Fußball

Donnerstag, 10. Januar 2013

DAS Fußballmuseum der Niederlande?

WARNING!

Ja, es bezeichnet sich selbst auch als das Nationale Fußballmuseum der Niederlande und wird sogar vom Königlich Niederlandischen Fußballverband unterstützt. Doch über dem Eingang steht lediglich "Voetbal Experience". Eigentlich wußte ich es schon nach dem Besuch der schlampig gemachten Website, dass das kein besonders großes Vergnügen werden würde. Je größer das Wort "Experience" geschrieben wird, umso flauer ist meist das versprochene Erlebnis. So auch hier.

Doch was tut man nicht alles aus musealer Neugier und auch aus dem Bestreben heraus, dem fußballfanatischen Sohn möglicherweise ein kleines Ferienhighlight zu bescheren.

Also ab nach Middelburg. Eine Autobahnabfahrt gesucht, die in der Nähe des "Museums" liegen musste - und schon nach wenigen hundert Metern verloren im Nirgendwo. Tankstelle angesteuert, um nach dem Weg zu fragen. Süffisant grinsende Tankstellenangestellte reicht wortlos ein Blatt über den Tresen, der den Weg weist. Ich bin wohl nicht der erste, der sie nach dem "Voetbal-Museum" fragt.

Ein paar Kreisel, ein paar Ampeln und wir haben es mitten in einem Industriegebiet gefunden, das so charmant ist, wie es Industriegebiete nun mal sind. Die "Voetbal-Experience" gehört zu einem Spiel-und-Spaß-Komplex, der dort integriert ist. Normalerweise wäre ich sofort wieder weggefahren. Zu stark der Geruch von billigem Nepp. Aber die Anreise von ca. 60 Kilometern sollte ja nicht umsonst gewesen sein. An der Kasse gut 50 Euro für 2 Erwachsene plus Kind abgedrückt und los gehts mit der Experience.

Der erste Eindruck ist nicht einmal übel. Ein großer Saal ganz in orange: die Hall of Fame des niederländischen Fußballsports.

Hall of Fame

Nicht unsympathisch, dass man hier auf die Qual der Wahl der Besten verzichtet hat, und einfach alle niederländischen Nationalspieler präsentiert. Niederländischen Fußballfans dürfte das Freude machen.

Kaum die Treppe zur eigentlichen Ausstellung hochgestiegen, greift uns ein Mitarbeiter ab, um uns sehr beherzt in die Videoshow zu leiten. Dort gibt es den Bilder und Filme zur EM 1988, wo es den Niederlanden mal gelang, einen internationalen Titel zu erlangen. Man muss wohl Niederländer sein, um die schlechten Videoclips und Bilder genießen zu können. Brrrrr....
Dann in die eigentliche Ausstellung. In der Schatzkammer werden an der Wand entlang, in chronologischer Folge, ausgetretene Fußballschuhe und alte Trikots gezeigt. Witzig, dass die ersten Trikots noch aus gestrickten Stoffen bestanden. Mittendrin das Trikot von Messi und zwei Vitrinen zu Rinus Michels.

Rinus Michels

Mittendrin im Ausstellungsparcours eine Art Sonderausstellung zum deutsch-niederländischen Verhältnis in Sachen Nationalmannschaften. Wenig informativ, aber prallvoll mit Stereotypen und witzigen Sprüchen. "Wie nennt man einen Niederländer im WM-Finale? - Antwort: Schiedsrichter."

voetbal-experience-D-NL

Ansonsten gibt es außer zahlreichen Trikots natürlich auch einen Bereich, wo man die Computerspiele spielen kann, die alle sowieso zu Hause haben. Da heute Ausstellungen alle Sinne ansprechen müssen, gibt es auch einige Riechstationen, die mehr quälen als Freude machen.
Einen Bereich, der den weiblichen Besuchern und dem Frauenfußball gewidmet ist, inklusive dämlicher Peepshow, gibt es natürlich auch.

Dass Interaktionsstationen vorhanden sind, wo man dribbeln, passen, köpfen und seine Schußkraft testen kann, erscheint in diesem Kontext selbstverständlich. Die sind nicht schlecht gemacht und funktionieren gut. Wer mit seiner Mannschaft hierher kommt, dürfte daran Freude haben.

voetball-museum-dribbling-IMG_0752

Zum Schluss gibt es dann einige Tischkicker, die so wirken, als ob man mit dem Raum sonst nichts anzufangen wußte. Am Ende: eine geisterbahn-ähnliche Installation, die so billig gemacht ist, dass man froh ist, danach endlich diese Experience hinter sich gebracht zu haben.

voetbal-experience-middelburg1
Owei!

Fazit: Die Umgebung des "Museums" und sein Innenleben machen wenig Freude. Alles wirkt billig und nicht gemacht, um für den Fußball zu begeistern, sondern eher um Profit zu erzielen. Die Voetbal Experience ist weder ein Museum, noch eine Alternative dazu.

P.S.: Nachdem die prognostizierten 200.000 Besucher/Jahr bei Weitem nicht erzielt wurden, steht das Museum seit Ende 2012 zum Verkauf.

Samstag, 8. September 2012

U 12: SC Altendorf-Ersdorf - FC Pech 3:0 (0:0)

Heute traf die U12 des FC Pech auf ihren Angstgegner, den SC Altendorf-Ersdorf. Und das auch noch, wo drei Spieler des Stammkaders fehlten.

