Kunst(museen)

Donnerstag, 22. Mai 2014

Porträts vom Bonner Sperrmüll: Familie und Maler gesucht

Ende der 1980er Jahre stöberte ich gerne auf dem Sperrmüll herum. Damals konnte man dort noch mehr oder minder gute Möbel für die Studentenbude und manch andere Dinge finden, die einem Historikerherz Freude machten. Da konnte man nächtens noch in Ruhe den Müll durchstöbern, ohne von osteuropäischen Konkurrenten gestört zu werden und Dinge finden, die sicher nicht auf den Müll gehörten.

Ende der 1980er Jahre fand ich so auf dem Sperrmüll drei Porträts.

endenich-maedchen-100_4322
endenich-junge-100_4328
endenich-mann-100_4324

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich diese drei Gemälde neben der mitten in Endenich gelegenen Apotheke fand. Auch wenn ich sie nie als Wandschmuck einsetzte, trennen mochte ich mich dennoch nie von ihnen. Mit ihnen sind sicher Geschichten verknüpft. Wenigstens die der abgebildeten Personen und die des Malers, der allem Anschein nach kein ganz blutiger Laie war.

Seine Signatur
Signatur

Ich poste die Porträts hier in der Hoffnung, dass irgendwer eine Idee hat, um welche Personen es sich handeln und wer der Maler (s. Signatur) gewesen sein könnte, der diese Personen um 1940 herum portraitierte.

Wer kann mir weiterhelfen?

Montag, 13. Januar 2014

Gerade gelesen > Nicole Zepter: Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe.

Zepter-Kunst-hassen

Unverhofft schenkte mir ein ferner Freund dieses Büchlein, weil er meinte, dass es zu mir passen würde.
Und wie das zu mir passt. Volltreffer!

Nicole Zepter spricht mit ihrem Buch das Meiste von dem an, was mir an Kunstmuseen nicht gefällt und vermittelt mir das angenehme Gefühl, nicht alleine mit meiner Enttäuschung zu sein.

Sie liebt, so wie ich, die Kunst, die Gedanken frei setzt, Gefühle hervorruft. Manchmal schöne, zuweilen unbequeme, immer aber immer solche, die irritierend sein sollten. Auf die Präsentation von Kunst, wie sie einem an der Uni beigebracht wird, steht sie ebensowenig, wie auf die Konventionen des hochnäsig, dünkelbehafteten, neureichen Kunstbetriebs, so wir ihn kennen. Einem Betrieb, dem wir uns unterordnen, ohne das zu müssen. Zu unserem eigenen Schaden. Niemand hat uns jemals verboten, auch in in einem Kunstmuseum Freude oder gar Spaß zu empfinden.

Doch meist gelingt uns das nicht. Wir passen uns Gepflogenheiten an, die uns die Museen und Ausstellungshäuser vorzugeben scheinen. Halten die Klappe, tun so als ob, tun kulturinteressiert, bleiben leise, lachen auch nicht laut ... und verlangen schon gar nicht unser Geld zurück, wenn eine Ausstellung wirklich Scheiße war. Warum eigentlich nicht? Bei jeder Fluglinie würden wir nach einer Bruchlandung sofort das Geld zurück verlangen und auf Entschädigung bestehen.

Darum geht es in etwa in dem Buch von Nicole Zepter, dass flott geschrieben, schnell zu lesen und mancher Stelle auch wirklich amüsant ist.

DOCH!

-Hier kommt jetzt die Kritik am Büchlein. -

Nachdem Nicole Zepter alles beschrieben hat, was dazu beigetragen hat, warum die Museen nicht mehr am Puls der der Zeit sind, lässt sie uns etwas unbefriedigt ganz allein im Regen stehen. Nach dem Verriss kommt nichts mehr.

Ich nehme ihr sofort ab, dass sie von dem enttäuscht ist, was unsere Museen uns als Kunst verkaufen wollen. Ebenso ist es wirklich langweilig, in allen großen Häusern, in immer gleicher Umgebung (white cube), dauernd Kunstwerke von immer denselben Künstlern ansehen zu müssen.

