Dienstag, 25. Januar 2011

Simcity Bonn: Ernst oder Spiel?

Auch Sie koennen mitmachen!

Der Stadt Bonn und ihrem Bürgermeister steht das Wasser bis zum Hals. So geht es vielen Städten und Bürgermeistern heute. Manche versuchen das Problem zu lösen, indem sie aktiv werden und die Karre selbst aus dem Dreck zu ziehen versuchen.

Der Bonner Bürgermeister ist da geschickter. Er ruft die Bevölkerung auf, seine Vorschläge zu Einsparungen und Einnahmeerhöhungen zu bewerten bzw. selbst solche zur Diskussion zu stellen. Die 50 best-bewerteten Vorschläge sollen dann in die politischen Gremien gehen. Hört sich gut an. Klingt nach Demokratie.

Auch die Museen der Stadt spielen da eine Rolle. Die von der Stadt getragenen und die von ihr geförderten. Um es vorwegzunehmen: Nein, es ist keinesfalls so, dass die registrierten Teilnehmer die Museen grundsätzlich abschaffen wollen. Sie legen nur ihre Finger in Wunden, die schon lange klaffen.

Vor allem das Frauenmuseum und das Stadtmuseum stehen in der Kritik. Beide erfreuen sich auch im realen Leben nicht gerade großer Zustimmung. Das ist eine der guten Seiten des Portals "Bonn packt's an". Es kommen Zahlen auf den Tisch, die den Bonnern bisher kaum bekannt gewesen sein dürften.

Auch Zahlen zum Kunstmuseum der Stadt Bonn. Wir lesen da:
"Das Ausgabebudget des Kunstmuseums für das Jahr 2011 (Haushaltsentwurf) liegt bei rund 5 Millionen Euro, die Einnahmen liegen bei rund 340.000 Euro und der jährliche Zuschussbedarf somit bei rund 4,7 Millionen Euro, dieser bleibt bis 2015 unverändert." Beschäftigt sind dort 46 Mitarbeiter, von denen angeblich 28 nicht in anderen Bereichen der Stadt Bonn eingesetzt werden können. Da ist es verständlich, dass dieses Thema zahlreiche Kommentatoren auf den Plan ruft.

Doch es wird da nicht nur gemeckert. Es kommen auch durchaus konstruktive Vorschläge auf den Tisch. Zu denen gehört der, das Bonner Stadtmuseum in das Bonner Kunstmuseum zu integrieren. Notzeiten können offenbar positive Gedanken in Gang setzen. Denn alle Notwendigkeiten und Inhalte sprechen dafür, die beiden Museen zusammenzulegen. Zum Wohle der Stadtkasse, zum Wohl beider Museen und vor allem auch zum Nutzen der einheimischen wie der auswärtigen Besucher, die endlich die Zeugnisse kulturellen Schaffens in der Stadt Bonn an einem Ort betrachten könnten.

Bei allen produktiven Gedanken, die dieses Portal hervorruft, ist jedoch auch Kritik angebracht:

a) Es soll ein Meinungsbild abgerufen werden. Bislang haben sich etwas mehr als 5.000 Teilnehmer registriert. Vorausgesetzt alle von ihnen stammen aus Bonn, was gar nicht sicher ist, so würde diese Umfrage die Meinungen von nicht einmal 2% der Bonner Bevölkerung repräsentieren. Die meisten davon dürften unter 30 sein und eher über höhere Bildungsabschlüsse verfügen, sofern man den aktuellen Daten zur Internetnutzung vertrauen mag. Die Umfrage ist also alles andere als repräsentativ.

b) Die Punkte, die seitens der Verwaltung zur Diskussion gestellt werden, sind nie oder nur selten neutral formuliert. Meist legen sie eine Entscheidung nahe. Zudem werden manche Positionen so in einem Punkt zusammengefasst, dass man sich gezwungen fühlt, gegen den Einsparungsvorschlag zu stimmen.


c) Es ist zu befürchten, dass die politischen Gremien diese Umfrage als Grabbelkiste nutzen werden, aus der sie ihre Argumente/Gegenargumente je nach Belieben herausziehen werden. Gleichzeitig können sie sich immer auf den Bürgerwillen berufen, auch wenn er tatsächlich (s.o.) nicht gegeben ist.

Wenn auch Sie das weitere Schicksal der Stadt Bonn bestimmen oder sich einfach nur mal informieren wollen, dann klicken Sie auf Bonn packt's an.

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Kommentare

;-)
;-)
Joern Borchert - 2012-05-02 22:40
Es ist heute der erste...
Da kann man Heinrich Heine zum Glück auch viel...
Wilhelm Eschershausen (Gast) - 2012-05-01 11:06
Pardon, Herr Eschershausen
es hat etwas gebraucht, bis ich begriffen habe, dass...
Joern Borchert - 2012-03-15 03:43
Zitronenfalter
Und da man mit Schutzhandschuhen schlecht schreiben...
Wilhelm Eschershausen (Gast) - 2012-03-13 14:27

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