache. Selbstverständlich auch unter Einbeziehung von Ausstellungstücken. Klingt erst einmal gut.

maastricht-museum-vrijthof-exhibition

Doch! Die Projektionen und Töne, die das Gerät in der gewählten Sprache auslöst, vermögen nicht wirklich zu begeistern. Irgendwie sind die Texte schlecht und nicht so gesprochen, dass sie zu begeistern vermögen. Zumindest auf Deutsch funktionieren sie nicht gut.

maastricht-museum-vrijthof-festsaal

Insgesamt vermag das Museum nicht wirklich die von den Besucher mitgebrachte Aufmerksamkeit fruchtbar zu machen. Mal sind die Erläuterungen zu banal (z.B. im Ausstellungsbereich "Aufklärung") und wer im Museum nicht still stehen will, der wird sich dadurch geärgert fühlen, dass die offenen Raumtöne immer wieder neu ansetzen. Ganz dumm wird es gerade dann, wenn es besonders spannend werden könnte: Im Festsaal, wo eine Wandfläche mit vier Szenen bespielt wird, die sehr an das erinnern, was bis vor Kurzem auf Schloss Amerongen zu sehen war und im letzten Saal, wo den Besuchern nahe gebracht werden soll, warum Maastricht schon immer so einzigartig war. Gerade in diesen Räumen gibt es keine deutschen Texte oder Töne. Nur niederländische. Das ist sehr dumm, weil deutsche Besucher vermutlich zur wichtigsten Zielgruppe des Hauses gehören.

Ich hätte gewarnt sein können, wäre ich aufmerksam gewesen. Denn schon die Homepage des Museum am Vrijthof gibt es in keiner deutschen Version. Auch nicht klug, weil Maastricht sicher zu einem der wichtigsten Ausflugsziele der Deutschen zählen dürfte, die westlich des Ruhrgebiets wohnen.

Schade! Es macht mir wirklich keine Freude, dieses Museum so schlecht davon kommen zu lassen. Die reiche Geschichte Maastrichts liess mich mehr erwarten und würde auch mehr möglich machen. Doch das Museum enttäuscht jedwede Erwartung, weil es den Fehler gemacht hat, den Strömungen derjenigen zu folgen, die meinen, Museen müssten sich an den Strategien von Erlebnisparks orientieren. Und dann auch noch so ungeschickt, dass die Pfunde mit den sie wuchern könnten, im Nichts verschwinden. Die Exponate werden in Maastricht zur Randfiguren in einem schlecht inszenierten Kaleidoskop von belanglosen Geschichtsschnippseln.

Sorry, wenn das die Zukunft von Museen sein sollte, dann denke ich, dass man auf solche Museen ganz verzichten sollte. Museen, die ihre Zielgruppen ignorieren und nichts bewegen, sind überflüssig.

Mittwoch, 24. April 2013

Rijksmuseum: Die Nachtwache als Flashmob

Um auf seine Neueröffnung aufmerksam zu machen, veranstaltete das Rijksmuseum in Amsterdam einen Flashmob.

Alarm! Personen, die so aussehen, als ob sie dem 17. Jahrhundert entlaufen wären, stürmen ein Einkaufszentrum in Breda. Die Passanten sind so irritiert, wie auch Sie es erst einmal sein werden. Doch sehen Sie selbst.



So geht virales Marketing!

Samstag, 5. Januar 2013

Ein Museum das berührt: Das Watersnoodmuseum in Ouwerkerk/NL

Das Watersnoodmuseum in Ouwerkerk ist das meistbesuchte Museum der Provinz Zeeland. Aus gutem Grund.

Ouwerkerk-watersnoodmuseum

Nur wenige Museen sind so authentisch wie dieses. Schon die Architektur ist außergewöhnlich. Vier Senkkästen (Caissons), die dazu dienten, den 1953 bei der Niederländischen Flutkatastrophe gebrochenen Deich bei Ouwerkerk wieder zu schließen. Relikte des Zweiten Weltkriegs, die hier einer zivilen Zweitverwendung zugeführt wurden. Um Menschen vor der See zu schützen. Nach dem Bau eines neuen Deichs schienen sie nutzlos. Doch dank einer lokalen Initiative, intelligenter Leute und eines guten Architekten wurden diese Senkkästen in ein Museum transformiert, das in Europa einzigartig ist.

Von außen wirken sie so trist, wie Senkkästen halt von außen wirken. Klotzige Betonkuben, in einer Anmutung, die nur trübe wirken kann.

