Kunst(museen)

Samstag, 14. Juni 2008

Basel: Die Anatomie der Ducks

naturhistorisches-museum-bern-animatus
Anas Animatus © Arario Gallery

Wer wissen will, wie die Anatomie von Bugs Bunny, Tom & Jerry oder Donald Duck aussieht, der sollte demnächst einmal das Naturhistorische Museum in Basel aufsuchen und sich dort die Ausstellung "Animatus" ansehen. Sie zeigt Werke des südkoreanischen Künstlers Hyungkoo Lee, der mit der akribischen Methodik eines Fossilienforschers darstellt, wie das Innenleben der beliebten Comic-Figuren wohl aussehen mag. In 3D und mit einem Humor, der nicht entstehen könnte, wenn der Künstler nicht so ernst wäre. Toll!

Kunst-as-Kunst-can! Das macht Freude. Also hin!

Bis zum 31. August haben sie noch Gelegenheit, zu erfahren, dass Kunst und Wissenschaft sich lustvoll gegenseitig berühren können.

Freitag, 16. Mai 2008

Alle Kohle für die Kunst: Die Bildersammlung des Konditormeisters

Johann Valentin Prehn (1749 - 1821) in Frankfurt am Main ist Gegenstand eines Aufsatzes, den Felix Thürleman 1998 verfasst hat.

Lesenswert!

[Gefunden bei Art-Dok]

Samstag, 10. Mai 2008

Figuration narrative im Grand Palais

Claire Maingon besuchte am 7. Mai die Ausstellung "Figuration narrative. Paris 1960-1972" im Grand Palais/Paris und war davon sehr angetan. Kann ich nachvollziehen.

Was die Figuration narrative ist und bedeutet, beantwortet Ihnen der Kurator der Ausstellung, Jean-Paul Amline:
”Viele Künstler sagen sich: 'Die Malerei muss genauso viel über die Welt aussagen wie der Film, die Fotografie oder ein Plakat. Die Malerei soll genauso wirken wie die anderen Medien'.
Die narrative Figuration entsteht 1964: Zwei junge Maler, Bernard Rancillac und André Télémaque, trommeln mit Hilfe eines Kunstkritikers über dreißig Künstler für eine Ausstellung zusammen. Ihr Titel: "Alltagsmythen". Ihr Ziel: die abstrakte Malerei von ihrem Thron holen. Und so entstand eine neue Bewegung."

Wenn Sie mehr über diese Kunstrichtung und die Ausstellung wissen wollen, dann finden Sie fast alles HIER.

Die Ausstellung endet am 13.07.2008.

Dienstag, 6. Mai 2008

Interaktivität in Kunstmuseen?

Sandra Ben-Haim, Curator of Education at the Plains Art Museum/ Fargo ND hat sich zur Interaktivität in Kunstmuseen ein paar Gedanken gemacht und diese 2006 in ihrer Magisterarbeit verewigt.

In der Tat: kaum ein Museumstyp öffnet sich zeitgemäßen Formen der Informationsvermittlung so langsam, wie die Kunstmuseen. Da ist sehr viel mehr zu tun, als Führungen oder Workshops anzubieten, um die Besuchszahlen wenigstens auf dem Niveau zu halten, auf dem sie sind.

[gefunden bei Museum-Ed]

Freitag, 4. April 2008

Impressionen

Ausstellungen zum Impressionismus hat es schon viele gegeben. Fest verankert im Kanon des Bildungsbürgers garantieren sie mehr oder minder hohe Besucherzahlen. Kein Wunder also, dass wir in den Museen des In- und Auslandes Jahr für Jahr Impressionisten vorgeführt bekommen. Die Museen steigern auf diese Weise ihren Umsatz und wir können uns vergewissern, dass unser Kanon noch gültig ist.

Was uns Halt gibt, langweilt jedoch in zunehmendem Maße Kuratoren und Kunsthistoriker. Kein Wunder also, dass nach neuen Themen und Wegen gesucht wird, dem Impressionismus wieder etwas mehr Pfeffer zu geben. Verdient hat er es sowieso.

Impressionistinnen Schirn Frankfurt 2008
Impressionistinnen in Frankfurt.
Foto: Norbert Miguletz

In der Frankfurter Schirn Kunsthalle setzt man auf Gender und versucht mit der Ausstellung "Impressionistinnen" vier Künstlerinnen als bedeutungsvolle Vertreterinnen des Impressionismus aufzubauschen. Marketingtechnisch ist das sicher nicht blöd. Schließlich sind es gerade Frauen, die gerne Kunstmuseen aufsuchen und sich deshalb freuen dürften, wenn ihnen nahe gebracht wird, dass Frauen eine bedeutende Rolle im Impressionismus spielten. Das tut der Seele mancher weiblichen Wesen ebenso gut, wie diese These etwas waghalsig sein dürfte.

