Geld machen

Freitag, 7. Dezember 2012

Projekt: stoersender.tv mit Dieter Hildebrandt sucht Crowdfunder

Dieter Hildebrandt, der seit Jahren das Fernsehen meidet, tritt nun im Internet an, um auf seine alten Tage für ein Projekt zu werben, das stören will: Stoersender.tv

Unterstützen!

"Eine Spielwiese für Störenfriede, die sich nicht abfinden wollen - das ist der Störsender.

stoersender.tv will nächstes Jahr 20 Mal ein TV-Magazin produzieren, in dem Dieter Hildebrandt regelmäßig auftritt.

Extremisten nimmt der Störsender aufs Korn, Politiker auf den Arm. Gestört wird durch diese Kampagnenplattform jeder, der sich dafür aufdrängt. Und zwar von Allen.

Zuschauen war gestern. Heute gibt’s Störsehen. Mach mit!"


Seine Abneigung gegen das TV begründet er in seinem Crowdfunding-Aufruf auch so: "Die Öffentlich-Rechtlichen machen sich in jede Hose, die man ihnen hin hält und die Privaten senden, was drin ist..." Es ist also endlich an der Zeit, dass die Kacke sich aus den Zwängen der Hose befreit.

D. Hildebrandt tritt an, dafür zu sorgen. Zusammen mit Stefan und Dieter Hanitzsch (ja, DER Karrikaturist). An ersten Stellen. Aber auch mit Gerhard Polt, Frank-Markus Barwasser (Pelzig), Georg Schramm, Sigi Zimmerschied, Konstantin Wecker, und Roger Willemsen, die schon jetzt angekündigt haben, im stoersender stören zu wollen. Ich würde es ja begrüßen, wenn mit zunehmender Prominenz dieses Projektes auch bekannte Kabarettisten aus anderen Teilen der Republik ihre satirisch-sauren Exkremente mit in den Nachttopf werfen würden. Um hohe Nasen zu verärgern und die kleinen dazu aufzurufen, ihren Rotz mehr ins Publikum zu spritzen. Geschmackvoll vermittelt von Dieter Hildebrandt und seine Mitstreitern.

Wer sich über das Projekt informieren oder es unterstützen möchte, der erfährt auf der Crowdfunding-Plattform von startnext alles Wissenswerte.

Noch mehr:
+ Interview mit Dieter Hildebrandt beim Deutschlandradio Kultur (6.12.12.)

Montag, 22. Oktober 2012

Der Kunstraub von Rotterdam auf youtube

Vermutlich als einer der Letzten bekam ich erst heute mit, dass die Einbrecher, die aus der Rotterdamer Kunsthalle sieben Kunstwerke stahlen, von einer Überwachungskamera gefilmt wurden.



Gestohlen wurden dabei: Pablo Picasso: "Tête d'Arlequin", Henri Matisse: "la Liseuse en Blanc et Jaune", Claude Monet: "Waterloo Bridge, London", Claude Monet: "Charing Cross Bridge, London", Paul Gauguin: "Femme devant une fenêtre ouverte, dite la Fiancée", Meyer de Haan: "Autoportrait" (c. 1889 -- '91), Lucian Freud: "Woman with Eyes Closed" (2002).

Dass der Diebstahl innerhalb von zwei Minuten stattgefunden haben soll, nimmt wohl niemand an. Eher sehen wir hier wahrscheinlich die Bilder vom Abtransport bereits abgehängter und bereit gestellter Werke. Macht nichts! Videos wie dieses findet man nur selten im Netz. Allein schon deshalb gefällt es mir. Und noch mehr, wenn es zur Aufklärung des Falls beitragen würde.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Kunst und Klüngel: Anselm Kiefer in Bonn

Es kommt nicht oft vor, dass ein Museumsdirektor einen anderen kritisiert (GA vom 20.06. 2012). Schon gar nicht wenn es sich dabei um seinen unmittelbaren Nachbarn handelt. Stephan Berg, der Direktor des Kunstmuseum Bonn hat das gewagt.

