Ich über mich

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Womit verdiene ich das meiste Geld?

Das meiste Geld verdiene ich mit meiner Arbeit für Museen, Ausstellungsgestalter und Industrieunternehmen, die ich bei der Realisierung von Dauer- , Wechsel- und Wanderausstellungen unterstütze.

Ich erarbeite Grob- und Feinkonzeptionen, inklusive aller dafür notwendigen inhalts- und objektbezogenen Recherchen. Wenn gewünscht, benenne ich die Ausstellungsdesigner, die mir für das jeweilige Projekt am geeignetsten erscheinen. Mal sind es die Big Player, mal eher die Newcomer in der Szene der Ausstellungsgestalter, die ich empfehle. Das hängt ganz von den Zielen des Projektes und seinem Budget ab. Dementsprechend gerne, bereite ich Ausschreibungsverfahren nach VOL/VOF vor und führe Sie auch bis zur Wahl des am besten geeigneten Partners durch.

Viele lehnen öffentliche Ausschreibungen ab oder fürchten Sie gar. Ich liebe Sie. Abgesehen davon, dass sie Vetternwirtschaft verhindern und es möglich machen, die beste Leistung fürs beste Geld zu bekommen, liefern sie Inspirationen, die sonst kaum so schnell und in einer solchen Bandbreite zu erarbeiten wären.

Wenn dann der richtige Ausstellungsgestalter gefunden ist, freue ich mich, mit ihm zusammen das Ausstellungsprojekt voranzutreiben. Nicht indem ich ihm meine Vorstellungen auf die Nase drücke, sondern indem ich mit ihm nach der geeignetsten Form der Vermittlung suche, die der Zielgruppe entgegenkommt und den Wünschen des Auftraggebers entspricht.

Manchmal ist es nicht leicht, die Bedürfnisse des Publikums mit denen des Auftraggebers in Einklang zu bringen. Das daraus resultierende Ringen um die beste Lösung, empfinde ich als das Faszinierendste an meinem Beruf als Museums- und Ausstellungsberater. Auch oder gerade, weil es manchmal weh tut beziehungsweise zum wirklich intensiven Nachdenken über Inhalte und die besten Mittel ihrer Umsetzung in die Wirklichkeit einer Ausstellung anregt. Aus den damit verknüpften Auseinandersetzungen können zuweilen Ideen resultieren, die keiner der Mitwirkenden vorher für möglich gehalten hätte. Das macht wirkliche, echte Freude.

Wenn dann das Ausstellungsprojekt auf dem gutem Weg ist, dann besorge ich die Exponate (in- und Ausland), schreibe alle Ausstellungstexte (semantisch optimiert), entwickele Ideen für Begleitprogramme oder museumspädagogische Aktionen. Immer mit dem Blick aufs Publikum. Das bedeutet zum Beispiel, dass Sie von mir keinen Ausstellungstext bekommen werden, den nicht alle verstehen können, die älter als 14 Jahre sind. Gleichwohl werden es Texte sein, die Faszination für das Ausstellungsthema erzeugen. Leicht lesbare Texte, Texte die Überraschendes bieten. Für Junge und Alte, Gebildete und Menschen ohne Abitur. Um Interesse zu wecken, bedarf es keiner Fachausdrücke oder anderer Blendwerke.

Mein Credo: Ausstellungen sollen die Neugier der Menschen befriedigen. Sie sollen Antworten geben, vor allem aber zum Nachfragen anregen. Um daran mitzuwirken, das Leben in all seinen Dimensionen besser verstehen zu können.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Womit verdiene ich nebenbei Geld?

Mit Übersetzungen. Mit Übersetzungen vom Englischen oder Französischen ins Deutsche, die ich meist mit Unterstützung meiner Frau erledige, die 10 Jahre in Paris lebte, nachdem sie Anglistik studiert hat. Ja, wir beide lieben die Widersprüche! Auch privat.

Am liebsten übersetze ich natürlich Ausstellungs- oder andere Texte zu Themen der Kunst, Kultur, Archäologie, Ethnologie, Geographie oder anderer Themen, die für Touristen und andere Kulturkonsumenten potentiell interessant sind.

Die meisten Übersetzungen, die ich anfertige, berühren allerdings ganz andere Themen. Etwa Luftzerlegungsanlagen, Comics, die Einführung neuer Automodelle oder auch so spannende Dinge wie Wasserhähne. Das resultiert aus dem Faktum, dass ich meist für Agenturen arbeite.

Das Übersetzen macht deshalb Freude, weil man sich nur selten aussuchen kann, was man übersetzen möchte, wenn man überwiegend für Agenturen arbeitet. Ein weiterer Widerspruch? Nein. Die Auftraggeber/Agenturen geben zwar vor, was zu übersetzen ist. Aber genau die damit verbundene Unwägbarkeit erzeugt die Freude. So lernt man etwas über Themen, Zielgruppen und Unternehmen, die einen noch nie interessierten und deshalb umso spannender werden, je mehr man sich in sie vertieft oder sich ihnen nähert. Übersetzungen erweitern den geistigen Horizont ungemein. Deshalb ist das Adaptieren von Texten für deutsche Leser einer meiner schönsten Nebenverdienste.

Mehr Informationen zu meinen Übersetzungen finden Sie neuerdings auf einer eigenen Website.

Freitag, 14. September 2007

Aufgehängt

Process photos from digital cameras
JB 2006

Würden auch Sie gerne einmal museal an der Wand hängen und kritisch betrachtet werden? Kein Problem! Dumpr.net hilft Ihnen dabei.

