Gesucht: Blogs von Museen in deutscher Sprache
Auf das Radar von Klaus Graf, dessen Horizont ja bekanntlich sehr weit ist, sind nun auch Blogs von Museen gelangt.
Angeregt vom Blog zur Kasseler Mumienausstellung sucht er weitere Blogs von Museen aus dem deutschsprachigen Raum.
Seien Sie doch so lieb und schicken Sie ihm die Links zu den Museumsblogs, die Sie kennen. Per Kommentar HIERHIN.
Ein paar habe ich ihm schon genannt. Dabei fiel mir auf, dass ich mir nicht sicher bin, ob die betreffenden Museen wirklich verstanden haben, was Blogs sind und was sie leisten können. Sofern ich das richtig verstanden habe, gehört zum Wesen eines Blogs, neben der Ähnlichkeit zum Tagebuch, auch die Kommunikation mit anderen. Per Links in Artikeln, per Blogroll, per Kommentaren etc. Schaue ich mir die existierenden Blogs an, dann bekomme ich ab und an den Eindruck, dass sie sich zu sehr auf sich selbst konzentrieren, statt Türen zu anderen Quellen und Personen aufzumachen.
Ich gehe davon aus, dass wir demnächst auch dazu etwas bei Archivalia lesen werden. Und freu' mich drauf!
Angeregt vom Blog zur Kasseler Mumienausstellung sucht er weitere Blogs von Museen aus dem deutschsprachigen Raum.
Seien Sie doch so lieb und schicken Sie ihm die Links zu den Museumsblogs, die Sie kennen. Per Kommentar HIERHIN.
Ein paar habe ich ihm schon genannt. Dabei fiel mir auf, dass ich mir nicht sicher bin, ob die betreffenden Museen wirklich verstanden haben, was Blogs sind und was sie leisten können. Sofern ich das richtig verstanden habe, gehört zum Wesen eines Blogs, neben der Ähnlichkeit zum Tagebuch, auch die Kommunikation mit anderen. Per Links in Artikeln, per Blogroll, per Kommentaren etc. Schaue ich mir die existierenden Blogs an, dann bekomme ich ab und an den Eindruck, dass sie sich zu sehr auf sich selbst konzentrieren, statt Türen zu anderen Quellen und Personen aufzumachen.
Ich gehe davon aus, dass wir demnächst auch dazu etwas bei Archivalia lesen werden. Und freu' mich drauf!
Joern Borchert - 2010-02-08 19:01 + 907
4 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Hiwwelhubber (Gast) - 2010-02-11 12:10
... vielleicht liegt es einfach daran, dass in den meisten kleinen und mittleren Museen die durch den zum Event aufgeblähten Arbeitalltag keine Zeit und Lust zu solchen Speränzchen haben?
Meint der HH.
Meint der HH.
Joern Borchert - 2010-02-11 18:57
Für den einen sind's Sperenzchen...
für den anderen eine der vielen Möglichkeiten, mit seinem Publikum, dem tatsächlichen wie dem potentiellen, Kontakt aufzunehmen und dabei en passant Einsichten zu gewinnen, die auf andere Weise nur schwer zu erlangen sind.
Lieber Herr Hiwwelhuber, natürlich hatte ich vor allem die großen Museen im Visier. Also herunter bis zum großen Stadtmuseum. Natürlich könnte ich mir aber auch vorstellen, dass in kleinen und mittleren Museen ebenfalls Menschen sitzen, die engagiert sind und nichts unversucht lassen, um neue Publikumskreise zu erschließen.
Vor Jahren verbesserte mich der Direktor eines bedeutenden Kölner Museums mit den Worten: "Herr Borchert, Sie gehen davon aus, dass ich mehr Besucher haben möchte. Ich muss Sie korrigieren. Das will ich nicht. Mehr Besucher bedeuten mehr Arbeit."
Und dann gibt es noch die, die - nun beziehe ich mich auf ihren Kommentar - die ihren Arbeitsalltag als "aufgeblähtes Event" empfinden. Die sollten schnell die Branche wechseln, weil sie das Zirkusgeschäft/die Museumsarbeit nicht verstanden haben. Es reicht nicht das Zelt aufzubauen, Stühle hinzustellen und die Tiere zu füttern. Ein guter Zirkusdirektor sorgt auch dafür, dass er möglichst viele Eintrittskarten verkauft. Und dass nicht nur bei einmaligen Events...