Als Mitglied des Programmrats der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland hatte er versucht, seinem Kollegen Robert Fleck das Anselm-Kiefer-Projekt auszureden. Vermutlich, weil es nur in der Allianz mit der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. bzw. der Sammlung Grothe realisierbar schien. Stephan Berg weiß als Direktor des Kunstmuseum Bonn sehr genau, was Grothe will: Geld mit Kunst machen. Stephan Berg kennt zudem den schmalen Grat, der Kooperation von Korruption trennt.

In der Tat steigt dem Betrachter der Geruch von Klüngel in die Nase, wenn er diesem Ausstellungsprojekt nachspürt. Nichts gegen eine Ausstellung zu Anselm Kiefer. Aber wieso, weshalb, warum nur mit den Werken aus einer einzigen Sammlung, noch dazu einer Privatsammlung? Eine monographische Ausstellung wird eigentlich doch anders gemacht.

Nu, weil es Netzwerke gibt. Allianzen von Ausstellungsveranstaltern, Sammlern, Museumsdirektoren, Politikern, Bankern, Immobilienhändlern und -na, klar! - Juristen, die sich einen Deubel darum scheren, was international gültige Museumsstandards sind, die verabschiedet wurden, um korruptiven Tendenzen im Museumswesen entgegen zu wirken. Gerne nutzen sie steuerfinanzierte Museen und Ausstellungshallen, um ihren Reichtum zu mehren und gleichzeitig so zu tun, als ob sie der Gesellschaft etwas Gutes täten.

Robert Fleck als erfahrenem Museumsmann ist das auch klar. Trotzdem scheute er sich nicht, eine Ausstellung zu A. Kiefer in seinem Haus zu organisieren, die allein Werke aus der Sammlung des Privatsammlers Grothe präsentiert. Kuratiert von Grothes Adlatus Dr. h.c. Walter Smerling, dem Vorsitzenden der Stiftung für Kunst und Kultur e.V., der sich seit vielen Jahren hingebungsvoll um Anselm Kiefer kümmert.

Fleck: "Wir haben im Vorfeld mit den Kollegen vom Kunstmuseum Bonn gesprochen", sagte er, "keiner hatte Vorbehalte gegen unsere Ausstellung - selbst Dieter Ronte nicht, der ehemalige Direktor des Kunstmuseums." (GA) Stephan Berg widerspricht dem vehement. Dass Robert Fleck nun Dieter Ronte zu seiner Verteidigung hinzuzieht, ist allerdings dreist. Immerhin ist Dieter Ronte ein alter Freund Smerlings und Mitglied des Beirates der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Robert Fleck ist sich dieses Umstands sehr bewusst, denn schliesslich hat er schon einige Male gemeinsam mit Dieter Ronte und Walter Smerling an der Realisierung von Ausstellungen der Stiftung in Berlin mitgewirkt (s.u.).

Dass nun auch längere Artikel zu Kunstausstellungen in der BILD (!) erscheinen, wundert da kaum noch. Kai Diekmann ist ebenfalls Mitglied des Vorstands der Stiftung für Kunst und Kultur e.V.

Auch dieses Mal werden ICOM und der Deutsche Museumsbund keine Stellung zu diesem Vorgang beziehen. Wieder einmal sorgen sie nicht dafür, dass die von ihnen verabschiedeten Museumsstandards auch durchgesetzt werden. Ich frage mich, wofür dann solche Standards lang beraten und beschlossen werden, wenn sie offenbar keinerlei verpflichtenden Charakter haben. [Ethische Richtlinien für Museen von ICOM, PDF]

Dass die Kunst- und Ausstellungshalle es nicht für nötig hält, die Mitglieder ihres Kuratoriums auf ihrer Internetseite zu nennen, passt ins Bild.

Aber vielleicht verleitet ja die nachfolgende Zusammenstellung von Ausstellungen zum weiteren Nachdenken über gewisse Machenschaften im Kunstbetrieb.


