Kennen Sie Lutz Engelke? Wahrscheinlich nicht. Doch wenn Sie im Ausstellungswesen tätig sind, dann kennen Sie bestimmt
TRIAD. Seine Firma.
Jüngst erschien aus der Feder von
Frank Sieren in der
ZEIT ein Artikel über ihn, in dem er und sein Lebensweg so dargestellt werden, dass wir alle hin und weg sein müssen/sollten.
Was für ein Kerl! Schmeißt die Schule hin, lernt dann Klempner, macht das Abi nach, wird Krankenpfleger, studiert dann ein Semester Medizin, danach Psychologie, Literatur und Publizistik. 1990 wird er Pressesprecher des Berliner Senats. Weil er nicht in die SPD eintreten will schmeißt er den Job hin, trifft zufällig einen einen jüdischen (!) Iren mit der größten Fernsehgerätesammlung der Welt und weiß plötzlich, laut Zeit "was er machen will: moderne Ausstellungen mit künstlerischen Multimediakonzepten."
Und die macht er nun. Stets blendend, nie nachhaltig und niemals von Dauer, aber immer so, dass ein Großauftrag den nächsten provoziert. Man muss sich nur in den richtigen
Kreisen bewegen. Die Welt will Glanz und Glamour. Und auf diesem Klavier beherrscht Engelke ohne Zweifel alle Oktaven.
"Es ist wieder spät geworden beim Wein. Engelke hat seinen wachen Geist schon auf Gleitflug gestellt, als er einen Anruf bekommt: Theo Zwanziger, der DFB-Chef, lässt mitteilen, dass Triad die Ausschreibung für das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund gewonnen hat. Ein 27-Millionen-Euro-Projekt. Engelke ist wieder hellwach und die Expo fast schon Geschichte.
Fußball ist noch schöner als China."
Den ganzen, peinlichen Werbeartikel bei der ZEIT gibt es
HIER.
Ist er lächerlich, nur doof und was unterscheidet sogenannten Qualitätsjournalismus eigentlich noch von der Yellow Press? Mir gibt das zu denken. Ihnen auch?
PPS: Ebenso werde ich nachdenklich, wenn der genannte Beitrag in der ZEIT in der Rubrik "Wirtschaft" erscheint. Öhm, die haben da ja auch noch 'ne Rubrik "Kultur", nicht wahr. Ok, Fußball hat aus deren Sicht wohl mehr mit Geld als Kultur zu tun. Kann man so sehen. Muss man aber nicht.