Kuschelkultur oder Darkroom?
Dieser Tage versammelt sich die Gemeinde deutscher Volkskundler in Tübingen (!), um sich über das Thema "Kultur_Kultur. Denken, Forschen, Darstellen" auszutauschen.

Worum es gehen soll, erfahren wir sofort auf der Tagungs-Homepage: Es geht um Alles oder Nichts. Also kaum etwas.
Konkreter:
"Kultur_Kultur. Denken, Forschen, Darstellen richtet den Blick auf Kultur als zentrale Kategorie der Volkskunde und ihrer Fortentwicklungen. Der Tübinger Kongress will dazu einladen, die kulturale Wende im Fach einer umsichtigen Evaluierung zu unterziehen. Es wird gefragt, wie sich eine wissenschaftliche Disziplin rüsten kann, die für sich eine selbstkritische Zuständigkeit für Kultur reklamiert und gleichzeitig auf die veränderten Bedingungen für ein Verstehen der kulturalen Dimension der sozialen Welt zu reagieren hat. Es geht dabei weder allein um Theorien und Methoden noch um eine Wiederholung der Diskussionen um Repräsentationen von Kultur oder die notwendigen Differenzierungen einer desavouierten machtvollen Konstruktion. Der Kongress soll vielmehr das Verhältnis des Faches zu seinem Gegenstand prüfen und neu begründen helfen und dazu anleiten, populäre Denkweisen in Geschichte und Gegenwart ebenso in den Blick zu nehmen wie die Probleme und Perspektiven der Kulturforschung in einer sich zusehends interdisziplinär organisierenden Wissenschaftslandschaft."
Haben Sie verstanden, welches Ziel dieser Kongress verfolgt? Ich nicht. Wie viel Zeit wurde verschwendet, um dieses Geschwurbel zu formulieren? Ist das Wissenschaft? Ich hoffe nicht.
Die "kulturale Wende des Fachs"? Was ist damit gemeint? Das Abfinden mit dem Ende des Fachs? In Bonn läuten die Totenglocken. Oder ist die kulturale Wende, dass man nun noch mehr Dummquatsch beherrscht als vor 20 Jahren? Im Text wird das nicht klar.
Unter uns: Finden Sie im Tagungsprogramm einen Vortrag, von dem Sie sagen würden: "Ja, den will ich hören."?
Nun, vielleicht am 23.09. um 20:00 Uhr:Raum: FS Lecture zu Ehren Prof. Dr. Hermann Bausingers
Prof. Dr. Barbara Kirshenblatt-Gimblett (New York)
Was würde Sie, als Volkskundler, ansprechen? Was würde Sie interessieren, wenn Sie Historiker, aber nicht Volkskundler wären? Welchen Vortrag würden Sie als interessierter Laie gerne hören?
Seien sie nicht höflich! Da ist doch nun wirklich kaum ein Vortrag dabei, der einen dazu bewegen könnte, den Kongress besuchen zu wollen. Zumindest bringt das die Homepage nicht rüber.
Da wundert es dann auch kaum noch, dass es dort keinen Link zu Twitter, Facebook oder anderen sozialen Medien gibt. Auch ein "Livestream" steht nicht im Wörterbuch der Deutschen Volkskunde.
Wir sind uns selbst genug. Deshalb können wir auch darauf verzichten, fremdsprachige Versionen unserer Homepage anzubieten. Wissenschaftler anglophoner, francophoner oder anderer Sprachgruppen könnten unser Tun womöglich kritisieren.
Es stimmt mich traurig, wie sich das eigentlich kulturrelevanteste Fach aller Fächer unserer Universitäten sich selbst und ohne Zwang so ins Abseits manövriert. Das Internet nicht nutzt, um auf sich aufmerksam zu machen.
Wann endlich tritt endlich mal wieder Einer oder Eine auf die Bühne der Wissenschaft und zeigt uns, welch großen Nutzen wir alle aus der Ethnologie ziehen können? Was die Europäische Ethnologie leisten kann, um das Leben zu bereichern oder gar zu verbessern?
Raus aus dem Darkroom der Wissenschaft - Rein ins Leben!
