Deutsches Historisches Museum: "Macht zeigen", Studenten missbrauchen und sparen
Das Deutsche Historische Museum in Berlin, sicher keine ohn- oder unmächtige Institution, schließlich handelt es sich um das nationale Geschichtsmuseum der Bundesrepublik Deutschland, wenn nicht um das Deutsche Nationalmuseum, nutzt seine Stellung, um nun das zu tun, was die Museen in der Provinz auch tun. Es spart. Hemmungslos, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne sich seiner Vorbildfunktion bewusst zu sein!
Während die Provinzmuseen sich vielerorts kaum noch Wechselausstellungen leisten können, die nicht von Studenten, Praktikanten oder anderen unbezahlten Kräften realisiert werden - wofür viele, auch dumme Gründe genannt werden - setzt nun auch das mächtigste unserer Bundesmuseen ein Zeichen und macht es ebenso.
Mit einer Ausstellung, deren Ausstellungstitel in diesem Kontext an Zynismus kaum noch zu überbieten ist. Ihr Titel: "Macht zeigen - Kunst als Herrschaftsstrategie". Warum ich den Titel als zynisch empfinde. Nun, weil die Ausstellung von Studenten der HfG Karlsruhe unter Leitung von Wolfgang Ullrich konzipiert, kuratiert und auch gestaltet wurde und bei dieser Gelegenheit herrschaftsstrategisch ebenso klug wie deutlich asozial die aus der Not geborenen Vorgehensweisen kleiner Museen nun auch beim größten der Nationalmuseen Deutschlands eingeführt werden. Das Prekariat als Hofnarr. ("Wenn das die Kanzlerin wüsste....;-)
Statt ein Zeichen zu setzen und den Studenten der Kulturbranche (vom Designer bis zum Historiker) eine Perspektive zu geben, macht es auf billig und lässt sich von Studenten für praktisch lau eine Ausstellung produzieren. Studenten kosten nix und sind sehr engagiert. Das schont den Etat und so ein Projekt kann man zudem noch dazu als hervorragende Einführung in die Praxis anpreisen. Zumindest in Karlsruhe wird diese Ausstellung als vorbildliche Kooperation und Einführung in die Praxis verkauft. Doch was für eine Praxis ist das? Kein Wort darüber, dass Studenten auf diese Weise verführt wurden, ihren eigenen Sarg zu zimmern, indem sie das Tätigkeitsfeld, in dem sie später einmal ihre Brötchen verdienen wollen, höchst engagiert und fantasievoll selbst kaputt zu machen.
Denn warum braucht es eigentlich noch Ausstellungsdesigner, freie oder fest angestellte Historiker und Kuratoren, wenn es doch ebenso gut mit Studenten, Praktikanten, angestiftet und verleitet von Professoren, geht? Während die Professoren - bestens alimentiert! - ihren guten Ruf dadurch vermehren können, wird sich das Gros der Studenten, die an diesem Projekt mitwirkten, in 10 Jahren fragen, wie doof sie eigentlich heute waren, dass sie ihr Tätigkeitsfeld ohne Not selbst zerstört und so ihre Zukunft oder gar eine Familiengründung praktisch unmöglich gemacht haben. Nicht jeder Professor sorgt sich um die Zukunft seiner Studenten - seine eigene ist ihm oft näher - und offenbar macht die Hochschulreife nicht immer reif fürs Leben, sondern eben nur für das Hochschulwunderland mit all seinen wunderbaren Verlockungen, denen zu widerstehen, schwer fällt. Klar doch! Noch zahlt ja der stolze Papa, keiner sorgt sich und meckern tut auch niemand. Doch wer zahlt, wenn Papa tot ist?
Ebenso bedenkenswert finde ich, dass Peter Sloterdijk einer der Festredner zur Eröffnung dieser Ausstellung war. Ihm hätte ich mehr Überblick zugetraut. Aber für Geld und Einfluss macht auch der wohl alles.
Der Hofnarren gibt es in diesem Staat viele. Viel zu viele. Es ist an der Zeit, dass die Narren wieder etwas ernsthafter und selbstbewusster werden und Menschen auf den Plan treten, die der Ausbeutung von Menschen in Ausbildung zu Ungunsten der Allgemeinheit Einhalt gebieten. Die Herren und Damen des Hofes sollten das leisten!
