Kunst- und Wunderkammern

Samstag, 20. August 2011

C.Willson Peale: Der Künstler in seinem Museum

Ein Künstler inszeniert sich und sein Werk. Was für ein Bild!

Man beachte auch die Details!

Charles Willson Peale (American, 1741–1827)
The Artist in His Museum, 1822
Oil on canvas; 8 ft. 7 3/4 in. x 79 7/8 in. (263.5 x 202.9 cm) Courtesy of the Pennsylvania Academy of the Fine Arts, Philadelphia, Gift of Mrs. Sarah Harrison (The Joseph Harrison Jr. Collection) (1878.1.2)

Wenn Sie eine bessere Auflösung wünschen, dann klicken Sie bitte auf diesen Link und dann dort noch einmal auf das Bild. Ganz nebenbei stoßen Sie dann noch auf Worte, die ihn beim Sehen helfen.

Freitag, 19. August 2011

Wundervoll! Das Teylers Museum in Haarlem

Museumseingänge werden meist unterschätzt.

Vermutlich gehört das Teylers Museum in Haarlem zu den Top Ten in der heimlichen Hitliste der Museologen und Ausstellungsgestalter. Weltweit!

Teylers-Kunst-IMG_6911

Zum einen, weil es das älteste Museum der Niederlande ist und einen Blick in die Ausstellungspraxis um 1800 erlaubt. Zum anderen, weil es deutlich macht, dass Ausstellungen auch ohne PC-Stationen, Multimedia und körperliche Interaktionen funktionieren und Faszination hervorrufen können. Ja, sogar heute noch!

Kunstbetrachter

Und nicht nur das. Dieses Museum ist so nachhaltig wie nur wenige. Oder warum fühlen sich die Besucher von heute noch immer vom Teylers Museum angesprochen? Da muss nichts neu gestaltet, neu konzipiert, neu erfunden werden. Es ist gut so, wie es ist. Und das seit vielen, vielen Jahren.

[Mir gibt das zu denken, weil etwa in Minden - und sicher auch in anderen Städten- alte, gewachsene Museen ihrer Aura beraubt werden, indem sie modernisiert und didaktisch glatt gebügelt werden. So, dass sie zwar politisch korrekt Geschichte vermitteln, aber jede Strahlkraft verlieren. Vielleicht sollte man die Verantwortlichen zu einer einer Dienstreise nach Haarlem zwingen? Dort werden sie die Lektion sofort verstehen, die sie lernen müssen, wenn sie Museen eine Zukunft geben wollen.]

Das Teylers fasziniert, weil es authentisch und thematisch sehr heterogen ist. Es funktioniert seit 200 Jahren, weil es ein Sammelsurium ist. Ein unaufdringliches Sammelsurium von Steinen und Knochen, Kunst und Zeugnissen aus den Anfängen der Naturwissenschaften. Präsentiert in alten Vitrinen und Schränken, die allein schon sehenswert sind und jeden Besucher auf emotionaler Ebene berühren.

Haarlem-Teylers-Museum

Ich war besonders von der physikalischen Sammlung begeistert. Wäre ich nicht im Familienverband da gewesen, ich hätte Stunden dort verbracht. Einfach irre, was da zusammengetragen wurde.

Elektrisiermaschine

Das Teylers Museum schenkt allen etwas. Dem Papa, der Mama und den Kindern auch. Dass es auch einen Sonderausstellungsbereich gibt, in dem die Themen aufgegriffen werden, die uns heute beschäftigen, steigert seinen Reiz noch.

Teyler-Museum-harlem

Aktuelle Sonderausstellung: Games & Gadgets
Sonderausstellung Gadgets and Games

Alle, die mehr wissen wollen, werden hier sehr gut bedient:

Homepage: das Museum heute und seine Exponate

Teylers Universe: zur Geschichte des Museums und seiner Sammlungen

Detaillierte Informationen zur Physikalischen Sammlung


P.S.: Gottfried Fliedl freute sich in seinem Blog darüber, dass er das Gipfelchen des Mont Blanc dort gefunden hatte.
Vielleicht besucht er nächstes Jahr noch einmal Haarlem, um dann diese Sonderausstellung dort bewundern zu können:
Het topje van de Mont Blanc
29 mei t/m 16 september 2012

Dienstag, 3. Mai 2011

Julius von Schlosser: Die Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance

Schlosser, Julius von:
Die Kunst- und Wunderkammern der Spätrenaissance: ein Beitrag zur Geschichte des Sammelwesens
Leipzig, 1908 (mit zahlreichen Abbildungen)

Nun digital (auch als PDF) bei der Universitätsbibliothek Heidelberg aufrufbar.

Allen Museumsfreaks zur Lektüre empfohlen.

Donnerstag, 3. März 2011

Tagung: Museums and Exhibitions as Materialisation of Knowledge Orders

Vom 13.-15. April 2011 findet in der Universität zu Köln, im
"Internationalen Kolleg Morphomata.
Genese, Dynamik und Medialität kultureller Figurationen" die o.g. Tagung statt. So blöd dahergeschwurbelt der Titel des Kollegs ist, so interessant könnten einige Beiträge dieser Tagung werden.

Das Tagungsprogramm finden Sie HIER. [Allem Anschein nach sucht das Kolleg noch nach beeindruckenden Worten und konnte deshalb zu dieser Tagung noch keine weiterführenden Informationen online stellen. Ich habe bis jetzt jedenfalls nichts auf ihren Seiten gefunden und auch keine Lust mehr weiter zu googeln. :-( Umsomehr danke ich framerfamed.]