Lieber Herr Hiwwelhuber, natürlich hatte ich vor allem die großen Museen im Visier. Also herunter bis zum großen Stadtmuseum. Natürlich könnte ich mir aber auch vorstellen, dass in kleinen und mittleren Museen ebenfalls Menschen sitzen, die engagiert sind und nichts unversucht lassen, um neue Publikumskreise zu erschließen.
Vor Jahren verbesserte mich der Direktor eines bedeutenden Kölner Museums mit den Worten: "Herr Borchert, Sie gehen davon aus, dass ich mehr Besucher haben möchte. Ich muss Sie korrigieren. Das will ich nicht. Mehr Besucher bedeuten mehr Arbeit."
Und dann gibt es noch die, die - nun beziehe ich mich auf ihren Kommentar - die ihren Arbeitsalltag als "aufgeblähtes Event" empfinden. Die sollten schnell die Branche wechseln, weil sie das Zirkusgeschäft/die Museumsarbeit nicht verstanden haben. Es reicht nicht das Zelt aufzubauen, Stühle hinzustellen und die Tiere zu füttern. Ein guter Zirkusdirektor sorgt auch dafür, dass er möglichst viele Eintrittskarten verkauft. Und dass nicht nur bei einmaligen Events...
Hiwwelhubber (Gast) - 2010-02-12 10:19
... mit Spärenzchen meinte ich genau das, wass Herr CMS in seiner Antwort so schön aufgezählt hat (auch hierfür hätte ich keine Zeit).
Und im Übrigen lasse ich mir nicht erzählen, ich hätte meinen Beruf verfehlt, nur weil ich den Eventkulturausstellungstagdermuseennachtderkunstundsonstnochwas-Zirkus kritisch sehe. Um es bildlich zu sagen: was nutzt uns das Programm, wenn das Zirkuszelt wackelt und die Tiere darben. Ich frage mich, ob Sie den Alltagskamp der kleinen, mit allem unterbesetzten Häuser wirklich kennen, wenn Sie solche Worte spucken!
Und im Übrigen lasse ich mir nicht erzählen, ich hätte meinen Beruf verfehlt, nur weil ich den Eventkulturausstellungstagdermuseennachtderkunstundsonstnochwas-Zirkus kritisch sehe. Um es bildlich zu sagen: was nutzt uns das Programm, wenn das Zirkuszelt wackelt und die Tiere darben. Ich frage mich, ob Sie den Alltagskamp der kleinen, mit allem unterbesetzten Häuser wirklich kennen, wenn Sie solche Worte spucken!
Joern Borchert - 2010-02-17 23:51
Museen leben nur, wenn sie im Leben sind!
Verzeihen Sie, dass ich alle Meldungen von CMS aus meiner Mailbox herausfiltern lasse.
Verzeihen Sie mir ebenso, dass ich anscheinend nicht klar genug zum Ausdruck gebracht habe, dass ich sehr wohl zwischen kleinen und großen Museen unterscheide. Ich kann bestens nachvollziehen, dass Ihnen die "Nächte der Museen" und die Museumstage keine Freude machen. Das sind Events, die Medien gerne aufgreifen, um leere Seiten zu füllen. Während dieser Events muss es laut krachen, damit das jeweilige Museum erwähnt wird. Die Besucher stehen Schlange, um dann am Ende inmitten vieler anderer Menschen nichts verstehen zu können, weil es so laut ist. Viel zu laut; viel zu heftig! Das mag ich doch auch nicht.
@Hiwwelhubber, ich habe die Fantasie, dass es Mittel gibt, möglichst viele Menschen in Museen zu locken, um ihnen die Faszination kultureller Themen - welcher Couleur auch immer - ans Herz zu legen. Wollen wir die Vermittlung kultureller Inhalte dem TV überlassen oder wollen wir etwas dafür tun, dass das TV nicht das alleinige Medium der Kulturvermittlung ist oder bleibt? Ich denke, die Museen, die kleinen wie die großen, haben Chancen, die sie nicht nutzen.
Wenn die Museen im Multimedia-Zeitalter wirksam und weiterhin existent bleiben wollen, dann wird ihnen das nur gelingen, wenn sie die Multimediawelt verstehen, wenn sie sie sie für Ihre Zwecke nutzen und -ja!- zugleich ihr etwas entgegensetzen. Inhalte, die im Internet nicht zu vermitteln sind. Nämlich Räume, die atmosphärisch wirken. Objekte, die stark sind, weil sie echt, 3D und authentisch - und nicht virtuell sind. Die Museen, die sich nur auf 2D (=Videoscreens, Texttafeln, Stereo-Audio) konzentrieren, werden aussterben. Überleben werden die, die Objekte und Räume wirksam werden lassen. Atmosphärisch, gefühlvoll - Museen, denen es gelingt Gegenwelten zu schaffen. Zum Alltäglichen. Um zu irritieren, Fragen zu provozieren oder einfach nur, um einen Platz für die zu schaffen, die sich Ruhe wünschen.
