Europas Museen

Mittwoch, 19. März 2008

Museumtalks aus Brüssel

http://www.brusselsmuseums.be/index1.html
Hier können Sie sich neuerdings mp3-audioguides herunterladen, wenn Sie nach Brüssel fahren und wissen wollen, was andere über die dortigen Museen und Ausstellungen zu sagen haben. Meist sind es Laien, die etwas erzählen.

Noch scheint mir das Angebot deshalb etwas dürftig. Wirklich spannend sind die Beiträge der deutschsprachigen Kommentatoren (nur 5) nicht wirklich. Aber das kann ja besser werden, wenn Sie daran mitwirken, es besser zu machen.

Trotz allem: eine bemerkenswerte Initiative der Brüsseler Museen.

Hier geht es zu museumstalks.

Freitag, 7. März 2008

Tollhaus Europa/die Zweite

hg poettering hans walter huetter
Hans Gert Pöttering und Hans Walter Hütter
© Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Michael Jensch, Axel Thünker

Vor gut einem Jahr machte ich schon einmal auf das "Tollhaus Europa" aufmerksam und zeigte mich ein wenig verwundert, dass Hans-Gert Pöttering, der Präsident des Europäischen Parlaments, zu den beiden Ausstellungsprojekten zur Europäischen Geschichte in Brüssel noch ein drittes hinzufügen wollte. So sagte er in seiner Grundsatzrede zum Amtsantritt.

Heute fand ich auf den Webseiten des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine Pressemitteilung, in der zu erfahren ist, dass das Europäische Parlament ein neunköpfiges Expertengremium einberufen hat, das unter Leitung des Präsidenten der Stiftung Haus der Geschichte der BRD, Hans Walter Hütter, bis zum Herbst 2008 ein inhaltliches Konzept für die Errichtung eines „Hauses der Europäischen Geschichte“ erarbeiten soll.

Da das Haus der Geschichte inzwischen dafür bekannt ist, sich immer wieder selbst zu wiederholen - die Sonderausstellungen beweisen das eindrucksvoll und in immer unerträglicherer Weise - wird es ihm nicht schwer fallen, das geforderte inhaltliche Konzept bis zum Herbst vorzulegen. Vermutlich wird es dem Konzept ähneln, das vor zwei Jahren vom Haus der Geschichte für das in Aachen damals geplante, dann von den Bürgern abgeschmetterte "Bauhaus Europa" erarbeitet wurde.

So sieht effektive Arbeit aus. H.W. Hütter, der politisch in Neuss nicht reüssieren konnte und den es nun umso heftiger nach oben drängt, wittert mal wieder Morgenluft. Und in Brüssel werden in beträchtlicher Millionenhöhe die Gelder der europäischen Steuerzahler großherrschaftlich auf das Europamuseum, das Besucherzentrum des Europäischen Parlaments und nun auch noch auf ein "Haus der europäischen Geschichte" verteilt.

Altes Konzept. Neue Personal- und Reisekosten. Und der Bürger bekommt kaum etwas davon mit, wie seine Steuern verschwendet werden...

Montag, 7. Januar 2008

Bellprat Associates setzt Rheinfall in Wert

Xavier Bellprats Ideenwerkstatt hat wieder einmal einen Wettbewerb gewonnen. Diesmal den vom Kanton Zürich ausgeschriebenen zur Aufwertung von Schloss Laufen und seiner Umgebung. Die Umgebung, das ist der Rheinfall. Europas größter Wasserfall. Hauptaufgabe war, die touristische Verweildauer an diesem weltberühmten Ort auf mindestens zwei Stunden zu erhöhen. Dies soll mit einem Museum und einem Erlebnispfad erreicht werden. 6 Millionen Franken stehen dafür zur Verfügung.

Mehr Einzelheiten erfahren Sie in dem lesenswerten Artikel des Tagesanzeigers. Hört sich gut an.

Dienstag, 13. November 2007

Ein Museum des Zweiten Weltkriegs in Polen?

Pardon, ich halte diese Idee, die der polnische Historiker Pawel Machcewicz neuerdings lanciert, für ebenso dämlich und nutzlos wie die eines Vertreibungszentrums in Berlin, auf das sein Vorschlag wohl eine Antwort sein soll. Wären das Geld und die Geistesanstrengungen, die solche Unternehmungen erfordern, nicht sehr viel sinnvoller eingesetzt, um etwa deutsch-polnische Jugendbegegnungen zu fördern? Nicht zuletzt, um zu zeigen, dass man etwas aus der Geschichte gelernt hat. Oder wann wollen wir den Zweiten Weltkrieg beenden und Europa endlich Realität werden lassen? Ausstellungen wie die oben genannten perpetuieren eher Hass als Freundschaft. Oder etwa nicht?

Quelle: Courrier international

[Dank an Madeleine]

Freitag, 9. November 2007

Bericht aus Brüssel: "Europa: Unsere Geschichte!"

Am 6. 11. brachte der "Bericht aus Brüssel" (WDR) einen kurzen Beitrag zur aktuellen Ausstellung des Europamuseums, den Sie sich auch im Internet ansehen können.

Montag, 3. September 2007

30. März 2011, 14.00 Uhr: Eröffnung des Niederländischen Geschichtsmuseums

Seit einiger Zeit ist im Internet ein Kanon der niederländischen Geschichte zugänglich, der von einer Historikerkommission erarbeitet wurde und dort zur Diskussion gestellt wird. 50 Marksteine der niederländischen Geschichte sind hier aufgelistet. Wer die niederländische Sprache beherrscht, ist klar im Vorteil. Denn die niederländische Version bietet sehr viel mehr Informationen - vor allem zu den Hintergründen des Projektes - als die englische. (An eine deutsche Version wagen wir ja gar nicht zu denken.)