So schätzenswert ich dieses Büchlein finde, so sehr vermisse ich die Kapitel, die Vorschläge gemacht hätten, was man tun könnte, um ein anderes Kunstverständnis in der Gesellschaft zu befördern und die Museen zu wesentlich freudvolleren Orten werden zu lassen.

Angefangen mit dem Kunstunterricht in den Grundschulen, wo Kreativität nichts anderes als Reproduktion bedeutet und da endend, wo Kunsthistoriker nicht den Mut haben, mal aus ihrem Becken zu springen und Neues, Ungewöhnliches oder gar etwas zu wagen, was man in einem Kunstmuseum nie erwartet hätte.

Es gäbe da so viele Möglichkeiten. Warum nutzt man sie nicht und pflegt weiter die bildungsbürgerlichen Ideen des 19. Jahrhunderts?

Mit Verlaub, auch Nicole Zepter scheint sich noch nicht ganz von diesen Ideen gelöst zu haben. Vielleicht hätte sie einfach nur ein halbes Jahr weiter recherchieren und nachdenken müssen. Vielleicht denkt sie ja auch darüber nach, ein zweites Büchlein zu schreiben. Eines mit dem Titel: "Kunst lieben. Wie geht das?"

Doch immerhin hat sie die Gegenwart der meisten Kunstmuseen schon mal so verrissen, das der Weg in die Zukunft nicht mehr weit sein kann. In eine Zukunft der Kunst, die nicht nur bloß Spekulationsobjekt ist, sondern ein Mittel, das die Welt (auch die der Kunst) mir und allen anderen Bildungsfernen und -feinden verständlicher machen könnte.

Zu unser aller Nutzen und Freude. Ach, was wäre das schön.

[Man darf ja wohl noch träumen. So wie Nicole Zepter]

Mittwoch, 6. November 2013

Fragen zur Sammlung Cornelius Gurlitt d.J. - nach der Lektüre von vielen Zeitungsartikeln

Wow! Man glaubt es kaum. Da hortet ein alter Mann über Jahrzehnte mehr als 1400 nicht ganz unbedeutende Kunstwerke in seiner Wohnung, lebt ganz auskömmlich vom Verkauf einiger Werke und jetzt erst kommt das durch einen blöden Zufall ans Tageslicht.
Klar, die Rede ist von Cornelius Gurlitt d.J.

Ich verzichte darauf, die Entdeckungsgeschichte hier noch einmal aufzurollen, da sie ja in allen Zeitungen der Republik gründlich durchgekaut wurde. Vielmehr will ich hier die Fragen festhalten, die sich mir nach der Lektüre zahlreicher Zeitungsartikel stellen.

1. Warum schreiben die meisten Zeitungen seit Tagen voneinander ab und machen sich so selten die Mühe, etwas Neues zum Thema herauszufinden?

Dabei wäre das gar nicht so schwierig. Schließlich gibt es seit ein paar Jahren eine Reihe von Kunsthistorikerinnen (und wenigen Kunsthistorikern), die mit der Recherche nach der Provenienz von Kunstwerken, die zwischen 1933 und 1945 auf dem Kunstmarkt waren, ihren Lebensunterhalt verdienen. Der Name Gurlitt ist ihr ständiger Begleiter. Wahrscheinlich träumen sie schon seit Jahren nachts von ihm. Warum befragt man sie nicht? Es wäre doch so leicht, sie mal zu befragen und ihre profunden Kenntnisse zu verwursten. Es gibt sehr viel mehr Experten zu dem Thema als allein Stefan Koldehoff oder Meike Hoffmann.


2. Warum dauerte es mehr als 18 Monate, bis dieser Fund, dank Focus, publik gemacht wurde?

Schliesslich hat auch die Bundesrepublik Deutschland die 1998 verabschiedete Washingtoner Erklärung unterschrieben.

