Heute quietschte der
Twitter Account des von der Heydt-Museums/Wuppertal heftigst. Erst hieß es, dass Twitter seitens des Museums nicht mehr genutzt werden dürfte (Zitate
hier). Bald darauf wurde das widerrufen. Was war da los?
Offen gestanden, ich wundere mich, dass es Museen in öffentlicher Trägerschaft gibt, die überhaupt twittern dürfen.
Haben Sie schon einmal in einer öffentlichen Verwaltung gearbeitet? Kennen Sie Dienstwege? Wer in einem Museum arbeitet, das nicht privat ist, der kann nicht einfach alles in die Welt verspritzen, was ihm grad in den Kopf kommt. Vieles davon muss erst einmal von denen abgesegnet werden, die ihm übergeordnet sind. Blog- und und Twitter-Fans mag das dämlich vorkommen. Doch ich finde schon, dass das Sinn macht. Und ich finde das eigentlich auch gut so.
Stellen Sie sich bitte mal vor, die Direktorin eines Museums versucht gerade, Sponsoren für ein Ausstellungsprojekt zu finden und einer ihrer Mitarbeiter verbreitet, ohne mit ihr gesprochen zu haben, via Twitter irgendetwas, was den Sponsor vergrätzen könnte. Wär doch blöd, oder? Blöd, weil damit das ganze Projekt sterben könnte. Denn nur selten zählen bisher die Follower bei Twitter. Doch, es gibt Wichtigeres!
Insofern kann ich mir vorstellen, dass es Institutionen gibt, die Angst vor Twitter haben. Einerseits entwickelt sich Twitter zu einem Medium der Öffentlichkeitsarbeit, auf das man nicht verzichten sollte, andererseits kann Twitter auch Probleme schaffen, die man bisher nicht hatte. Nicht zuletzt, weil Twittern nur sinnvoll ist, wenn man schnell ist und die nötigen personellen Kapazitäten dafür hat, schnell sein zu können.
Ich bin höchst neugierig, wie dieses Problem in deutschen Museen aktuell gehandhabt wird. Gibt es da überhaupt Diskussionen zu diesem Thema? Ihre Erfahrungen dazu würden mich brennend interessieren. Bitte um Kommentare.