WRM 2008 Impressionismus
Impressionismus in Köln. Foto: Jörn Borchert

In Köln verzichtet man auf derart gewagte Thesen, konzentriert sich auf die Basics der Malerei und veranstaltet wohl erstmalig in einem deutschen Kunstmuseum eine Ausstellung, die mehr tut, als Bilder an die Wand zu nageln. Hier wird nicht nur schöngeistig herumgeträumt, sondern auch etwas getan, Kunst verständlich und inspirierend zu machen. Mit der Ausstellung "Impressionismus. Wie das Licht auf die Leinwand kam" bekommen nicht nur Laien Gelegenheit, wirklich zu begreifen, was das Revolutionäre des Impressionismus war. Einer Revolution, die so bedeutsam war, dass sie Kunstliebhaber offenbar bis heute fesselt.

Wie macht sie es? Die Kölner Ausstellung fragt danach, wo, wie und womit gemalt wurde. Welche Hinweise auf das Entstehen eines Werkes kann man in Gemälden entdecken? Was verändert sich, als die Farbe aus der Tube quillt? Hier der Hinweis auf Hilfsmittel zur Konstruktion der Perspektive. Dort die Spur einer Arretierung mit der der Malgrund daran gehindert wurde, von der Meeresbrise fortgeweht zu werden. Da ein Blick auf die Signatur - und ihre Fälschung.

WRM 2008 Impressionismus
Köln. Foto: JB

Viele weitere Aspekte werden genannt. Aspekte, die auch den kunsthistorisch unvorgebildeten Besucher an die Malerei praktisch heranführen. Wo er gleichsam neben der Leinwand stehen darf und in allen Einzelschritten nachvollziehen kann, wie sie bemalt wird. Das zeitigt nicht nur Erkenntnisse, die gewöhnliche Kunstausstellungen nicht liefern, sondern holt die Kunstwerke vom hohen Sockel der Kunst, lässt sie als inspirierende Artefakte erscheinen, die dazu anregen, selbst einmal zu versuchen, ein impressionistisches Gemälde zu malen. Doch! Das darf man auch heute noch!


Ich fahre noch 'mal nach Köln!

Zu beiden Ausstellungen gibt es übrigens ein Symposium:

Frankfurt: "Impressionism is feminine —Impressionismus ist weiblich"

Köln: "Maltechnik des Impressionismus und Postimpresionismus."



Mehr:

Ausstellungsdesign der Kölner Ausstellung: designatics

Zur Frankfurter Ausstellung: Ingrid Pfeiffer in der FR.

Dienstag, 11. März 2008

Museale Erotik im TV

Am 24.03.2008 sendet Arte um 00:55h - 02:10h : "Geheime Museen - Verborgene erotische Kunstwerke."

Montag, 10. März 2008

Das Arp-Museum: Viel Weiß, viel Glas, viel Nichts

kuerbis arp museum remagenbeschriftung kuerbis arp museum remagen rolandseck

Na endlich! Endlich fühlte ich mich stark genug auch einmal das Arp-Museum in Remagen-Rolandseck zu besuchen. An einem Sonntag im März. Um 17 Uhr. Zu einer Zeit also, wo Stille im Museum herrschte. Außer mir waren noch eine Besuchergruppe und vielleicht fünf Einzelbesucher im Haus. Daraus ergab sich, dass permanent etwa zwei Personen des Aufsichtspersonals mir ihre ganze Aufmerksamkeit schenken konnten. Da gehe ich schon einmal in ein Kunstmuseum, um in aller Ruhe ein paar Kunstwerke mitgehen zu lassen und dann stehen ständig zwei Menschen hinter mir. Das trübte den beabsichtigten Kunstgenuss sehr.