Ich will nicht glauben, dass in das Kalkül einbezogen wurde, dass mit jeder Verzögerung die Zahl der Interessierten sinkt.


3. Warum wurden nicht sofort alle Anstrengungen unternommen, die aufgefundenen Kunstwerke in die genau für solche Fälle vorgesehenen und vorhandenen Datenbanken einzuspeisen?


In Deutschland wäre das die von Lost Art.

Die Datenbank, in der Liebermanns Reiter am Strand schon seit Jahren als Suchmeldung eingestellt sind. (Heute in der ZEIT gelesen)

Die Aussagen der Staatsanwaltschaft Augsburg, man müsse alle Werke erst einmal genau prüfen, um mögliche Rechtsverletzungen zu verhindern, erscheint mir als Scheinargument. Sicher wird kein Vorbesitzer etwas dagegen einzuwenden haben, wenn er ein längst verloren geglaubtes Kunstwerk aus der Sammlung seiner Familie im Internet endlich wiederfindet. Museen würden sicher auch nicht protestieren.

[Nachtrag: Ein Anfang ist gemacht > http://bit.ly/19eE717 + lostart.de zum "Schwabinger Kunstfund"]


4. Recherchieren die Schreibsklaven der Zeitungen nur noch im Internet, am Telefon oder auf der Straße?


Diese Frage stellte sich mir, als ich mich daran erinnerte, doch einen tollen Ausstellungskatalog zum Thema "Entartete Kunst" im Regal zu haben. Den hier.

Es kostete mich keine 15 Minuten, um eines der wenigen in den Medien bekannt gemachten Werke aus der Sammlung Gurlitt zu finden.
Das hier:

Leonie

Es handelt sich demnach um die Lithographie "Leonie", die Dix 1923 schuf und die in den Nazi-Ausstellungen zur "Entarteten Kunst" unter dem Titel "Dirnenkopf" gezeigt wurde. Ebenso ist diesem Katalog zu entnehmen, dass ein Druck dieses Werkes ursprünglich mal dem Kupferstichkabinett in Dresden gehörte, lange bevor es vermutlich in Schwabing landete.

Nebenbei: Die "Leonie" scheint ihren Weg in die Welt trotzdem gefunden zu haben. Googeln Sie mal - und erschrecken Sie nicht. Wirklich kein Anlaß für Sensationsreportagen.

5. Warum weiß niemand, wo Cornelius Gurlitt steckt?

Finden Sie das auch nicht reichlich seltsam? Da wird eine Kunstsammlung beschlagnahmt. Keiner weiß warum eigentlich. Mal angenommen aus guten Gründen. Und der Staatsanwaltschaft Augsburg ist es vollkommen egal, wo der Besitzer steckt. Wer glaubt, dass diese Geschichte wahr ist, der glaubt auch noch an das Gute im Menschen und ist überzeugt davon, dass es den "Hans im Glück" wirklich gibt. (Recherchetipp!)



Was ich eigentlich sagen will:

Aus meiner Sicht wird da von allen Seiten etwas sehr aufgeplustert und Manches sehr heruntergespielt.

Der Focus, dem diese Entdeckung zu verdanken ist, vergisst bei seinem Naziraubkunstmessie-Orgasmus jedwede Recherche, die weiterführen könnte und erinnert etwas an den Stern und Hitlers Tagebücher.
Die Staatsanwaltschaft Augsburg, die nix mit Kultur am Hut hat, verschleppt die Sache. Auf wessen Geheiß auch immer? (Recherchetipp!)

