Tübingen 2011: Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde

Vom 21. bis zum 24. September 2011 tagen die Volkskundler in Tübingen. Motto: Kultur_Kultur. Denken. Forschen. Darstellen.
Laberrhabarber. Worum soll es da gehen?
"Kultur_Kultur. Denken, Forschen, Darstellen richtet den Blick auf Kultur als zentrale Kategorie der Volkskunde und ihrer Fortentwicklungen. Der Tübinger Kongress will dazu einladen, die kulturale Wende im Fach einer umsichtigen Evaluierung zu unterziehen. Es wird gefragt, wie sich eine wissenschaftliche Disziplin rüsten kann, die für sich eine selbstkritische Zuständigkeit für Kultur reklamiert und gleichzeitig auf die veränderten Bedingungen für ein Verstehen der kulturalen Dimension der sozialen Welt zu reagieren hat. Es geht dabei weder allein um Theorien und Methoden noch um eine Wiederholung der Diskussionen um Repräsentationen von Kultur oder die notwendigen Differenzierungen einer desavouierten machtvollen Konstruktion. Der Kongress soll vielmehr das Verhältnis des Faches zu seinem Gegenstand prüfen und neu begründen helfen und dazu anleiten, populäre Denkweisen in Geschichte und Gegenwart ebenso in den Blick zu nehmen wie die Probleme und Perspektiven der Kulturforschung in einer sich zusehends interdisziplinär organisierenden Wissenschaftslandschaft."
Langsam beginne ich, mich für das Fach zu schämen, dass ich einmal studierte. Klug-klingendes Geschwurbel, das Gerede über Alles und Nichts, trägt sicher nicht dazu bei, die Welt besser zu machen. Obige Zeilen kommen mir vor, wie das Kratzen im eigenen Bauchnabel oder das genussvolle Verzehren fetter Popel aus einer hochnäsigen Tübinger Nase, die nach Bausinger und Jeggle keinen Grund mehr hat, hochnäsig zu sein.
Also auf nach Tübingen! Um an die Falkensteiner Protokolle zu erinnern. Um vehement darauf hinzuwirken, die gesellschaftsrelevanten Aspekte unserer Wissenschaft wieder in den Vordergrund treten zu lassen und Wissenschaftlern etwas entgegenzusetzen, die Texte wie den obigen Text verfasst haben. Schluss mit dem Aufblasen marginaler Luftballons und Däumchendrehen.
Gebt der Zukunft des Fachs eine Chance! Wehrt Euch gegen Gelaber und findet Themen, die unsere Gesellschaft besser machen können. Treffsicher analysierend und für Veränderungen sorgend oder wenigstens mit Beiträgen zur intelligenten Unterhaltung.
Wir haben so viele Probleme. Warum greift die Tagung keines davon auf? Die ungleiche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Klimaschutz und Kultur, Ethnologie im Schulprogramm, Konsum (Aldi vs. Bio-Markt), Religionen in der BRD etc.
Zu vielen Themen könnten Volkskundler/Empirische Kulturwissenschaftler/Kulturanthropologen, oder wie immer auch immer sie sich nennen, etwas beitragen.
Warum weigern sie sich? Erklären Sie mir das mal!
Zur Homepage der DGV-Tagung.
Joern Borchert - 2011-05-15 21:15 + 832
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