Einen Vortrag würde ich besonders gerne hören:

Alain Schnapp (Université Paris, Klassische Archäologie):
Aesthetics of ruins, aesthetics of cabinets of curiosities from the Ancient Near East to the Enlightenment.

Den gibst am 13. April, um 19:30 Uhr in Köln zu hören. Wo? Keine Ahnung. Vielleicht im Weyertal 59 (Rückgebäude).

Fragen Sie bei Interesse bei Morphomata nach.

Freitag, 28. Januar 2011

Coole Idee: Das Erbe von Louis Mantin

Visitez Moulins en Auvergne

Sie erben ein paar Millionen. Investieren sie in ein Haus und ein breitgefächertes Spektrum von Sammelleidenschaften. Dummerweise finden Sie kein Weib, dass diese Leidenschaften mit Ihnen teilt. Kinder bleiben aus und anderen Verwandten wollen Sie auch nichts vererben, weil die das, was Sie bewegte, doch nie goutierten. Dennoch möchten Sie nach Ihrem Ableben nicht vergessen werden. Was also tun?

Louis Mantin löste das Problem, indem er sein Anwesen nebst aller Inhalte (Mobiliar, Kunst, Sammlungen) der Stadt Moulins vermachte. Unter der einzigen Auflage, dass diese 100 Jahre später daraus ein Museum machen sollte, das an ihn erinnert. So blieb sein Haus 100 Jahre fast unangetastet.

um 1900

Im Herbst letzten Jahres wurde das Museum eröffnet. Fünf Jahre zu spät. Doch wer will angesichts dieses schönen Erbes schon kleinlich sein? Die Stadt Moulins jedenfalls war es nicht und investierte 3,5 Mio. Euro in die Sanierung des Gebäudes und Restaurierungsarbeiten. Wie immer in solchen Fällen ist zu befürchten, dass des Guten zu viel getan und viel zu viele Falten weggespritzt und übertüncht wurden.

Wie auch immer: Die französische Provinz hat eine Attraktion mehr. Sie sollten also Moulins/Auvergne auf Ihrer diesjährigen Urlaubskarte rot anstreichen.

Mehr zum Haus von M. Louis Mantin:

Die offizielle Seite der Stadt Moulins dazu.

Artikel (fr.) mit ein einer kleinen Diaschau.

Blog: Patrimoine de France

Andere Bilder nebst Kommentaren (engl.)

BoingBoing (engl.)

auf deutsch

und bei Arte gab's einen Dokumentarfilm von André Dartevelle dazu, den Sie hier herunterladen (600 MB) können.


PS: Heutige Multimillionäre können ja mal darüber nachdenken, ob nicht auch sie in 100 Jahren noch in Form eines Museums präsent sein wollen. Mit all ihren Schrullen, Reisemitbringseln und Rasierpinseln. Unsere Enkel würden sich sicher freuen.

Samstag, 30. August 2008

Fotografien aus amerikanischen Naturkundemuseen


Together Forever
Meera Sethi hat viel zu spät, wie sie sagt, die Wissenschaftsmuseum als Erlebnisräume für sich entdeckt und versucht nun ihre Begeisterung für die dort gezeigten Exponate und die Atmosphäre dort, fotografisch umzusetzen. Mit Erfolg, wie ich meine.

Sie hat dazu nicht nur ein Essay geschrieben, sondern auch eine Vielzahl ihrer Fotos bei flickr eingestellt. Pas mal.

[gefunden bei boingboing]

Sonntag, 20. April 2008

Gottorffische Kunst-Kammer worinnen allerhand ungemeine Sachen

Kunstkammer in Gottorf

Bibliodyssey zu besuchen, ist immer ein visuelles Vergnügen. Ein besonderes ist es für mich, wenn es Bilder gibt, die einen Museumsbezug haben. Jetzt war es wieder einmal soweit.

Letzten Mittwoch gab es Bilder aus und einige Links zu der Gottorffischen Kunst-Kammer.
Danke!

Donnerstag, 27. September 2007

Blog: Cabinet of Wonders

Seit März gibt Heather McDougal ihren Blog "Cabinet of Wonders. Bringing the Early Age of Enlightenment to the modern World" heraus.
Da gibt es manch Wundersames zu entdecken. Zeit also, ihn der Blogroll hinzuzufügen.

Dienstag, 17. Juli 2007

Die Entdeckung der Natur - Sonderausstellung in Wien

Bevor es untergeht: Noch bis zum 3. September gibt es im Naturhistorischen Museum Wien noch einmal die Sonderausstellung "Die Entdeckung der Natur. Naturalien in den Kunstkammern des 16. und 17. Jahrhunderts" zu bewundern.

Ja, das ist die Ausstellung, die letztes Jahr in Schloss Ambras präsentiert wurde. Na und? Es gibt sicher noch Menschen, die Freude an dieser Ausstellung haben werden. Vielleicht sogar zum zweiten Mal.

Ripleys Believe or not - oder da kommt was auf uns zu...

345348420 11f1b97d3d by iirraa
[Das Foto verdanken wir iirraa bei flickr]

Was es nicht alles auf der Welt gibt...

Futterkiste

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museologie(at)gmx.de

Kommentare

Danke sehr!
Danke sehr!
Joern Borchert - 2015-01-14 00:42
Toller Artikel!
Hallo Herr Borchert, ich fand den Artikel sehr interessant. Herzlichen...
Perfectrix - 2014-11-20 09:37
Einladung an Nina
Danke Dir für die netten Worte. So wie ich Dir...
Joern Borchert - 2014-06-20 23:47
Feuerlöscher
Lieber Jörn, super, dass Du die Serie startest...
nina gorgus - 2014-06-11 09:45
Richard lebt!
Schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen. Werde...
Joern Borchert - 2014-05-30 19:50

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