Ohne Dummquatsch - So wie es Bausinger und Jeggle gemacht haben. In Tübingen....

Worum es gehen soll, erfahren wir sofort auf der Tagungs-Homepage: Es geht um Alles oder Nichts. Also kaum etwas.
Konkreter:
"Kultur_Kultur. Denken, Forschen, Darstellen richtet den Blick auf Kultur als zentrale Kategorie der Volkskunde und ihrer Fortentwicklungen. Der Tübinger Kongress will dazu einladen, die kulturale Wende im Fach einer umsichtigen Evaluierung zu unterziehen. Es wird gefragt, wie sich eine wissenschaftliche Disziplin rüsten kann, die für sich eine selbstkritische Zuständigkeit für Kultur reklamiert und gleichzeitig auf die veränderten Bedingungen für ein Verstehen der kulturalen Dimension der sozialen Welt zu reagieren hat. Es geht dabei weder allein um Theorien und Methoden noch um eine Wiederholung der Diskussionen um Repräsentationen von Kultur oder die notwendigen Differenzierungen einer desavouierten machtvollen Konstruktion. Der Kongress soll vielmehr das Verhältnis des Faches zu seinem Gegenstand prüfen und neu begründen helfen und dazu anleiten, populäre Denkweisen in Geschichte und Gegenwart ebenso in den Blick zu nehmen wie die Probleme und Perspektiven der Kulturforschung in einer sich zusehends interdisziplinär organisierenden Wissenschaftslandschaft."
Haben Sie verstanden, welches Ziel dieser Kongress verfolgt? Ich nicht. Wie viel Zeit wurde verschwendet, um dieses Geschwurbel zu formulieren? Ist das Wissenschaft? Ich hoffe nicht.
Die "kulturale Wende des Fachs"? Was ist damit gemeint? Das Abfinden mit dem Ende des Fachs? In Bonn läuten die Totenglocken. Oder ist die kulturale Wende, dass man nun noch mehr Dummquatsch beherrscht als vor 20 Jahren? Im Text wird das nicht klar.
Unter uns: Finden Sie im Tagungsprogramm einen Vortrag, von dem Sie sagen würden: "Ja, den will ich hören."?
Nun, vielleicht am 23.09. um 20:00 Uhr:Raum: FS Lecture zu Ehren Prof. Dr. Hermann Bausingers
Prof. Dr. Barbara Kirshenblatt-Gimblett (New York)
Was würde Sie, als Volkskundler, ansprechen? Was würde Sie interessieren, wenn Sie Historiker, aber nicht Volkskundler wären? Welchen Vortrag würden Sie als interessierter Laie gerne hören?
Seien sie nicht höflich! Da ist doch nun wirklich kaum ein Vortrag dabei, der einen dazu bewegen könnte, den Kongress besuchen zu wollen. Zumindest bringt das die Homepage nicht rüber.
Da wundert es dann auch kaum noch, dass es dort keinen Link zu Twitter, Facebook oder anderen sozialen Medien gibt. Auch ein "Livestream" steht nicht im Wörterbuch der Deutschen Volkskunde.
Wir sind uns selbst genug. Deshalb können wir auch darauf verzichten, fremdsprachige Versionen unserer Homepage anzubieten. Wissenschaftler anglophoner, francophoner oder anderer Sprachgruppen könnten unser Tun womöglich kritisieren.
Es stimmt mich traurig, wie sich das eigentlich kulturrelevanteste Fach aller Fächer unserer Universitäten sich selbst und ohne Zwang so ins Abseits manövriert. Das Internet nicht nutzt, um auf sich aufmerksam zu machen.
Wann endlich tritt endlich mal wieder Einer oder Eine auf die Bühne der Wissenschaft und zeigt uns, welch großen Nutzen wir alle aus der Ethnologie ziehen können? Was die Europäische Ethnologie leisten kann, um das Leben zu bereichern oder gar zu verbessern?
Raus aus dem Darkroom der Wissenschaft - Rein ins Leben!
Ohne Dummquatsch - So wie es Bausinger und Jeggle gemacht haben. In Tübingen....
Joern Borchert - 2011-09-22 08:07 + 489
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