Impressionen
Ausstellungen zum Impressionismus hat es schon viele gegeben. Fest verankert im Kanon des Bildungsbürgers garantieren sie mehr oder minder hohe Besucherzahlen. Kein Wunder also, dass wir in den Museen des In- und Auslandes Jahr für Jahr Impressionisten vorgeführt bekommen. Die Museen steigern auf diese Weise ihren Umsatz und wir können uns vergewissern, dass unser Kanon noch gültig ist.
Was uns Halt gibt, langweilt jedoch in zunehmendem Maße Kuratoren und Kunsthistoriker. Kein Wunder also, dass nach neuen Themen und Wegen gesucht wird, dem Impressionismus wieder etwas mehr Pfeffer zu geben. Verdient hat er es sowieso.

Impressionistinnen in Frankfurt.
Foto: Norbert Miguletz
In der Frankfurter Schirn Kunsthalle setzt man auf Gender und versucht mit der Ausstellung "Impressionistinnen" vier Künstlerinnen als bedeutungsvolle Vertreterinnen des Impressionismus aufzubauschen. Marketingtechnisch ist das sicher nicht blöd. Schließlich sind es gerade Frauen, die gerne Kunstmuseen aufsuchen und sich deshalb freuen dürften, wenn ihnen nahe gebracht wird, dass Frauen eine bedeutende Rolle im Impressionismus spielten. Das tut der Seele mancher weiblichen Wesen ebenso gut, wie diese These etwas waghalsig sein dürfte.

Impressionismus in Köln. Foto: Jörn Borchert
In Köln verzichtet man auf derart gewagte Thesen, konzentriert sich auf die Basics der Malerei und veranstaltet wohl erstmalig in einem deutschen Kunstmuseum eine Ausstellung, die mehr tut, als Bilder an die Wand zu nageln. Hier wird nicht nur schöngeistig herumgeträumt, sondern auch etwas getan, Kunst verständlich und inspirierend zu machen. Mit der Ausstellung "Impressionismus. Wie das Licht auf die Leinwand kam" bekommen nicht nur Laien Gelegenheit, wirklich zu begreifen, was das Revolutionäre des Impressionismus war. Einer Revolution, die so bedeutsam war, dass sie Kunstliebhaber offenbar bis heute fesselt.
Wie macht sie es? Die Kölner Ausstellung fragt danach, wo, wie und womit gemalt wurde. Welche Hinweise auf das Entstehen eines Werkes kann man in Gemälden entdecken? Was verändert sich, als die Farbe aus der Tube quillt? Hier der Hinweis auf Hilfsmittel zur Konstruktion der Perspektive. Dort die Spur einer Arretierung mit der der Malgrund daran gehindert wurde, von der Meeresbrise fortgeweht zu werden. Da ein Blick auf die Signatur - und ihre Fälschung.

Köln. Foto: JB
Viele weitere Aspekte werden genannt. Aspekte, die auch den kunsthistorisch unvorgebildeten Besucher an die Malerei praktisch heranführen. Wo er gleichsam neben der Leinwand stehen darf und in allen Einzelschritten nachvollziehen kann, wie sie bemalt wird. Das zeitigt nicht nur Erkenntnisse, die gewöhnliche Kunstausstellungen nicht liefern, sondern holt die Kunstwerke vom hohen Sockel der Kunst, lässt sie als inspirierende Artefakte erscheinen, die dazu anregen, selbst einmal zu versuchen, ein impressionistisches Gemälde zu malen. Doch! Das darf man auch heute noch!
Ich fahre noch 'mal nach Köln!
Zu beiden Ausstellungen gibt es übrigens ein Symposium:
Frankfurt: "Impressionism is feminine —Impressionismus ist weiblich"
Köln: "Maltechnik des Impressionismus und Postimpresionismus."
Mehr:
Ausstellungsdesign der Kölner Ausstellung: designatics
Zur Frankfurter Ausstellung: Ingrid Pfeiffer in der FR.
Was uns Halt gibt, langweilt jedoch in zunehmendem Maße Kuratoren und Kunsthistoriker. Kein Wunder also, dass nach neuen Themen und Wegen gesucht wird, dem Impressionismus wieder etwas mehr Pfeffer zu geben. Verdient hat er es sowieso.

Impressionistinnen in Frankfurt.
Foto: Norbert Miguletz
In der Frankfurter Schirn Kunsthalle setzt man auf Gender und versucht mit der Ausstellung "Impressionistinnen" vier Künstlerinnen als bedeutungsvolle Vertreterinnen des Impressionismus aufzubauschen. Marketingtechnisch ist das sicher nicht blöd. Schließlich sind es gerade Frauen, die gerne Kunstmuseen aufsuchen und sich deshalb freuen dürften, wenn ihnen nahe gebracht wird, dass Frauen eine bedeutende Rolle im Impressionismus spielten. Das tut der Seele mancher weiblichen Wesen ebenso gut, wie diese These etwas waghalsig sein dürfte.

Impressionismus in Köln. Foto: Jörn Borchert
In Köln verzichtet man auf derart gewagte Thesen, konzentriert sich auf die Basics der Malerei und veranstaltet wohl erstmalig in einem deutschen Kunstmuseum eine Ausstellung, die mehr tut, als Bilder an die Wand zu nageln. Hier wird nicht nur schöngeistig herumgeträumt, sondern auch etwas getan, Kunst verständlich und inspirierend zu machen. Mit der Ausstellung "Impressionismus. Wie das Licht auf die Leinwand kam" bekommen nicht nur Laien Gelegenheit, wirklich zu begreifen, was das Revolutionäre des Impressionismus war. Einer Revolution, die so bedeutsam war, dass sie Kunstliebhaber offenbar bis heute fesselt.
Wie macht sie es? Die Kölner Ausstellung fragt danach, wo, wie und womit gemalt wurde. Welche Hinweise auf das Entstehen eines Werkes kann man in Gemälden entdecken? Was verändert sich, als die Farbe aus der Tube quillt? Hier der Hinweis auf Hilfsmittel zur Konstruktion der Perspektive. Dort die Spur einer Arretierung mit der der Malgrund daran gehindert wurde, von der Meeresbrise fortgeweht zu werden. Da ein Blick auf die Signatur - und ihre Fälschung.

Köln. Foto: JB
Viele weitere Aspekte werden genannt. Aspekte, die auch den kunsthistorisch unvorgebildeten Besucher an die Malerei praktisch heranführen. Wo er gleichsam neben der Leinwand stehen darf und in allen Einzelschritten nachvollziehen kann, wie sie bemalt wird. Das zeitigt nicht nur Erkenntnisse, die gewöhnliche Kunstausstellungen nicht liefern, sondern holt die Kunstwerke vom hohen Sockel der Kunst, lässt sie als inspirierende Artefakte erscheinen, die dazu anregen, selbst einmal zu versuchen, ein impressionistisches Gemälde zu malen. Doch! Das darf man auch heute noch!
Ich fahre noch 'mal nach Köln!
Zu beiden Ausstellungen gibt es übrigens ein Symposium:
Frankfurt: "Impressionism is feminine —Impressionismus ist weiblich"
Köln: "Maltechnik des Impressionismus und Postimpresionismus."
Mehr:
Ausstellungsdesign der Kölner Ausstellung: designatics
Zur Frankfurter Ausstellung: Ingrid Pfeiffer in der FR.
Joern Borchert - 2008-04-04 12:31 + 1735
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