Ein Netzwerk:

Am Anfang. Anselm Kiefer. Werke aus dem Privatbesitz Hans Grothe
20. Juni bis 16. September 2012,
Kunst-und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
Intendant: Robert Fleck
Kurator: Walter Smerling mit Susanne Kleine

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung Kunst und Kultur e.V., Bonn (s.u.)
____________________

ARTandPRESS
23. März bis 24. Juni 2012, Martin-Gropius-Bau, Berlin

ARTandPRESS ist ein Projekt der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn unter der künstlerischen Leitung von Walter Smerling. Zum wissenschaftlichen Beirat gehören Götz Adriani, Heiner Bastian, Robert Fleck, Siegfried Gohr, Peter Iden, Dieter Ronte und Norman Rosenthal. Projektkoordinator ist Hans-Joachim Petersen.
______________________


60 Jahre - 60 Werke
1. Mai – 14. Juni 2009, Martin-Gropius-Bau, Berlin

Kuratorium

Prof. Dr. Götz Adriani
Dr. Robert Fleck
Prof. Dr. Siegfried Gohr
Prof. Peter Iden (Sprecher)
Susanne Kleine
Ingrid Mössinger
Prof. Dr. Dieter Ronte
Dr. Frank Schmidt
Dr. h.c. Walter Smerling (Sprecher)
_____________________


Stiftung für Kunst und Kultur e.V.
Bonn

Vorstand

Prof. Dr. h.c. Walter Smerling (Vorsitzender)
Kai Diekmann
Prof. Peter Iden
Dr. Werner Müller
Dr. Stephan Schauhoff
Lutz Schiffers

Beirat

Prof. Dr. Brigitte Seebacher (Vorsitzende)
Dietmar Cremer
Benno Garschina
Pitt Hoffmann
Karl Janssen
Wulf Matthias
Josef Pilars de Pilar
Prof. Dr. Dieter Ronte
Klaus Weise
_________________

Presseartikel:

GA
Welt
SZ
art
Zeit (1998!)
Sehens- und vor allem hörenswert: Eiskellerberg.tv

.. google weiß noch mehr...

...und ich zähle weiter auf die Museumsdirektoren, die gute, seriöse Ausstellungen realisieren, die den ICOM-Standards entsprechen und der Gesellschaft einen Nutzen bringen, ohne öffentliche Mittel dafür einzusetzen, ihre Häuser als Durchlauferhitzer für private Sammler zu missbrauchen.

Doch, es gibt sie noch! Die Direktoren, die den Versuchungen widerstehen, ordentlich arbeiten, damit zufrieden sind, ihren Job zu machen und irgendwann einmal in Rente gehen wollen, ohne Mitglied einer Struktur geworden zu sein, die böse Menschen, wie ich, als mafiös bezeichnen.

Dienstag, 22. Mai 2012

Werner Peiner: peinlich!

Das 2007 eröffnete KunstForumEifel in Schleiden-Gemünd dürfte vor allem denen bekannt sein, die in seiner näheren Umgebung wohnen. Seine Zielsetzung, Künstler bekannt zu machen, die die Eifel als inspirierend empfanden und dort arbeiteten oder heute dort tätig sind, erreichte bislang einen überschaubaren Fankreis vor allem wohl älterer Eifelbewohner. Wer hier regelmäßig vorbeischaut weiß, dass ich solche regional begrenzten Kulturaktionen eigentlich sehr schätze.

Den ihnen meist innewohnenden Charme verlieren sie fast immer dann, wenn sie überregional wirken wollen oder gar als Betätigungsfeld von Museumsbeamten dienen, die sich nicht damit abfinden können, dass sie nun im Ruhestand sind. Wenn kleine, bescheidene Ausstellungsorte in die Liga der "echten" Museen und Ausstellungshäuser aufsteigen wollen oder Ex-Museumsdirektoren zeigen wollen, was sie noch jenseits der Gemeindegrenzen bewirken können. So ziehen sie die Aufmerksamkeit auf einen Ausstellungsort. Und damit zugleich auch auf sich selbst.