Meike Hoffmann hat das große Los gezogen. Sie beantragt jetzt erst einmal Bundesmittel für ein langfristig angelegtes Forschungsprojekt zur Klärung der Provenienzen der Sammlung Gurlitt. Die FU-Berlin kann jubeln ------ und alles verläuft im Treibsand bundesrepublikanischer Provenienzrecherchenpraxis. Ganz langsaaaam und bedaaacht. Obwohl die meisten Fälle sehr rasch aufgeklärt werden könnten, wenn man denn wollte und - sagen wir - dreißig Leute drangesetzt würden, um die gut 1400 Werke in's Internet zu stellen. Ich würde dafür ein Vierteljahr veranschlagen. Nun gut, Verwaltungsapparate sind langsam. Sagen wir also 6 Monate. Wie lange recherchiert eigentlich schon das Team rund um Meike Hoffmann an der FU-Berlin? und mit welchem Ergebnis bisher? (Recherchetipp!)

Die ehemaligen Besitzer sterben, nach und nach auch ihre Erben und irgendwann interessiert sich niemand mehr für das Thema.

Es gibt Themen, da schäme ich mich sehr für das Land, in dem ich lebe. Dieses Thema gehört dazu.

PS: Dieser Artikel aus der ZEIT sollte vorbildhaft für alle anderen Zeitungen sein. Er zeigt, dass da mehr geht als Klamauk-Journalismus.

Freitag, 18. Oktober 2013

Share your sun!

Eine Aktion zum zehnten Jahrestag von Olafur Eliasson's "The weather project".

Schicken Sie ihm Ihre Sonne hierhin, um das Projekt zu erweitern.

Sonnen sammeln, gefällt mir sehr.

Freitag, 23. August 2013

Kunstkacke

Die Journalistin Nicole Zepter will Ausstellungsbesucher ermutigen, Kunst schlecht zu finden.

Wo? Hier!

Sie nähert sie sich dem Kern des Übels mancher Kunstmuseen. Mal drüber nachdenken, kann nicht schaden. Weder den Künstlern, noch den Museumsmachern, noch den Besuchern. Kritik ist immer produktiver als unberechtigte Lobhudeleien. Für alle!

Montag, 3. Juni 2013

Kunstgewitter - interaktiv

So skeptisch ich gegenüber Interaktionen bin, wenn sie in blindem Maße dazu benutzt werden, museale Inhalte zu vermitteln, so sehr liebe ich interaktive Kunstwerke. Die machen erst einmal Freude. Sonst erst einmal nichts. Doch wenn sie ein Gefühl berühren, dann finde ich sie sowieso schon toll, weil sie etwas in Gang setzen.

Kunstwerke, die etwas mit Blitz und Donner zu tun haben, begeistern mich immer. Zu diesen gehört die wundervolle Installation, die Chris Klapper zusammen mit ihrem Ehemann Patrick Gallagher letztes Jahr in den 2424-Studios in Philadelphia präsentierte. Titel: Symphony in D Minor.

http://www.chrisklapper.com/www.chrisklapper.com/Symphony_in_D_Minor.html

Woraus besteht dieses Kunstwerk? Aus vier zylindrischen Körpern, die waagerecht von der Decke hängen.

Was ist daran faszinierend? Die Zylinder wackeln lackelnd von der Decke. Doch noch faszinierender ist, dass sie dann leuchtend und laut aktiv werden, wenn Ausstellungsbesucher sie berühren und anstossen. Dann geht ein Gewitter los, dass sich gewaschen hat.

Wie doof, dass ich hier kein Vimeo-Vido einbinden kann oder vielleicht auch nur zu blöd dafür bin. Das Video dieses außerordentlich krachenden Kunstwerkes finden Sie aber auf der Seite der Künstlerin: HIER
Wenn Sie wissen wollen, wie man Ausstellungsbesucher begeistern und Kunst krachen lassen kann, dann sollten Sie es sich mal ansehen.

Solche Kunst bringt mich in Wallungen. Ich würde mich freuen, wenn es so etwas auch mal in Deutschland zu sehen gäbe. Doch welcher Museumsdirektor hat noch den Mut, ein Gewitter zu inszenieren? Obwohl die angespannte Haushaltslage geradezu danach schreit.

Das ist Kunst, die mir gefällt! Und sicher auch anderen...