Mir macht das Angst.
Herr Ullrich, Ihnen nicht?
Während die Provinzmuseen sich vielerorts kaum noch Wechselausstellungen leisten können, die nicht von Studenten, Praktikanten oder anderen unbezahlten Kräften realisiert werden - wofür viele, auch dumme Gründe genannt werden - setzt nun auch das mächtigste unserer Bundesmuseen ein Zeichen und macht es ebenso.
Mit einer Ausstellung, deren Ausstellungstitel in diesem Kontext an Zynismus kaum noch zu überbieten ist. Ihr Titel: "Macht zeigen - Kunst als Herrschaftsstrategie". Warum ich den Titel als zynisch empfinde. Nun, weil die Ausstellung von Studenten der HfG Karlsruhe unter Leitung von Wolfgang Ullrich konzipiert, kuratiert und auch gestaltet wurde und bei dieser Gelegenheit herrschaftsstrategisch ebenso klug wie deutlich asozial die aus der Not geborenen Vorgehensweisen kleiner Museen nun auch beim größten der Nationalmuseen Deutschlands eingeführt werden. Das Prekariat als Hofnarr. ("Wenn das die Kanzlerin wüsste....;-)
Statt ein Zeichen zu setzen und den Studenten der Kulturbranche (vom Designer bis zum Historiker) eine Perspektive zu geben, macht es auf billig und lässt sich von Studenten für praktisch lau eine Ausstellung produzieren. Studenten kosten nix und sind sehr engagiert. Das schont den Etat und so ein Projekt kann man zudem noch dazu als hervorragende Einführung in die Praxis anpreisen. Zumindest in Karlsruhe wird diese Ausstellung als vorbildliche Kooperation und Einführung in die Praxis verkauft. Doch was für eine Praxis ist das? Kein Wort darüber, dass Studenten auf diese Weise verführt wurden, ihren eigenen Sarg zu zimmern, indem sie das Tätigkeitsfeld, in dem sie später einmal ihre Brötchen verdienen wollen, höchst engagiert und fantasievoll selbst kaputt zu machen.
Denn warum braucht es eigentlich noch Ausstellungsdesigner, freie oder fest angestellte Historiker und Kuratoren, wenn es doch ebenso gut mit Studenten, Praktikanten, angestiftet und verleitet von Professoren, geht? Während die Professoren - bestens alimentiert! - ihren guten Ruf dadurch vermehren können, wird sich das Gros der Studenten, die an diesem Projekt mitwirkten, in 10 Jahren fragen, wie doof sie eigentlich heute waren, dass sie ihr Tätigkeitsfeld ohne Not selbst zerstört und so ihre Zukunft oder gar eine Familiengründung praktisch unmöglich gemacht haben. Nicht jeder Professor sorgt sich um die Zukunft seiner Studenten - seine eigene ist ihm oft näher - und offenbar macht die Hochschulreife nicht immer reif fürs Leben, sondern eben nur für das Hochschulwunderland mit all seinen wunderbaren Verlockungen, denen zu widerstehen, schwer fällt. Klar doch! Noch zahlt ja der stolze Papa, keiner sorgt sich und meckern tut auch niemand. Doch wer zahlt, wenn Papa tot ist?
Ebenso bedenkenswert finde ich, dass Peter Sloterdijk einer der Festredner zur Eröffnung dieser Ausstellung war. Ihm hätte ich mehr Überblick zugetraut. Aber für Geld und Einfluss macht auch der wohl alles.
Der Hofnarren gibt es in diesem Staat viele. Viel zu viele. Es ist an der Zeit, dass die Narren wieder etwas ernsthafter und selbstbewusster werden und Menschen auf den Plan treten, die der Ausbeutung von Menschen in Ausbildung zu Ungunsten der Allgemeinheit Einhalt gebieten. Die Herren und Damen des Hofes sollten das leisten!
Mir macht das Angst.
Herr Ullrich, Ihnen nicht?
Joern Borchert - 2010-03-09 20:13 + 1628
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