Durch ein kleines Tor gelangt man ins Innere. Ältere, sehr freundliche Männer kassieren den Eintritt und händigen dem besucher den kostenfreien Audioguide aus, den es natürlich auch in deutscher Sprache gibt. Nachdem man das Ticket in den Händen hält, schweift der Blick in eine geräumige Halle. Sofort ist man in den Bann gezogen.

Gleich zu Beginn (Caisson 1) eine wenig spektakuläre Vitrine. Mit wenigen Exponaten. Ein Musée sentimentale auf kleinstem Raum. So gering die Zahl der Exponate in dieser Vitrine ist, so stark berühren sie die Gefühle. Denn diese Objekte (eine Armbanduhr, eine Jacke, ein Schulranzen...) repräsentieren die Schicksale, der 1836 Opfer, die der Flutkatastrophe am 1. Februar 1953 in der Provinz Zeeland zum Opfer fielen. Darunter ein Neugeborenes, das nach seiner Geburt sofort ertrank.

Watersnoodmuseum-Ouwerkerk

Im weiteren Verlauf der Ausstellung erfährt man wie es überhaupt zu dieser Sturmflut kommen konnte und welche Teile Zeelands besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden. Anhand von Karten und Modellen.
Die niederländischen Besucher der Ausstellung waren besonders von Aktenordnern begeistert, die Fotos und Dokumente der von der Sturmflut heimgesuchten Gemeinden beinhalteten. (Ich auch!) So groß das Gebiet war, das 1953 überspült wurde, so gut ist das Interesse zu verstehen. Viele Niederländer dürften Verwandte haben, die unter der Sturmflut litten oder ihr zum Opfer fielen.

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Im Caisson 2 stehen die Menschen im Vordergrund. Die Gedanken der Überlebenden (Videos!) und die Opfer. Alle Opfer werden mit Ort, Namen und Alter genannt. Die Installation "1835+1" von Koert Davidse und Roel Wouters gehört ohne Zweifel zu den Highlights des Museums, wenn nicht zu den Höhepunkten europäischer Museographie. Hier bekommen die Opfer eine kräftige Stimme. An einem Ort, bei dem es schwer fällt, ihn zu verlassen.

Must see!

Caisson 3: der Wiederaufbau. Der Nachbau eines Hauses, wie er in großer Stückzahl von meist skandinavischer Seite aus gestiftet wurde. Ein Videoangebot darin, dass Gefühle berührt. Drumherum Bagger und Raupen. Surreal. Habe selten eine so gute Installation gesehen.

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Caisson 4: Die Zukunft. Wegen Neugestaltung leider geschlossen. Wieder zugänglich ab dem 1. Februar 2013, dem 60. Jahrestag dieser Flutkatastrophe.

Zu den Seiten, die dieses Museum so sympathisch machen, gehört, dass man in die Büros blicken kann und die Zeitzeugen der Videos wirklich da sind.
Ein Museum von Mensch zu Mensch!

Fazit:
Wer in Zeeland Urlaub macht, der sollte dieses Museum unbedingt besuchen. Den deutschen Audioguide gibt's kostenlos.
Dieses Museum war das erste, wo ich mit Tränen kämpfte. Hier ist das mal ein Kompliment!
Für ein vorbildhaftes Museum.

Ausstellungsgestaltung: Podium/Utrecht

Freitag, 28. Dezember 2012

Niederländische Geschichte im WEB

Webseiten-zur-Geschichte-der-Niederlande

Auch dieses Jahr werden wieder die besten Websites der Niederlande gesucht, die sich mit historischen Themen befassen. Mehr als 200 Kandidaten haben sich für diesen Wettbewerb angemeldet. Kleine Museen, große Museen, private und offizielle Initiativen u.v.m.

Diese Kandidaten HIER.

Abgesehen davon, dass den Regeln des Internets entsprechend, die ganze Welt darüber abstimmen kann, wer den diesjährigen Publikumspreis gewinnt, freue ich mich schon heute, dass ich etwas gewonnen habe. Denn allein die Liste der Teilnehmer ist so vielfältig und inspirierend, dass man Tage und Stunden mit der Verfolgung der Links verbringen kann, ohne auch nur eine Minute gelangweilt zu sein.

Traurig nur, dass es in Deutschland keinen gleichwertigen Wettbewerb gibt....

Wer will, der kann noch bis zum 8. Februar 2013 seine Stimme für die Websites abgeben, von denen er meint, dass Sie (niederländische) Geschichte besonders gut vermitteln. HIER.

Großartig!

