Wie vermarktet man eine Ausstellung? - Gespräch mit Max Hollein
Die Zeiten sind vorbei, wo allein eine fein gedrechselte Dissertation zur Kunstgeschichte als Qualifikation ausreichte, um Direktor eines großen Museums zu werden. Max Hollein etwa, der Herr über Städel, Schirn und Liebighaus, hat neben der Kunstgeschichte BWL studiert. Das war nicht blöd.
Auf die Frage, wie man eine Ausstellung vermarktet, antwortet er: "Wegen des schlecht ausgestatteten Werbeetats am besten mit Guerrilla-Marketing."
Für die, die nicht wissen, was das ist, gibt er Beispiele:
"Sie machen Aktionen, die kaum etwas kosten, aber viel Aufmerksamkeit erregen. Bei der Cranach-Ausstellung im Städel haben wir zum Beispiel alle Apotheken und Copyshops mit Postern ausgestattet, weil Cranach selbst eine Apotheke und eine Druckerei betrieben hat. Und wir haben die Bewohner der vielen Cranachstraßen in Deutschland mit einem Brief eingeladen. Für eine andere Ausstellung in der Schirn, die sich mit grotesker Kunst beschäftigt hat, haben wir eine Kampagne gemacht, deren Kernstück eine fingierte Bürgerinitiative war, die gegen die Ausstellung protestiert hat."
Ob ich es einmal erleben darf, für einen solchen Direktor arbeiten zu dürfen? Die Chance ist gering, denn solche Kerle sind zwar häufig in den Feuilletons anzutreffen, doch nur selten in der musealen Landschaft, zu der ich einen Zugang habe. Ich gebe die Hoffnung nicht auf und rufe weiter laut im dunklen Wald.
Den ganzen Artikel finden Sie in der FAZ vom 28.02.2009.
Auf die Frage, wie man eine Ausstellung vermarktet, antwortet er: "Wegen des schlecht ausgestatteten Werbeetats am besten mit Guerrilla-Marketing."
Für die, die nicht wissen, was das ist, gibt er Beispiele:
"Sie machen Aktionen, die kaum etwas kosten, aber viel Aufmerksamkeit erregen. Bei der Cranach-Ausstellung im Städel haben wir zum Beispiel alle Apotheken und Copyshops mit Postern ausgestattet, weil Cranach selbst eine Apotheke und eine Druckerei betrieben hat. Und wir haben die Bewohner der vielen Cranachstraßen in Deutschland mit einem Brief eingeladen. Für eine andere Ausstellung in der Schirn, die sich mit grotesker Kunst beschäftigt hat, haben wir eine Kampagne gemacht, deren Kernstück eine fingierte Bürgerinitiative war, die gegen die Ausstellung protestiert hat."
Ob ich es einmal erleben darf, für einen solchen Direktor arbeiten zu dürfen? Die Chance ist gering, denn solche Kerle sind zwar häufig in den Feuilletons anzutreffen, doch nur selten in der musealen Landschaft, zu der ich einen Zugang habe. Ich gebe die Hoffnung nicht auf und rufe weiter laut im dunklen Wald.
Den ganzen Artikel finden Sie in der FAZ vom 28.02.2009.
Joern Borchert - 2009-03-02 21:56 + 1120
1 Kommentar - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Jens (Gast) - 2009-03-11 23:44
Ich bin der Meinung, das es am Wichtigsten ist, dass man den Leuten erzählt worum es geht und wie es läuft. Denn wenn man deren Interesse weckt, dann kommen die auch und dann kann man noch mal Kosten sparen. Einfach ist es allerdings nicht, denn vor allem die jungen Leute mögen es nicht, wenn sie sich mit der Kultur und der Geschichte auseinander setzen müssen. Ich finde das schrecklich, denn es ist nun mal ein Teil unseres Lebens und das sollten wir nicht einfach so vergessen.




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