Also blieb mir nichts anderes übrig, als mir das Gebäude und die Ausstellungen anzusehen. Was soll ich über die Ausstellungen sagen? Im alten Bahnhof ist eine Ausstellung von Anton Henning zu sehen. Dem Mann, der das Bistro "Interieur No. 253" im Hause ausgestaltet hat. In den Ausstellungspavillon zwischen Bahnhof Rolandseck und Meier-Bau wurden einige Werke des Bildhauers Johannes Brus gestellt. Anselm Kiefer, der bekannt-berühmte, füllt mit zwei handvoll Werken eine Etage und ganz oben gibt es dann den "Magneten" Arp. Offen gestanden: insgesamt haben mich die Ausstellungen nicht vom Hocker gerissen. Am ehesten noch die von Henning. Kiefer ist immer irgendwie berührend und Arp immer ziemlich langweilig. Nennenswerte Hilfen, ihre Werke einordnen und interpretieren zu können, fand ich keine. Es bleibt mir ein Rätsel, wie man darauf kam, soviel Geld zu investieren, um einem so langweiligen Künstler wie Arp mit seinen Laubsägearbeiten und plastischen Übungen einen solchen Palast zu bauen.

Und da sind wir schon beim Gebäude. Im Eingangsbereich, der an eine Krypta erinnert, finden wir die Kasse, den Shop und die Garderobe. Ich möchte dort nicht den ganzen Tag tätig sein. Muss ich auch nicht. Denn nachdem ich acht Euro abgedrückt habe, darf ich um ein paar Ecken herum und durch einen Tunnel hindurch zum Museum auffahren. In einem Fahrstuhl, der Freude macht, weil er das Bauen nahe bringt. Angelangt im Meier-Bau ist man überrascht, dass ein Gebäude mit so vielen Fenstern so dunkel sein kann. Alle Fenster sind verhängt. "Das Licht schadet den Kunstwerken", sagt mir eine Aufseherin, nachdem ich sie gefragt hatte, wie man bei dem Licht wach bleiben kann. Ich vermied es, ihr zu entgegnen, dass es Möglichkeiten gibt, Kunstwerke zu beleuchten, ohne ihnen zu schaden.

Es ist gut nachvollziehbar, dass Richard Meier einen Bau mit vielen Fenstern konzipiert hat. Doch sicher nicht nur ich bekam im Meier-Bau einen Triebstau. Denn man muss sich schon die Stellen suchen, wo man einen Ausblick ins schöne Rheintal hat. Offenbar sollten die Ausblicke omnipräsent sein. Sind sie aber nicht, weil sie aus konservatorischen Gründen verhängt werden. Und das schon bei Werken von Arp und Kiefer, die konservatorisch eigentlich leicht handhabbar sind. So entsteht eine Atmosphäre der gedämpften Freude, die vehement dem Zustand der Museumsmüdigkeit Vorschub leistet. Schade!

Dass mir Weiß, als Farbe der Feiglinge, nicht sonderlich gefällt, muss ich hier nicht weiter ausführen. Weiß und Grau sind die vorherrschenden Farbtöne. Während Grau, putztechnisch gesehen, unproblematisch ist, frage ich mich, wie die allvorherrschenden weißen Flächen wohl in einem Jahr aussehen mögen. Schon jetzt beginnen einige, unschön auszusehen.

Fazit: Ein Gebäude, das für manche reizvoll sein mag. Für mich weniger, weil es seine Funktion nicht optimal erfüllt. Im Unterhalt zu teuer bei zu geringer Informations- und Erlebnisqualität.

Im Vorbeigehen hörte ich immer wieder: "Zu teuer!" Ich vermute, dass das auf die Eintrittspreise bezogen war. Ein Erwachsener muss acht Euro für den Eintritt entrichten. Doch für sehr viel mehr als eine Stunde wird sich wohl kaum niemand im Arp-Museum aufhalten, wenn er nicht das wirklich attraktive Bistro aufsucht.

Man darf gespannt sein, wie zukünftig das Arp-Museum mit Leben und Besuchern er- und gefüllt werden soll, wenn das Feuer der Skandale erloschen ist. Wie es in etwa die Besucherzahlen erreichen will, die das benachbarte Max-Ernst-Museum in Brühl erreicht.
Keine leichte Aufgabe für die Kuratoren.

Mehr:

+ Arp-Museum
+ Avantgarde- der Kunstblog

Freitag, 22. Februar 2008

Die etwas andere Web- und Kunstbetrachtung

Eben gerade erst habe ich ISSUU entdeckt. Ein Internetangebot, dass zahlreiche Publikationen anbietet und es auch erlaubt PDFs buchähnlich auf dem Bildschirm anzeigen zu lassen. Besser kann ich das nicht formulieren. Am besten Sie schauen sich einmal ein Beispiel an.