Zu diesen Orten gehört dieser Tage das KunstForumEifel. Dr. Dieter Pesch, ehemals Direktor des Freilichtmuseums in Kommern, kuratiert dort nun eine Ausstellung zu einem der Künstler, die zwischen 1933 und 1945 ganz oben mitspielten: Werner Peiner. Der Titel der Ausstellung: "Kunst im Nationalsozialismus. Werner Peiner – Verführer oder Verführter"

Wer Dr. Dieter Pesch kennt, weiß, dass er einen Sinn fürs Geschäft hat und die Medien auch nicht verabscheut. Euros gehören zu seinen besten Freunden. So kamen eines Tages Dieter Pesch und Marcus Albanus, der Erbe Peiners, zusammen und fanden Gefallen aneinander. Ersterer suchte noch mal die große Nummer, letzterer die Möglichkeit, seinen Stiefgroßvater wieder ins Gespräch zu bringen.

Es kostet viel Geld, eine Burg zu unterhalten. Ausstellungen sind immer gut, um das Werk von Künstlern bekannt zu machen. Besonders dann, wenn man darauf angewiesen ist, das Erbe seines Großvaters nach und nach zu versilbern, um die Burg in Leichlingen zu erhalten, die Opa sich nach dem Krieg - ohne Protektion von Göring oder Hitler - noch immer leisten konnte.

Worauf will ich hinaus?

Zu allererst darauf, dass ich es höchst bedenklich finde, dass es 2012 noch möglich ist, einem der wichtigsten Künstler des Nationalsozialismus eine Einzelschau zu widmen. Schon gar nicht an diesem Ort. Vielleicht im Haus der Geschichte oder im Deutschen Historischen Museum. Womöglich wieder im Haus der Kunst. Aber auch dort hätte ich größte Bedenken. Vor allem dann, wenn es Peiners Werke wären, die dort im Mittelpunkt der Präsentation stünden. Von vielen Leihgebern, darunter auch solchen, die wissen, was Nazikunst heute wert ist. In Deutschland und in Übersee. So wie bei der Galerie Marco/Bonn oder auch in Schleiden-Gemünd.

Perfide wird es dann, wenn Dieter Pesch in allen Medien kundtut, es ginge ihm um Aufklärung. Darüber, dass Werner Peiner, schon vor 1933 den Nazis nahe stand, in den 12 Jahren bis 1945 von ihnen kräftig profitierte und nach 1945 sich auch nicht wirklich von ihnen distanzierte. Die Naiven glauben ihm das. Die kritischen Geister unterstellen ihm, dass er ein Buch verkaufen will. Das Buch zur Ausstellung: "Werner Peiner - Verführer oder Verführter: Kunst im Dritten Reich." Oder warum wird in fast allen Zeitungsartikeln so sehr betont , dass in der Ausstellung die Texte wichtiger als die gezeigten Werke wären? Auszüge aus dem Buch, dass er mit seinem Sohn Martin verfasste.

Nee, als Ex-Museumsdirektor weiß er, wie Ausstellungen wirken und dass Bilder mehr sagen als tausend Worte. Ihm geht es um den Buchverkauf. Welche Deals er mit Marcus Albanus abgeschlossen hat, wird nie publik.

Fakt ist, dass es ihm gelungen ist, über regionale Medien, über die WELT, bis in die ZEIT Peiner wieder bekannt gemacht zu haben. So geht das Kunstgeschäft.

Würden er und sein Sohn, Aufklärung betreiben wollen, wie sie immer wieder betonen, würden sie zeigen, wie Peiner ein wichtiges Glied der nationalsozialistischen Propaganda wurde, dann bedürfte es nicht der Präsentation der - pardon - künstlerisch höchst miesen Machwerke Peiners. Dann sähe die Ausstellung ganz anders aus. Nicht wie eine Kunstausstellung, eher wie eine Ausstellung zur Geschichte. Mit Fotos, Dokumenten und der Pesch-Texte. Und Reproduktionen von Peiners Machenschaften, da wo sie unabdingbar sind.

Dann würden er und sein Sohn ihre Erkenntnisse zum kostenfreien Download anbieten. Nicht für aufklärungsfeindliche 49,99 Euro. Oder ist was an dem Gerücht dran, dass die Peschs alle ihre Einnahmen aus diesem Buch einem Projekt stiften wollen, dass sich gegen Rassismus und neonazistische Gruppierungen wendet? Habe ich nur gehört.