Samstag, 1. September 2007

1981: Beginn des Studiums: Kunstgeschichte und Ethnologie

1981-ich

Frohgemut war ich 1981 nach München umgesiedelt, um dort voller Elan mein Studium der Kunstgeschichte und Ethnologie aufzunehmen.

Wenn ich mir das obige Bild heute anschaue, kann ich gut verstehen, warum die Kunsthistorikerinnen nicht so auf mich flogen, wie ich es mir zum Studienbeginn erhofft hatte und die Dozenten sich bemüht fühlten, mir beizubringen, dass bei einer Bildbeschreibung das Adjektiv "bunt" durch "von ausgeprägter Farbigkeit" zu ersetzen sei. Nach dieser Belehrung und anderen negativen Erfahrungen brach ich erst einmal mein Studium der Kunstgeschichte ab.

Immerhin bewirkten die negativen Erfahrungen in München, dass ich zunächst mein Studium beendete und 1983 nach Köln umsiedelte - natürlich war da auch eine Frau im Spiel- um dort meinen Zivildienst in einem "sozialen Brennpunkt" aufzunehmen. So nannte man das damals, wenn ein Stadtteil überwiegend von Türken bewohnt wurde. Im "Grünen Haus" in Nippes durfte ich erfahren, dass "Menschen mit einem Migrationshintergrund" gar nicht so anders sind wie ich. Während dieses Zivildienstes habe ich viel über Menschen gelernt.

Und nicht zuletzt habe ich mich in dieser Zeit entschieden, das Fach mit der unsäglichen Bezeichnung "Volkskunde" zu studieren. Ein Fach, dessen Forschungsgegenstand so weitreichend- und -greifend ist, dass es meinem disparatem Denken sehr entgegenkam. Bis heute bin ich davon überzeugt, dass das eine gute Entscheidung war. Weniger in ökonomischer Hinsicht, als vielmehr im Hinblick darauf, dass dieses Studium es mir ermöglicht hat, Verständnis für Angehörige aller Bevölkerungskreise zu entwickeln.

Mittwoch, 7. März 2007

Im Strandkorb, ca.1970

ina-julia-ich-goetz-strandkorb-haffkrug
Ich bin im Mittelpunkt. ;-)

Freitag, 9. Februar 2007

Mindener Museum wird fit gemacht

Das erste Museum, dass ich als kleiner Knirps regelmäßig ohne Begleitung besuchte, war das Mindener Museum. Der Mammutschädel dort hatte es mir besonders angetan. 1986 realisierte ich im MiMu meine erste eigene Ausstellung. Später folgte eine weitere zur Geschichte der Kaffeezubereitung. Ich habe also ein sehr persönliches Verhältnis zum MiMu. Aus diesen Gründen freut es mich sehr, nun im Mindener Tageblatt lesen zu können, dass man nach jahrelangen unerfreulichen Diskussionen um das Museum jetzt plant, es zu sanieren und vielleicht sogar mit einer Klimaanlage auszustatten.

Schön, dass dieses nicht nur interessante, sondern vor allem auch sympathische Museum eine Zukunft haben soll. Und nicht zuletzt freut es mich für die immer freundlichen Mitarbeiter des MiMu.

Dienstag, 30. Januar 2007

1974: Up to date

mein geburtstag 1974

Ein Bonanza-Rad musste damals einfach sein ...

Dienstag, 23. Januar 2007

1961: Ich lerne auf der Kastanienallee in Hameln das Laufen

kastanienallee hameln

Mein erster Schultag: 1966 in Bad Pyrmont

einschulung in bad pyrmont

Freitag, 15. Dezember 2006

Zum Tod meines Vaters

Da ist ein Land der Lebenden
und ein Land der Toten,
und die Brücke zwischen ihnen ist die Liebe -
Das einzige Bleibende, der einzige Sinn.

Thornton Wilder


papa-jpg

Am 30.11.2006 starb im Kreise seiner Familie mein Vater Joachim Franz Karl Borchert (geb. 27.Juli 1930 in Meseritz/Obrawalde), Molkereimeister und Gesamtdirektor Verkauf und Marketing i.R. (ehemals Milchwerke Westfalen eG, heute Humana Milchunion eG).

Bis zuletzt hat er trotz schwerer Krankheit weder die ihm eigene Geduld und Bescheidenheit noch seinen trockenen pommerschen Humor verloren.

Ich wünschte, ich hätte noch länger und noch viel mehr von ihm lernen können. Für das, was er mir gab, bin ich von Herzen dankbar.

Möge ich möglichst viel davon weitergeben können und mich fortan noch seltener von Menschen irritieren lassen, deren eigene Karriere diesen wichtiger erscheint als das Wohlergehen von sozialen Gemeinschaften jedweder Art und Größenordnung.

Danke, Papa!

Kulturelle Welten

Dies und das aus der Welt der Kulturvermittlung: etwas über Museen und Ausstellungen, Lichter in der Nacht und was Jörn Borchert sonst noch so ge-, miss- und auffällt. Ein Klick auf den Header bringt Sie zu den neuesten Meldungen. Eine mail an museologie[at]gmx[Punkt]de direkt zu mir.

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Kommentare

Schlafen im Museum
Da bin ich ja mächtig gespannt, was man außer...
Nina (anonym) - 2008-06-30 17:19
Aber, aber...
Lieber GP, dass man in der französischen Diaspora...
Joern Borchert - 2008-06-24 23:32
Sperrgut
Natürlich ist Denken wichtig. Und Erinnern auch....
GP-F (anonym) - 2008-06-23 21:30
Noch nie so viel
In Paris wird diese Ausstellung immer wieder erwähnt,...
Madeleine (anonym) - 2008-06-16 22:50

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