Der Deutsche Museumsbund tagte, kaum einer hat es mitbekommen und sein Präsident hat Wissenslücken
"Museen in der Informationsgesellschaft". So der Titel der gerade beendeten Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes.
" Der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Michael Eissenhauer, sieht Chancen für die Museen im Zeitalter der Informationsgesellschaft." lasen wir bei m&c dieser Tage.
Eine dieser Chancen wurden verpasst. Nämlich die Informationsgesellschaft auf die Tagung aufmerksam zu machen. Keine nennenswerten Artikel in den klassischen Medien, keine Website zur Tagung, kein Blog. Videostreams o.ä. sowieso nicht. Nix. Null. Schade. Eine wahrhaftig museale Tagung.
Was allerdings schwer verständlich ist, weil Eissenhauer sich durchaus bewusst ist, dass es das WWW gibt und deshalb auch darauf hingewiesen hat, dass deutsche Museen im Internet präsent sind und die Sammlungen der Museen mehr und mehr auch online verfügbar gemacht werden sollen. "«Für uns ist es eine Riesenchance, näher an das Publikum heranzukommen», sagte er."
Und weiter:
"Dass die Museen leer bleiben, wenn alles im Internet zu finden ist, glaubt Eissenhauer nicht. In den vergangenen 30 bis 50 Jahren seien die Besucherzahlen in den Museen «irrsinnig gestiegen», erklärte er."
Sorry, Mr. President. Da irren sie gewaltig. Die Zahl der Besucher in deutschen Museen ist im Zeitraum 1990 bis 2005 konstant geblieben. 100 Millionen. 1990 wie 2005. Und das, obwohl in diesem Zeitraum die Zahl der Museen von etwa 4.000 auf etwas mehr als 6.000 angewachsen ist. Nachzulesen im Enquetebericht "Kultur in Deutschland".
Diese Zahlen dokumentieren eindrucksvoll, wie öffentliche Mittel verschleudert werden. Jedes neue Museum zieht den bestehenden Museen Besucher ab. Deshalb scheint es dringend geboten, über neue Museumsprojekte und die Verteilung der Mittel, die Kulturpolitik des Bundes, der Länder und der Kommunen nachzudenken. Was können wir tun, um Steuergelder effektiver einzusetzen? Was meinen Sie, Herr Eissenhauer?
" Der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Michael Eissenhauer, sieht Chancen für die Museen im Zeitalter der Informationsgesellschaft." lasen wir bei m&c dieser Tage.
Eine dieser Chancen wurden verpasst. Nämlich die Informationsgesellschaft auf die Tagung aufmerksam zu machen. Keine nennenswerten Artikel in den klassischen Medien, keine Website zur Tagung, kein Blog. Videostreams o.ä. sowieso nicht. Nix. Null. Schade. Eine wahrhaftig museale Tagung.
Was allerdings schwer verständlich ist, weil Eissenhauer sich durchaus bewusst ist, dass es das WWW gibt und deshalb auch darauf hingewiesen hat, dass deutsche Museen im Internet präsent sind und die Sammlungen der Museen mehr und mehr auch online verfügbar gemacht werden sollen. "«Für uns ist es eine Riesenchance, näher an das Publikum heranzukommen», sagte er."
Und weiter:
"Dass die Museen leer bleiben, wenn alles im Internet zu finden ist, glaubt Eissenhauer nicht. In den vergangenen 30 bis 50 Jahren seien die Besucherzahlen in den Museen «irrsinnig gestiegen», erklärte er."
Sorry, Mr. President. Da irren sie gewaltig. Die Zahl der Besucher in deutschen Museen ist im Zeitraum 1990 bis 2005 konstant geblieben. 100 Millionen. 1990 wie 2005. Und das, obwohl in diesem Zeitraum die Zahl der Museen von etwa 4.000 auf etwas mehr als 6.000 angewachsen ist. Nachzulesen im Enquetebericht "Kultur in Deutschland".
Diese Zahlen dokumentieren eindrucksvoll, wie öffentliche Mittel verschleudert werden. Jedes neue Museum zieht den bestehenden Museen Besucher ab. Deshalb scheint es dringend geboten, über neue Museumsprojekte und die Verteilung der Mittel, die Kulturpolitik des Bundes, der Länder und der Kommunen nachzudenken. Was können wir tun, um Steuergelder effektiver einzusetzen? Was meinen Sie, Herr Eissenhauer?
Joern Borchert - 2008-05-07 22:44 + 427




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