Das glaub ich aber erst, wenn ich es lese. Bis dahin glaube ich, dass es hier nur darum geht, aus nationalsozialistischer Kunst Geld zu machen. Um Kunst geht es da nicht! Dafür kann Werner Peiner kaum herhalten. Marcus Albanus hat schon gewonnen. Mögen Vater und Sohn Pesch mit dem Buchverkauf so viel Geld einnehmen, dass zum Beispiel das "Eifeler Bündnis" davon kräftig profitiert.

Übrigens: Weder Dieter oder Martin Pesch noch Marcus Albanus sind meines Wissens Mitglieder extremistischer Vereinigungen. Gerade das macht mich ja so ärgerlich, wenn nicht vielmehr ängstlich.

Dankenswerterweise sammmelt Marcus Albanus die Medienartikel zu dieser Ausstellung HIER

Mittwoch, 25. April 2012

Lug und Trug im Kunstbetrieb

Dieser Tage veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung die unschöne Geschichte eines angeblich von Josef Albers stammenden Gemäldes, das 1995 von der Düsseldorfer Galeristin Karin Fesel für 147.000 DM (!) an den Sammler Wolfgang Händel verkauft worden war.

Der damalige Direktor des Bonner Kunstmuseums, Dieter Ronte, sorgte dafür, dass es 1997 als Leihgabe in das von im geleitete Haus gelangte. So weit, so gut.

1999 erfuhr er von der "Josef and Anni Albers Foundation", dass das betreffende Werk eine Fälschung sein müsse. Sofort liess er es abhängen und übergab es seiner damaligen Freundin Karin Fesel zu weiteren Überprüfung. Die läßt das Bild vom Doerner-Institut in München checken und erhält ebenfalls die Auskunft, dass es sich zweifelsfrei um eine Fälschung handelt.

Von alledem erfährt der Leihgeber nichts, als man es ihm Jahre später angeblich kommentarlos wieder aushändigt.

Geadelt durch die Präsentation im Bonner Kunstmuseum wird es 2010 anlässlich der Art Cologne auf einen Wert von ca. 950.000 Euro taxiert. Auf etwa das zwölffache der ursprünglichen Kaufsumme!

Heinz Liesbrock, Direktor des Museums Quadrat Bottrop, machte die Polizei auf das dort ausgestellte Werk aufmerksam, die es sofort beschlagnahmte.
Weder der Händler noch der Besitzer des Werkes wussten von den Rechercheergebnissen Rontes und Fesels, sagen sie.
Auch ich frage mich, warum Ronte es nicht schon 1999 dem Kunstbetrieb entzog.

Ich erinnere mich an Werner Spies und seine Rolle im Kunstfälscherskandal. An Kasper König und die Ausstellung von Werken aus seiner eigenen Sammlung im Museum Ludwig. Nun tritt der ehemalige Direktor des Bonner Kunstmuseums unrühmlich an die Seite der ehemaligen Geschäftsführung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland.

Darf man denn gar kein Vertrauen mehr in die haben, die einen guten Ruf geniessen? Ja, ist der "gute Ruf" womöglich gar ein Indiz für Mauscheleien, Schiebereien und andere Machenschaften, die uns allen Schaden zufügen? Wir Besucher sind lediglich die Masse, die dafür sorgt, dass der Kunsthandel blüht. Es geht nicht um unser Vergnügen, sondern um Gewinnaussichten von Sammlern, Galeristen und - hoffentlich viel seltener, als ich vermute - auch um die Nebeneinkünfte von Museumsdirektoren.

[Wieso denke ich gerade an die Elite-Gymnasien und die Missbrauchsfälle dort? ]

Augen auf! Und - Museumsmitarbeiter - petzen, was das Zeug hält! Um Schlimmeres zu verhindern.

Die ganze Geschichte, wohlformuliert bei der SZ.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

So gedenkt der STERN Loki Schmidt: Gewinnen Sie eine Flasche...

Ich empfinde solche Internetseiten als außerordentlich geschmacklos:

Nachruf des Stern zum Tod von Loki Schmidt

Wenigstens beim Gedenken an die Toten könnte man doch mal kurz innehalten und auf den Rubel verzichten, oder nicht?