Montag, 27. August 2012

Droht Haus Doorn die Schließung?

copyright: Joern Borchert

Haus Doorn
(Provinz Utrecht/NL), der Wohnsitz des letzten deutschen Kaisers von 1920 bis 1941, ist in finanziellen Schwierigkeiten.

Ausgestattet mit dem, was er aus seinen Berliner und Potsdamer Schlössern mitgebracht hatte, vermittelt es einen sehr authentischen Einblick in seine hochherrschaftliche Lebenswelt. Öffentlich zugängliche Orte, wie diesen, dürfte es nicht viele in Europa geben.

Doch nun droht die Schließung. Statt der beantragten 517.000 Euro bewilligte der Raad voor Cultuur lediglich 237.000 Euro. Unter anderem mit der Begründung, dass dieser Herrschaftssitz ja vor allem für die Deutsche Geschichte von Belang sei.

Um Haus Doorn auch zukünftig für die Öffentlichkeit offen zu halten, wird also Unterstützung gebraucht. Nicht zuletzt wohl auch aus Deutschland.

Quelle: Historiek.net vom 26.08.2012

Homepage: Haus Doorn

Mittwoch, 15. August 2012

Unbedingt besuchen! Das Niederländische Gefängnismuseum

Die meisten Museumsfans fahren in die großen Städte, um das zu sehen, was schon Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen vor ihnen gesehen haben. Ich auch. Louvre, British Museum, Museumsinsel Berlin....

Doch die Entdeckungen, die mich persönlich am meisten begeisterten, habe ich fast immer in der Provinz gemacht. Da, wo ich sie nicht erwartet hatte. Ein Korkenzieher-Museum im Luberon, das Museon Arlaten, Wilhelm Busch in Wiedensahl, ein Biermuseum in den Ardennen, ein Strandgutmuseum auf Terschelling, ein Landwirtschaftsmuseum in Norditalien... Kleine, feine und vor allem gefühlsberührende Museen.

Veenhuizen Museum

Vor wenigen Wochen entdeckte ich im Norden der Niederlande für mich das Gefängnismuseum in Veenhuizen. Wo? Ja, in Veenhuizen, dem Mittelpunkt Sibiriens, wenn er in den Niederlanden läge. Weiden. Wälder, Sumpf. Mittendrin ein paar Häuser und ---- viele Gefängnisse. Darunter auch ein historisches, das als nationales Gefängnismuseum der Niederlande fungiert.

>
Obwohl dieses Museum wohl fast alle Niederländer kennen, es 2007 zum besten historischen Museum der Niederlande gekürt wurde und 2011 weit mehr als 100.000 Besucher empfing, ist es in Deutschland so gut wie unbekannt.

Das mag damit zu tun haben, dass es im Niederländischen Nirgendwo liegt. Vor allem aber wohl damit, dass man bisher darauf verzichtet hat, deutschen Touristen diesen merkwürdigen Ort schmackhaft zu machen. Zwar gibt es eine gut gestaltete Internetpräsenz, doch bislang ohne fremdsprachige Versionen. Schade, oder niederländisch: Jammer!

Ebenso traurig ist es, dass alle Texte in diesem Museum sich lediglich an die Besucher wenden, die der niederländischen Sprache mächtig sind. Immerhin gibt es an der Kasse eine Broschüre, die deutschen Besuchern die wichtigsten Inhalte verständlich macht. Die ist wirklich gut gemacht. Aber sie ersetzt halt nicht die direkte Auseinandersetzung mit den Exponaten und Installationen. Niederländische Besucher dürften das Museum sehr viel intensiver erleben als deutsche.

Dabei ist dieses Museum inhaltlich und gestalterisch so gut gemacht, dass es mehr Aufmerksamkeit verdiente. International, aus pragmatischen Gründen aber vor allem auch in Deutschland. Doch dieses Problem scheint auch bei den Trägern des Museums erkannt worden zu sein. In den nächsten Jahren will es auch für die die Besucher des Auslands attraktiver werden.

Mir hat besonders gut gefallen, dass es alle Register zieht, die einen Museumsbesuch zu einem nachhaltigen Erlebnis werden lassen können.

Dieses Erlebnis beginnt schon mit der Anreise. Nach einigen Kilometern durch Wälder und Felder taucht endlich der Hinweis auf's Museum am Straßenrand auf. Nachdem das Auto geparkt ist, fällt bald der Blick auf ein etwas monotones, aber hübsches Gebäude, das von einem Wassergraben umsäumt ist. Den ersten Knast in Veenhuizen. Gegründet zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Die Damen am Empfang sind höchst freundlich und hilfsbereit. Trotz der Sprachenbarriere. Oder gerade deswegen? --- Im weiteren Verlauf begegnen wir keinen weiteren Museumsangestellten, was wir als sehr angenehm empfanden. Hier kann man sich in aller Ruhe den Exponaten begegnen, ohne dass einem Aufseher auf die Finger klopfen. Gerade in einem Gefängnismuseum empfanden wir das als bemerkenswert sympathisch.

Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt mit einem klaustrophobischem Erlebnis. Eingesperrt in einen Raum, sieht man Andeutungen von Verbrechen, die Berichterstattung in den Medien darüber und vielleicht noch mehr. Nach wenigen Minuten will man nur noch raus aus diesem Raum. Nirgendwo gibt es einen Hinweis darauf, wann man diesen Raum endlich verlassen darf. Eindrucksvoller kann man den Eingang in eine Ausstellung über den Strafvollzug wohl kaum gestalten. Wir drückten nach ca. 4 Minuten auf den roten Knopf, um den Raum wieder verlassen zu können. Im echten Knast gibt es keinen roten Knopf...

Danach beginnt die eigentliche Ausstellung. Ein Zellengang, der in die Basics des Strafvollzugs einführt. Sehr behutsam. Zunehmend werden die Informationen dichter. Von mittelalterlichen Strafen bis zur Gegenwart reichen die Exponate und Informationen. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Einrichtungen, die Veenhuizen bis heute ausmachen.

Das Museum wird nie langweilig. Mal sind es klassisch präsentierte Objekte, die einen in den Bann ziehen, mal Modelle oder Inzenierungen. Was fürs Auge und den Kopf. Solche, die zur Partizipation, d.h. Meinungsäußerung oder zum Anfassen auffordern oder einfach nur schön anzusehen oder witzig sind.

Besonders bemerkenswert erscheint mir in diesem Museum die Umsetzung der heute immer geforderten Interaktivität. Dieses Museum macht vor, wie das geht. Und zwar so, dass nicht nur die erwachsenen Besucher auf ihre Kosten kommen, sondern auch Kinder ihren Spaß haben und auf unterhaltsame Weise etwas lernen. Dieses Museum ist ein echtes Familienmuseum. Fast so, wie ich es mir vorstelle.

Hier ein paar Impressionen aus dem Gevangenis Museum in Veenhuizen:















Zu den vielen sympathischen Seiten des Museums gehört, dass zu seinen Zielgruppen auch Kinder gehören. Zu den entsprechenden Installationen gehört seit diesem Jahr ein Parcours für Kinder (Alter: 7 - 12 Jahre), der ihnen unter dem Titel "De Vloek van Veenhuizen" die wesentlichen Inhalte des Museums auf spannende, also abwechslungsreiche Weise nahe bringt.






Links:

- Homepage: Gevangenismuseum Veenhuizen

- Ausstellungsgestaltung: Kinkorn

- Spezielle Website: De Vloek van Veenhuizen (Rundgang für Kinder)

Freitag, 30. September 2011

Ahoi! - Das Scheepvaartmuseum in Amsterdam hat das Dock verlassen

Ab diesem Wochenende können Sie das Scheepvaartmuseum in Amsterdam wieder besuchen.

Um das bekannt zu machen, weist das Museum darauf hin, dass es Facebook ohne Niederländer niemals gegeben hätte.



Ich freu' mich auf die nächste Reise nach Amsterdam!

[Weitere Links folgen noch.]

Montag, 5. September 2011

Space Expo - Wo die Zukunft alt aussieht

Mein diesjähriger Trip in die niederländische Ausstellungslandschaft führte mich auch in die vor zwanzig Jahren eröffnete Ausstellungshalle "Space Expo" der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Nordwijk.

"Space Expo ist nicht nur die erste ständige Raumfahrtausstellung Europas, sondern auch das Besucherzentrum von ESA in den Niederlanden, der größten technischen Niederlassung der Europäischen Weltraumorganisation.

- Schauen Sie mal bei den ersten Menschen auf dem Mond vorbei.
- Erleben Sie ‘live’ den simulierten Start einer Ariane-Rakete.
- Entdecken Sie die Welt der Satelliten mit den Testmodellen der Europäischen Raumfahrtprojekte.
- Erfahren Sie alles über Astronauten und beobachten Sie ihren Arbeitsalltag im Weltraum."
[Zitiert von der Homepage des Ausstellungszentrums.]