Zur Schaffung einer angenehmen Atmosphäre im Museum können aber eben auch Blogs außerhalb des Museum beitragen. Indem sie dazu verführen, mit den den Museumsverantwortlichen zu kommunizieren, Fragen zu stellen - wenn sie erlaubt sind:-) - Anregungen zu geben oder sich als Museumsfan zu outen.
Je mehr ein Museum es versteht, Kritik von seinen Besuchern einzuholen, um so besser kann es werden!
Wer keine Kritik duldet oder nur darauf besteht, zu bevormunden - via quasi-kolonialem Bildungsauftrag - der muss sich damit abfinden, bald in die Sphären der Bedeutungslosigkeit abzutauchen.
Das würde ich sehr bedauern. Um dem entgegen zu wirken, mache ich weiterhin mein kleines Maul auf. Möge der eine oder die andere verstehen, was ich meine.
Verzeihen Sie mir ebenso, dass ich anscheinend nicht klar genug zum Ausdruck gebracht habe, dass ich sehr wohl zwischen kleinen und großen Museen unterscheide. Ich kann bestens nachvollziehen, dass Ihnen die "Nächte der Museen" und die Museumstage keine Freude machen. Das sind Events, die Medien gerne aufgreifen, um leere Seiten zu füllen. Während dieser Events muss es laut krachen, damit das jeweilige Museum erwähnt wird. Die Besucher stehen Schlange, um dann am Ende inmitten vieler anderer Menschen nichts verstehen zu können, weil es so laut ist. Viel zu laut; viel zu heftig! Das mag ich doch auch nicht.
@Hiwwelhubber, ich habe die Fantasie, dass es Mittel gibt, möglichst viele Menschen in Museen zu locken, um ihnen die Faszination kultureller Themen - welcher Couleur auch immer - ans Herz zu legen. Wollen wir die Vermittlung kultureller Inhalte dem TV überlassen oder wollen wir etwas dafür tun, dass das TV nicht das alleinige Medium der Kulturvermittlung ist oder bleibt? Ich denke, die Museen, die kleinen wie die großen, haben Chancen, die sie nicht nutzen.
Wenn die Museen im Multimedia-Zeitalter wirksam und weiterhin existent bleiben wollen, dann wird ihnen das nur gelingen, wenn sie die Multimediawelt verstehen, wenn sie sie sie für Ihre Zwecke nutzen und -ja!- zugleich ihr etwas entgegensetzen. Inhalte, die im Internet nicht zu vermitteln sind. Nämlich Räume, die atmosphärisch wirken. Objekte, die stark sind, weil sie echt, 3D und authentisch - und nicht virtuell sind. Die Museen, die sich nur auf 2D (=Videoscreens, Texttafeln, Stereo-Audio) konzentrieren, werden aussterben. Überleben werden die, die Objekte und Räume wirksam werden lassen. Atmosphärisch, gefühlvoll - Museen, denen es gelingt Gegenwelten zu schaffen. Zum Alltäglichen. Um zu irritieren, Fragen zu provozieren oder einfach nur, um einen Platz für die zu schaffen, die sich Ruhe wünschen.
Zur Schaffung einer angenehmen Atmosphäre im Museum können aber eben auch Blogs außerhalb des Museum beitragen. Indem sie dazu verführen, mit den den Museumsverantwortlichen zu kommunizieren, Fragen zu stellen - wenn sie erlaubt sind:-) - Anregungen zu geben oder sich als Museumsfan zu outen.
Je mehr ein Museum es versteht, Kritik von seinen Besuchern einzuholen, um so besser kann es werden!
Wer keine Kritik duldet oder nur darauf besteht, zu bevormunden - via quasi-kolonialem Bildungsauftrag - der muss sich damit abfinden, bald in die Sphären der Bedeutungslosigkeit abzutauchen.
Das würde ich sehr bedauern. Um dem entgegen zu wirken, mache ich weiterhin mein kleines Maul auf. Möge der eine oder die andere verstehen, was ich meine.




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