Etwa das Buch des Ethnologen (!) Hubert Comte: L'art, et la manière de le regarder. Editions volets verts, 2000. Ein nettes Buch. Ein Buch, das all denen neue Perspektiven geben will, die sich in Museen langweilen. Und das sollen ja nicht wenige sein.


[via netbib]

Samstag, 8. Dezember 2007

Arp-Museum: eine Kündigung, die keine war?

Nachdem man dem Arp-Verein die Kooperation schon aufgekündigt hat, soll das Land Rheinland-Pfalz nach dem Willen Ihres Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) auf ein außergerichtliches Schlichtungsverfahren eingehen, dass die Rechtsanwälte des Arp-Vereins vorgeschlagen haben. Laut SWR sagte Beck:" Möglicherweise könnten mehrere neutrale Fachleute mit einem Schlichtungsversuch beauftragt werden. Sie müssten juristisch versiert sein und genügend Kunstsachverstand besitzen."

Neutrale Fachleute einzusetzen ist immer gut. Warum diese allerdings "Kunstsachverstand" haben müssen, verstehe ich ich nicht. Vermutlich meinte Herr Beck wohl eher ausgewiesene museologische Fachkenntnisse und Vertrautheit mit den diesbezüglichen Code of Ethics nebst relevanter juristischer Kenntnisse. Denn bisher scheinen diesbezügliche Fachkenntnisse bei den Verhandlungen mit dem Rechtsanwaltsverein aus Rolandseck, keine große Rolle gespielt zu haben.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Ein Van Gogh gehört nach Auvers-sur-Oise

tableau

Wenn Sie auch der Meinung sind, dass wenigstens ein originaler van Gogh nach Auvers gehört und ein paar Euro übrig haben, dann schauen Sie mal bei "Van Goghs Dream" vorbei. Bis zum 7. November können Sie noch daran mitwirken, dass das Gemälde "Die Felder" (F 761) wieder nach Auvers zurückkehrt.

Kulturelle Welten

Dies und das aus der Welt der Kulturvermittlung: etwas über Museen und Ausstellungen, Lichter in der Nacht und was Jörn Borchert sonst noch so ge-, miss- und auffällt. Ein Klick auf den Header bringt Sie zu den neuesten Meldungen. Eine mail an museologie[at]gmx[Punkt]de direkt zu mir.

Dieses Blog durchsuchen

 

Google Translator

Kommentare

Schlafen im Museum
Da bin ich ja mächtig gespannt, was man außer...
Nina (anonym) - 2008-06-30 17:19
Aber, aber...
Lieber GP, dass man in der französischen Diaspora...
Joern Borchert - 2008-06-24 23:32
Sperrgut
Natürlich ist Denken wichtig. Und Erinnern auch....
GP-F (anonym) - 2008-06-23 21:30
Noch nie so viel
In Paris wird diese Ausstellung immer wieder erwähnt,...
Madeleine (anonym) - 2008-06-16 22:50

Alle Links in neuen Fenstern öffnen? Wenn ja: Häkchen setzen.

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Neuestes aus Kulturblogs auf einen Blick

xFruits

Status

Online seit 1038 Tagen

Was andere bloggen: Ninas Museumsblog

Sitzen im Museum IV
<a onblur="try {parent.deselectBloggerIma geGracefully();}...
Tamm eröffnet sein Museum
Hamburg hat ein neues Museum - das <a href="http://www.internati onales-maritimes-museum.de /">Internationale...
Kunst bewohnen
<a href="http://www.bewohnte- kunst-installation.de/">Be wohnte...
Kassel, ohne Documenta
<a href="http://de.wikipedia. org/wiki/K%C3%B6nig_Lustik ">Köng...
Sitzen im Museum III
<a onblur="try {parent.deselectBloggerIma geGracefully();}...
Kunst erlaufen
Noch bis zum 22. Juni ist im Rahmen der <a href="http://www.kunstraeu me-bayern.de/">Kunsträume. ..
Vogelscheuchen angucken
<a onblur="try {parent.deselectBloggerIma geGracefully();}...
Ein echter Geheimtip
Wenige spielen Fußball, (fast) alle schauen zu:...
Sitzen im Museum II
<a onblur="try {parent.deselectBloggerIma geGracefully();}...
Mut zur Frau
Nach langem Suchen im In- und Ausland, Gerüchten...

Zufallsbild

Museums secial new york times
<br />
copyright: Librado Romero/The New York Times

Futter

xml version of this page
Wenn Sie meine Beiträge per e-mail bekommen möchten, klicken Sie bitte hier:

User Status

Du bist nicht angemeldet.