Ich war gespannt darauf, was mir dort über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Raumfahrt gezeigt werden würde. Der Eintrittspreis von 9,50 Euro deutete auf ein Ausstellungserlebnis der Extraklasse hin. Schließlich stellt die Ausstellung eine Werbeveranstaltung für die ESA dar und wenn man dann noch knapp zehn Euro drauflegen soll, dann ist die Erwartungshaltung groß.

Die Dame am Empfang war sehr freundlich und entgegenkommend. Dass alle Ausstellungstexte auch auf Deutsch angeboten werden, gehört ebenfalls zu den sympathischen Facetten dieses Ausstellungshauses.

space-expo-nordwijk

Die Ausstellung beginnt mit einem Tunnel, in dem beeindruckende Fotos aus dem All gezeigt werden.
Anschließend, in der eigentlichen Ausstellung, gibt es zahlreiche Interaktionsmöglichkeiten, hübsche Inszenierungen, ein paar Exponate, die ihren eigenen Reiz haben, viele Fotos und Texte, die gerade die richtige Länge haben.

history

Zum Zeitpunkt seiner Eröffnung, 1990 (?), war diese Ausstellung, im Hinblick auf die Ausstellungsgestaltung und die eingesetzten Medien, ohne Zweifel eine der modernsten in Europa.

Doch nun schreiben wir das Jahr 2011. Der Weltraum ist noch immer der gleiche. Doch die Interessen der Wissenschaft haben sich verändert, die in der Ausstellung gezeigten Bilder aus dem All faszinieren kaum noch, weil sie inzwischen jeder kennt und alle Besucher dürften sich inhaltlich enttäuscht von Nachrichten fühlen, die sie schon vor mehr als zehn Jahren in der Zeitung gelesen haben. Wie enttäuschend nicht funktionierende PC-Stationen und andere nicht funktionierende Interaktionsangebote sind, kann sich jeder Besucher und jeder Ausstellungsgestalter selbst ausmalen.

Astronaut Kuipers
André Kuipers sein Astronauten-Anzug
[Als Beitrag zur Figurinen-Sammlung von Nina Gorgus.]

Die Space Expo ist in die Jahre gekommen. Insofern ist sie ein Ausstellungsort, dessen Besuch ich all denjenigen dringend ans Herz legen möchte, die heute interaktive Ausstellungen ausschreiben oder anbieten: Kommunalbeamte und Tourismusexperten auf der einen Seite, Ausstellungsgestalter und Erlebnisdesigner auf der anderen Seite.

Je mehr Technik zum Einsatz kommt, je mehr sie dem aktuellen Zeitgeschmack entsprechen, um so kurzlebiger sind Ausstellungen. Das können sie in Nordwijk eindrucksvoll lernen, wenn Sie es nicht sowieso schon wussten.
Ein guter Ort, um über die Vergänglichkeit oder - besser noch - die Nachhaltigkeit von Ausstellungen nachzudenken!

Mehr:
Homepage der Space Expo

Kontrast: Teylers Museum (seit 1784) und mein Senf dazu.

Donnerstag, 1. September 2011

Brückner in den Niederlanden: Das Scheepvaartmuseum

Auch da wird er gut sein. Hoffe ich.

Wenn ein Museum, das was auf sich hält, im deutschen Sprachraum (wieder-)eröffnet wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es vom Atelier Brückner gestaltet wurde.

Dass der Brückner in Brüssel aktiv ist, wussten wir ja schon. Dass er nun auch dem Scheepvaartmuseum in Amsterdam neues Leben einhaucht, hat mich überrascht. Gleichzeitig aber auch sehr gefreut. Ein deutscher Gestalter in einem der renomiertesten Museen von Amsterdam? Wer hätte sich das noch vor 10 Jahren vorstellen können?

Geil! Europa ist möglich. Und die Königin ist auch dabei. Was will man mehr?

Ich freue mich auf den nächsten Besuch in Amsterdam. Nach dem 2. Oktober...

Links:
Scheepvaartmuseum
http://www.atelier-brueckner.de/

Futterkiste

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museologie(at)gmx.de

Kommentare

Danke sehr!
Danke sehr!
Joern Borchert - 2015-01-14 00:42
Toller Artikel!
Hallo Herr Borchert, ich fand den Artikel sehr interessant. Herzlichen...
Perfectrix - 2014-11-20 09:37
Einladung an Nina
Danke Dir für die netten Worte. So wie ich Dir...
Joern Borchert - 2014-06-20 23:47
Feuerlöscher
Lieber Jörn, super, dass Du die Serie startest...
nina gorgus - 2014-06-11 09:45
Richard lebt!
Schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen. Werde...
Joern Borchert - 2014-05-30 19:50

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