Videolink:

'SYMPHONY in D MINOR' PHILADELPHIA OCT.20 - DEC. 2, 2012 from Patrick Gallagher on Vimeo.

Samstag, 25. Mai 2013

Meine Entdeckung des Tages: Mark Tansey

Wie schön, dass die Breitbandautorinjournalistinhistorikerin Maren Gottschalk gerade in den USA unterwegs ist. Dort sah sie im Metropolitan Museum of Art ein Gemälde, das sie via Facebook teilte.

Das hier:
Mark Tansey: The Innocent Eye Test

Mark Tansey (American, born San Jose, California 1949): The Innocent Eye Test

Mich sprach das Gemälde aus naheliegenden Gründen sofort an. Noch dazu kam es mir irgendwie bekannt vor. Nach kurzer Internetrecherche weiß ich nun auch warum: Die Kuh starrt auf ein Gemälde von Paulus Potter, das ich vor einiger Zeit im Mauritshuis/Den Haag gesehen hatte. Sein Titel: "Der Stier".

Auf den ersten Blick könnte man ja denken, dass Tanseys Bild ein Foto ist. Oder zumindest die malerisch umgesetzte Abbildung eines historischen Fotos. Warum sollten Herren, die aussehen wie Experten, keine Kuh ins Museum geführt haben, um zu erforschen, wie eine Kuh auf Kunst reagiert? Ein Berliner Galerist verkaufte schon für teuer Geld Kunst von Affen und auch heute wirken manche Forschungsprojekte reichlich abstrus. Warum also sollte dieses Bild keine realistische Situation abbilden? Und überhaupt: Käme Kunst von Können würde sie ja nicht Kunst, sondern Könst heißen. Kunst und Kuh passen also besser zusammen. Auch legte mir das Gemälde nahe, kurz über mögliche Berührungspunkte von Kuh zu Kunsthistorikerin nachzudenken. Die gibt es zwar, das darf man aber nicht sagen, weil es auch welche gibt, die keine Kühe mit schwingenden Eutern und vor sich herwirbelnden Armen sind. Ausserdem sollte es auch einem guten Künstler, der in Amerika geboren ist, kaum möglich sein von cow zu art zu kommen.

Also alles Quatsch! Mark Tansey spielt aber mit solchen Gedanken, setzt alle malerischen Mittel und Bildideen ein, um so halbgebildete Kunstmenschen wie mich zu irritieren. Ein bisschen Fotoatmo, ein wenig Grisaille, rechts noch ein Heuhaufen von Monet hinzugefügt und schon verschwimmt alles im Hirn, was man von Kunst, Kultur und Geschichte zu wissen glaubte.

Ein Gemälde, das alles ausschöpft, was die Kunst zu bieten hat, um zu irritieren oder Gedanken wach zu rufen. Ja auch eines, das dazu aufruft, wieder einmal darüber nachzudenken, was Kunst leisten kann.

Ich finde dieses Gemälde ganz großartig. Ohne es jemals, angenagelt an eine Wand, gesehen zu haben. Doch, das geht! Dank des MET, das seine Sammlung so gut im Web präsentiert, dass ich sehr tief in sie eintauchen kann, ohne nach New York fliegen zu müssen.

[Danke, Maren, für den Hinweis auf ein Bild, dass mich nicht so schnell los lassen wird und eine schöne Stunde am Abend.]

Dienstag, 2. April 2013

Palais du Tokyo: Julio Le Parc

Ich mag das Palais de Tokyo in Paris sehr. Seine Grunge-Architektur, die Art und Weise, wie man es bespielt. Steter Wechsel! Da gibt es immer etwas ausserhalb des Mainstreams zu entdecken.

Irgendwie so sähe wohl auch mein Museum zeitgenössischer Kunst aus. Ein Gebäude, dass allein schon für sich gut ist. Angereichert mit stetig wechselnden Ausstellungen von Künstlern aller Sparten. Skulpturen, Videos, Gemälde. Alles ist da zu finden.