Zu den Hintergründen gehören die Planungen für das Nationale Geschichtsmuseum der Niederlande. Denn der Kanon ist ein Baustein der Vorbereitungsarbeiten für das neue Nationalmuseum, das offenbar auch dazu gedacht ist, der Provinz im niederländisch-deutschen Grenzgebiet einen Impuls zu geben.

Wenn ich das richtig verstehe, so steht bereits fest, dass das Gebäude von den bekannten Mecanoo Architecten/Delft gebaut wird. Das entnehme ich jedenfalls einer 80-seitigen Publikation, die über die Planungen Auskunft gibt und auch sonst sehr sehenswert ist. Gebäude + Inneneinrichtungen sollen demnach etwa 50 Millionen Euro kosten.

Auch der Eröffnungstermin steht schon fest:
Mittwoch, 30. März 2011, 14.oo Uhr.

So plant man in den Niederlanden...

Weitere Informationen hier und hier - und zu den selbstverständlich nicht ausbleibenden Auseinandersetzungen hier und bei Google-Nieuws hier.

Mittwoch, 13. Juni 2007

HAARUNDKAMM: ein Museum, das Ihren Kopf verändert

"HAARUNDKAMM ist das einzige Museum im deutschsprachigen europäischen Raum, das sich ausschließlich mit dem Gebrauchs- und Kulturgegenstand Kamm sowie dessen handwerklicher und industrieller Fertigung beschäftigt." So lesen wir in der Selbstdarstellung des neuen Museums in dem Schweizer Ort mit dem hübschen Namen Mümliswil. Das ist etwas untertrieben: Es geht auch um Haare, Frisuren und Haarschmuck.

Integraler Bestandteil des Museums ist der Friseursalon "Corinne", wo Sie vor, während oder nach dem Museumsbesuch Ihren Schopf herrichten lassen können.

Im Impressum der Internetseite finden wir den Namen der außerordentlich kreativen und innovativen Ausstellungsgestalterin Trinidad Moreno. Ich vermute, dass Sie nicht nur die Internetpräsenz realisiert hat.
[Warum sagt man eigentlich nur selten klar und eindeutig, wer ein Museum gestaltet hat?]

Überhaupt scheint mir in Deutschland viel zu wenig wahrgenommen zu werden, was museal und ausstellungsgestalterisch in der Schweiz passiert. Da gibt es viel zu sehen und womöglich auch zu lernen. Wenn ich die mir vorliegenden Informationsmaterialien von Trinidad Moreno anschaue, bin ich mir da sogar sicher. Toll!

Mittwoch, 28. März 2007

Der STERN über das Musée de l'Europe

Tilmann Müller war im Auftrag des STERN mit dem Historiker Krzysztof Pomian in Brüssel unterwegs, um sich über das Musée de L'Europe zu informieren. Besonders viel kam nicht dabei heraus.

Mittwoch, 21. März 2007

Das Musée de l'Europe ist online

Lange Jahre blühte das Musée de l'Europe (ME) eher im musealen Unterholz. Nun endlich gibt es eine zwar schlanke, doch immerhin offizielle Internetpräsenz dieses ambitionierten Museumsprojektes. Allerdings sind für die Lektüre Kenntnisse des Französischen oder des Niederländischen Voraussetzung. Eine englische Fassung liegt leider noch nicht vor.

Interessant ist die Auflistung derjenigen Personen und Institutionen, die dem Projekt in einem der zahlreichen Gremien beratend zur Seite stehen oder standen. Renommierte Historiker und Vertreter bedeutender Museen (vor allem Westeuropas) sowie das Team, das vom Büro für Ausstellungsgestaltung "Tempora" zusammengestellt wurde.

Ferner erfahren wir, dass vom 25. Oktober 2007 bis zum 9. Mai 2008 in Brüssel die Ausstellung "C'est notre histoire!" gezeigt werden soll. Als offizielle Ausstellung der Europäischen Kommission zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge und - nach Dieu(x), modes d'emploi - zugleich als Pilotausstellung des ME. Ausstellungsort: Tour & Taxis.

Ich denke, ich sollte auch dieses Jahr mal wieder nach Brüssel fahren. Nicht nur wegen der Ausstellungen...


(s.a. meine Einträge vom 4.1.2006 und 7.2.2007)

Donnerstag, 1. März 2007

Schweden: Eintritt senkt Besuchszahlen

Seit Jahresbeginn verlangen die staatlichen Museen Schwedens wieder Eintrittsgebühren. Seitdem sind die Besucherzahlen durchschnittlich etwa um 35 Prozent gesunken.
[via fiket, dem Blog aus und über Schweden]

Kulturelle Welten

Dies und das aus der Welt der Kulturvermittlung: etwas über Museen und Ausstellungen, Lichter in der Nacht und was Jörn Borchert sonst noch so ge-, miss- und auffällt. Ein Klick auf den Header bringt Sie zu den neuesten Meldungen. Eine mail an museologie[at]gmx[Punkt]de direkt zu mir.

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Kommentare

Schlafen im Museum
Da bin ich ja mächtig gespannt, was man außer...
Nina (anonym) - 2008-06-30 17:19
Aber, aber...
Lieber GP, dass man in der französischen Diaspora...
Joern Borchert - 2008-06-24 23:32
Sperrgut
Natürlich ist Denken wichtig. Und Erinnern auch....
GP-F (anonym) - 2008-06-23 21:30
Noch nie so viel
In Paris wird diese Ausstellung immer wieder erwähnt,...
Madeleine (anonym) - 2008-06-16 22:50

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