Gefunden in der Online-Ausgabe des Stern vom 21.10.2010

Freitag, 23. April 2010

cauSales - Das Magazin für Kulturmarketing und Kultursponsoring

Bei dieser Zeitschrift geht's nur um Kohle in der Kultur:

"Mit dem Informationsdienst cauSales. Das Magazin für Kulturmarketing und Kultursponsoring betreibt die Agentur Causales eine weitere Markt- und Kommunikationsplattform mit Alleinstellung im deutschsprachigen Raum. Das vierteljährlich erscheinende Onlinemagazin informiert Entscheidungsträger aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Medien, Agenturen und Kulturmanagement-Studierende in interessanten Fachbeiträgen und Interviews von und mit namhaften Experten über aktuelle Trends im Kulturmarketing. Übersichten zu branchenrelevanten Vorträgen, Tagungen und Fortbildungen sowie personelle Neubesetzungen im Marketing- und Sponsoringbereich in Wirtschaft und Kultur schaffen Markttransparenz.

Blättern Sie jetzt kostenfrei auf dem Branchenportal www.kulturmarken.de durch die aktuelle Ausgabe: Lassen Sie sich von den erfolgreichsten Kulturkampagnen inspirieren und finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Themen Kulturmarketing und Kultursponsoring auf einen Klick. Selbstverständlich steht cauSales. Das Magazin auch als kostenloses Pdf für Sie zum Download bereit!"


Ich mag den Tonfall nicht besonders. Aber das ist mein Geschmack. Ihnen gefällt er vielleicht. Warum auch nicht?

Bei aller Kritik: mal reinschauen! Da steht viel Interessantes drin. Auch für Museologen.

Zur jüngsten Ausgabe von cauSales: HIER

Dienstag, 9. März 2010

Deutsches Historisches Museum: "Macht zeigen", Studenten missbrauchen und sparen

Das Deutsche Historische Museum in Berlin, sicher keine ohn- oder unmächtige Institution, schließlich handelt es sich um das nationale Geschichtsmuseum der Bundesrepublik Deutschland, wenn nicht um das Deutsche Nationalmuseum, nutzt seine Stellung, um nun das zu tun, was die Museen in der Provinz auch tun. Es spart. Hemmungslos, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne sich seiner Vorbildfunktion bewusst zu sein!

Während die Provinzmuseen sich vielerorts kaum noch Wechselausstellungen leisten können, die nicht von Studenten, Praktikanten oder anderen unbezahlten Kräften realisiert werden - wofür viele, auch dumme Gründe genannt werden - setzt nun auch das mächtigste unserer Bundesmuseen ein Zeichen und macht es ebenso.

Mit einer Ausstellung, deren Ausstellungstitel in diesem Kontext an Zynismus kaum noch zu überbieten ist. Ihr Titel: "Macht zeigen - Kunst als Herrschaftsstrategie". Warum ich den Titel als zynisch empfinde. Nun, weil die Ausstellung von Studenten der HfG Karlsruhe unter Leitung von Wolfgang Ullrich konzipiert, kuratiert und auch gestaltet wurde und bei dieser Gelegenheit herrschaftsstrategisch ebenso klug wie deutlich asozial die aus der Not geborenen Vorgehensweisen kleiner Museen nun auch beim größten der Nationalmuseen Deutschlands eingeführt werden. Das Prekariat als Hofnarr. ("Wenn das die Kanzlerin wüsste....;-)

Statt ein Zeichen zu setzen und den Studenten der Kulturbranche (vom Designer bis zum Historiker) eine Perspektive zu geben, macht es auf billig und lässt sich von Studenten für praktisch lau eine Ausstellung produzieren. Studenten kosten nix und sind sehr engagiert. Das schont den Etat und so ein Projekt kann man zudem noch dazu als hervorragende Einführung in die Praxis anpreisen. Zumindest in Karlsruhe wird diese Ausstellung als vorbildliche Kooperation und Einführung in die Praxis verkauft. Doch was für eine Praxis ist das? Kein Wort darüber, dass Studenten auf diese Weise verführt wurden, ihren eigenen Sarg zu zimmern, indem sie das Tätigkeitsfeld, in dem sie später einmal ihre Brötchen verdienen wollen, höchst engagiert und fantasievoll selbst kaputt zu machen.