Darunter auch immer viel dekadente Kunstkacke, die so tut als ob sie klug wäre und nur davon lebt, dass es Zeitgenossen gibt, die denken, dass das intellektuell und gut ist, was kaum einer versteht und nur wenigen Freude macht. So ist das halt in dieser Szene. Manche mögen Kunst, die so langweilig ist, das sie Kopfschmerzen bereitet. Ich nicht.

Auch gut mit Kindern

Doch jedes Mal, wenn ich im Palais de Tokyo war, entdeckte ich etwas, was mir gefiel. Dieses Mal Julio Le Parc (*1928). Einen Künstler, der Licht mit Kinetik verbindet und Räume schafft, die den Besucher in höchst intensiven Kontakt mit seiner Kunst bringen. Neben Werken, die schon fast hypnotisierend wirken, gibt es solche, die an die Experimente in Science-Centern erinnern und auch solche, die einfach nur schön anzusehen sind.

Sogar mein Berater geriet da ins Grübeln, ob Museen wirklich blöd sind.

Bis zum 13. Mai 2013 sind Le Parc's wunderbar einfangenden Werke noch im Palais de Tokyo zu bestaunen. Wenn Sie die Gelegenheit haben, lassen Sie sich diese wunderhübsche Ausstellung nicht entgehen. Die ist eine für Ihr Lebensalbum. Garantiert!

Mehr:
+Homepage Julio Le Parc
+Julio le Parc im Palais de Tokyo

Montag, 21. Januar 2013

Rein Wolfs: "Ich denke, man kann auch sehr viel selber produzieren."

Rein Wolfs im Interview beim Deutschlandfunk (18.1.13, 17:35 h)

"Wolfs: Man erwartet publikumswirksame Ausstellungen, und die werden wir auch hinkriegen. Ich denke, man kann auch sehr viel selber produzieren. Es geht nicht darum, um jetzt zu sagen, ob das gut oder falsch war, was in der Vergangenheit passiert ist. Ich denke, wir müssen eine Neuordnung bei der Bundeskunsthalle in dem Sinne anfangen, weil wir zeigen, dass wir selber auch über sehr viel Potenzial verfügen, um neue Ausstellungen auf die Beine zu bringen."

Das lese ich gerne nach den Zeilen, die ich hier unten geschrieben habe.

Montag, 25. Juni 2012

Aus und vorbei? Robert Fleck darf noch 18 Monate weiterwurschteln.

Der Vertrag des künstlerischen Leiters der Kunst- und Ausstellungshalle der BRD (KAH), Robert Fleck, wird nicht verlängert. Las ich in der WELT.

Endlich! Doch leider erst 2013. Bis dahin müssen wir ihn noch dulden. (Ich möchte nicht in seiner Haut stecken.)



Bin gespannt wie's weitergeht. Hoffe auf ein Kuratorium, das so klug ist, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Langsam reicht es!
Ich finde, dass dem KAH inzwischen mal wieder ein seriöser Leiter gut täte. Einer, der ein Gespür für Korruption hat und den damit verbundenen Interessen widerstehen kann. Einer, der es versteht, den Jahresetat des Hauses (16,5 Mio Euro!) so einzusetzen, dass er das Ansehen der BRD auch im Ausland mehrt.

Futterkiste

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museologie(at)gmx.de

Kommentare

Danke sehr!
Danke sehr!
Joern Borchert - 2015-01-14 00:42
Toller Artikel!
Hallo Herr Borchert, ich fand den Artikel sehr interessant. Herzlichen...
Perfectrix - 2014-11-20 09:37
Einladung an Nina
Danke Dir für die netten Worte. So wie ich Dir...
Joern Borchert - 2014-06-20 23:47
Feuerlöscher
Lieber Jörn, super, dass Du die Serie startest...
nina gorgus - 2014-06-11 09:45
Richard lebt!
Schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen. Werde...
Joern Borchert - 2014-05-30 19:50

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