Dazu kam, dass sich unsere Jungs erst einmal daran gewöhnen müssen, dass ihnen nun ein härterer Wind ins Gesicht bläst. Als 2001er/2002er-Jahrgang gegen eine Mannschaft anzutreten, die fast nur aus 2000ern besteht, stellt schon eine große Herausforderung dar. Dazu noch der ungewohnte Aschenplatz.

Schuss mit Spur

Immerhin: In der ersten Halbzeit erreichten sie ein Unentschieden. Nicht zuletzt deshalb, weil sie nun Kombinationen beherrschen, mit denen sie auch die Größeren austricksen können.

In der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit kam's dann dicke. Ein Tor, zwei Tore, drei Tore. Offenbar fehlte es da an Kraft und, ja auch, am Willen und Wollen beim FC Pech. Halbherzig gespielte Pässe und mangelnde Laufbereitschaft führen zu Gegentoren. So ist das halt.

Nichtsdestotrotz ein Spiel, dass wenigstens den Zuschauern Freude machte.

Danke für das schöne Spiel

Nicht zuletzt wegen des Schiris. Der erste, von dem ich hörte, seitdem ich meinen Sohn beim Fußball begleite, dass er sich für eine Fehlentscheidung entschuldigt hat. Vorbildhaft!

Sonntag, 2. September 2012

FC Pech - SV Buschhoven: 4:1

Die Saison geht für die D1 - U12 (2001er) des FC Pech gut los: 4:1. Was will man mehr?

Finn: der Torschützenkönig des Tages
Seine Hintermänner sorgten dafür, dass Finn im ersten Spiel der Saison einen Hattrick schaffte.

Wichtiges nebenbei: In diesem Jahr sollte der SV Buschhoven im Fairnesspokal ganz weit oben stehen. Wer macht sonst schon mit aller Absicht ein Eigentor, um eine unüberlegte Dummheit des Gegners auszugleichen? SUPERFAIR! Solche Mannschaften werden Freunde, weil sie Freude machen und so dazu beitragen, die Welt ein klein wenig besser zu machen. Tolle Jungs leben in Buschhoven!

Das Team

Mehr zur D1 - U12 des FC Pech: Hier

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[Dieser Beitrag in diesem Blog? Ja klar!
Fußball hat sehr viel mit Kultur zu tun.
Angesichts all derer, die nicht nur am Wochenende auf'm Platz oder knapp daneben stehen, kenne ich keine andere Aktivität, die so viele Menschen zusammen bringt, wie der Fußball. Kinder, Eltern und Großeltern. Nicht einmal Museen schaffendas, ;-)

Die gesellschaftsbildende Funktion des Fußballs wird von vielen noch immer unterschätzt.
Ich, für mich, sehe meinem Sohn nicht nur gerne dabei zu, wie er kickt und dabei seine Persönlichkeit entwickelt, sondern finde es auch sehr spannend, zu beobachten, was auf, am und ganz jenseits des Platzes passiert. Dank meines Sohnes haben sich mir nun Horizonte eröffnet, nach denen ich mich nie sehnte. - Umso größer die Freude darüber.]

Montag, 18. Juni 2012

Rückschau: Deutschland-Griechenland 0:1

Am Freitag treffen im Viertelfinale der Europameisterschaft Deutschland und Griechenland aufeinander. Der Blick in die Vergangenheit lässt es möglich erscheinen, dass die Griechen eine Chance haben:



Die Neuauflage wird flotter! Hoffe ich.
Freitag, 22.06.2012:
Deutschland - Griechenland, 20.45 Uhr in Danzig

[Dank an Annette Schwindt]

Montag, 11. Juni 2012

Carl Brunn: Fußball auf dem Boden der Tatsachen

Der Tagesplan europäischer Fußballfans wird die nächsten Wochen davon abhängig sein, wann welche Spiele der EM übertragen werden. Große Spiele und faszinierende Fußballspieler erwarten uns.

Der Aachener Fotograf Carl Brunn, manche kennen ihn von 11Freunde, erinnert mit einem Blog "FußballFanFotos" an die, ohne die der Fußball nur halbrund und weniger gehaltvoll wäre. Ein höchst sympathischer Fotoblog - mit echten (!) Menschen und guten Texten aus den Tasten von Christoph Löhr.

Aus der Serie: Fussballfans
Thomas v. T. Alemannia-Fans kennen ihn.

Und hier fing mal alles an: Die Karriere der meisten Fans und die der Fußballstars sowieso: auf den Bolzplätzen.

Da geht es los. Immer! Ohne diese Orte gäbe es keine Ronaldos, Beckenbauers, Messis....

Bis Ende Juli sind Brunns Fotos aus der Bolzplatzserie noch in Köln zu sehen.
Und zwar in der Herrenbude und im Rock-It-Baby,Köln-Ehrenfeld, Rothehausstraße 4.
Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag 17 bis 20 Uhr, Freitag 11 bis 14 und 17 bis 20 Uhr, Samstag 11 bis 16 Uhr.

Zur Homepage von Carl Brunn

Futterkiste

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Kommentare

Danke sehr!
Danke sehr!
Joern Borchert - 2015-01-14 00:42
Toller Artikel!
Hallo Herr Borchert, ich fand den Artikel sehr interessant. Herzlichen...
Perfectrix - 2014-11-20 09:37
Einladung an Nina
Danke Dir für die netten Worte. So wie ich Dir...
Joern Borchert - 2014-06-20 23:47
Feuerlöscher
Lieber Jörn, super, dass Du die Serie startest...
nina gorgus - 2014-06-11 09:45
Richard lebt!
Schön, mal wieder etwas von Dir zu lesen. Werde...
Joern Borchert - 2014-05-30 19:50

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