Denn warum braucht es eigentlich noch Ausstellungsdesigner, freie oder fest angestellte Historiker und Kuratoren, wenn es doch ebenso gut mit Studenten, Praktikanten, angestiftet und verleitet von Professoren, geht? Während die Professoren - bestens alimentiert! - ihren guten Ruf dadurch vermehren können, wird sich das Gros der Studenten, die an diesem Projekt mitwirkten, in 10 Jahren fragen, wie doof sie eigentlich heute waren, dass sie ihr Tätigkeitsfeld ohne Not selbst zerstört und so ihre Zukunft oder gar eine Familiengründung praktisch unmöglich gemacht haben. Nicht jeder Professor sorgt sich um die Zukunft seiner Studenten - seine eigene ist ihm oft näher - und offenbar macht die Hochschulreife nicht immer reif fürs Leben, sondern eben nur für das Hochschulwunderland mit all seinen wunderbaren Verlockungen, denen zu widerstehen, schwer fällt. Klar doch! Noch zahlt ja der stolze Papa, keiner sorgt sich und meckern tut auch niemand. Doch wer zahlt, wenn Papa tot ist?

Ebenso bedenkenswert finde ich, dass Peter Sloterdijk einer der Festredner zur Eröffnung dieser Ausstellung war. Ihm hätte ich mehr Überblick zugetraut. Aber für Geld und Einfluss macht auch der wohl alles.

Der Hofnarren gibt es in diesem Staat viele. Viel zu viele. Es ist an der Zeit, dass die Narren wieder etwas ernsthafter und selbstbewusster werden und Menschen auf den Plan treten, die der Ausbeutung von Menschen in Ausbildung zu Ungunsten der Allgemeinheit Einhalt gebieten. Die Herren und Damen des Hofes sollten das leisten!

Mir macht das Angst.

Herr Ullrich, Ihnen nicht?

Mittwoch, 27. Mai 2009

Master werden mit Kunst und Kohle

"In einem einzigartigen Pilotmodell kooperieren die Fächer Kunstgeschichte und BWL der Heinrich-Heine-Universität und bieten ihren Masterstudierenden einen Schwerpunkt im Bereich der Kunstvermittlung an. Kunsthistoriker lernen BWL, BWLer Kunstgeschichte und alle gemeinsam den heute aktuellen Umgang mit Kunst und Kultur. Studierende beider Fächer profitieren von dem neuen Angebot. Die Kooperation mit der Kunstgeschichte sichert den BWLern den Blick auf die inhaltlichen und ästhetischen Aspekte des Kunst- und Kultursektors, die Kunsthistoriker wiederum lernen Grundlagen der BWL, ohne die es auch im Kunst- und Kultursektor nicht geht."
Mehr darüber bei idw und natürlich auf den Seiten der Heinrich-Heine-Uni/Düsseldorf.

Super!

Donnerstag, 22. Januar 2009

Geld muss rollen oder wie Wörgl es schaffte, die Weltwirtschaftskrise auszutricksen

Wie der Bürgermeister von Wörgl (zwischen Innsbruck und Salzburg) das Sparen unattraktiv machte und die Wirtschaft seines Ortes 1932 mit "Arbeitswertscheinen", die jeden Monat 1 % ihres Wertes verloren, wieder ans Laufen brachte und so die Arbeitslosenquote innerhalb kürzester Zeit um 25% senken konnte, das beschreibt Annika Franke in ethmundo. Ob das alles so stimmt, weiß ich nicht.

Geschichte kann sehr aktuell sein.

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Kommentare

Danke sehr!
Danke sehr!
Joern Borchert - 2015-01-14 00:42
Toller Artikel!
Hallo Herr Borchert, ich fand den Artikel sehr interessant. Herzlichen...
Perfectrix - 2014-11-20 09:37
Einladung an Nina
Danke Dir für die netten Worte. So wie ich Dir...
Joern Borchert - 2014-06-20 23:47
Feuerlöscher
Lieber Jörn, super, dass Du die Serie startest...
nina gorgus - 2014-06-11 09:45
Richard lebt!
Schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen. Werde...
Joern Borchert - 2014-05-30 19:50

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