Hinter den sieben Bergen...

Auch Luxemburgs Museumsszene ist nicht frei von Vorfällen, die schwer verständlich sind. Das jedenfalls schließe ich aus einem Bericht des Luxemburger Worts (LW) vom heutigen Tage.

Worum geht es? Um das schon seit mehr als 11 Jahren in Luxemburg geplante Festungsmuseum in Fort Thüng auf "Dräi Eechelen", dass mit einem Gesetz aus dem Jahre 1997 beschlossene Sache war. Nun sollte man meinen, dass 11 Jahre genug sind, um ein solches Museum zu planen und zu bauen. Offenbar nicht. Immer wieder wurde die Eröffnung des Museums angekündigt, ohne dass es jemals dazu gekommen wäre.

Deshalb bat nun die Abgeordnetenkammer den Rechnungshof um eine Aufklärung der Sache. Dieser stellte in einem Spezialbericht laut LW eine Reihe von Unregelmäßigkeiten fest. Das Gebäude sei zwar seit 2001 fertig gestellt, ein zügig umsetzungsfähiges Konzept für das Museum, das den wenig vermarktungsfähigen Namen "Musée Dräi Eechelen" tragen soll, existiere aber noch nicht.

Noch im April 2007 hatte die Staatssekretärin Octavie Modert im Parlament erklärt, das Haus solle im Herbst 2007 eröffnet werden. [es sollte schon einmal 2002 eröffnet werden.] Im Sommer wurde die Eröffnung erneut verschoben. Nicht immer sei klar gewesen, wer für was die Verantwortung trug und auch nicht, welche Kosten bisher entstanden sind, weil "die Zuverlässigkeit des vom Kulturministeriums gelieferten Datenmaterials nicht gegeben sei (!), lesen wir weiter im LW. Auf jeden Fall sei das genehmigte Budget bedeutend überschritten worden. [Die haben's ja, die Luxemburger] Natürlich nur, weil der ursprüngliche Kostenvoranschlag unrealistisch gewesen sei.

LW: "Zum Zeitpunkt der Kontrolle durch den Rechnungshof seien rund 27 Millionen Euro ausgegeben worden, was 90 Prozent des gesamten Budgets entspreche. Zwischen 2001 und 2006 wurden 391 000 Euro für Funktionskosten des Museums ausgegeben ." Für ein Museum, das noch nicht existiert, wohlgemerkt!

Zwar gebe es gegenwärtig noch kein schlüssiges Konzept, wie das Haus bespielt werden soll, dennoch habe ein "Innenarchitekt" [gemeint ist wohl Jean-Michel Wilmotte] bereits 804.000 Euro kassiert. [Wie das? Das Honorar allein kann es wohl nicht gewesen sein. Oder doch?] Immer wieder wurden externe Kräfte eingebunden, um das Konzept weiter zu entwickeln. Unter ihnen Philippe Simon/Paris [u.a. wohl Inhaber einer Architektur-Buchhandlung; kein Link gefunden] und in seinem Auftrag Martine Thomas-Bourgneuf. Auch damit seien die Verzögerungen zu begründen. Denn es habe keinen klaren Zeitplan gegeben.

Da riss dem Luxemburger Rechnungshof der Geduldsfaden [der in Luxemburg ansonsten sehr reißfest sein soll] und er empfahl den Ministerien und Verwaltungen, sie sollten sich zukünftig vergewissern, ob sie genügend Kompetenz hätten, solche Projekte zu bewältigen. Vielleicht gäbe es ja andere, die das besser könnten. [Hihi]

LW: "Zur weiteren Klärung der Sachlage sollen Staatssekretärin Octavie Modert und die Finanzaufsicht demnächst gehört werden."

Was dabei wohl herauskommt?

Mehr:
+ zum Museum
+ suchen sie selbst im forum.lu; etwa nach den Worten "Thüngen" oder "festungsgmuseum". Da wird Geschichte lebendig...
+ beim Ministère de la Culture (...) de Luxembourg

+ Letzebuerger Land (2000) zum Konzept

Nachtrag vom 14. März: Es gibt doch ein Konzept sagt die Staatssekretärin Octavie Modert. Naja...

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Kommentare

Die Kampagne ist ja fantastisch!...
Die Kampagne ist ja fantastisch! Ja das wäre wirklich...
Christoph Mathiak (anonym) - 2008-10-09 23:15
Fortschritt kann auch...
Hallo Frau Kuhlemann, klar, es ist immer gut, wenn...
Joern Borchert - 2008-10-06 20:12
Fortschritt
Hallo Herr Borchert, wieso finden Sie das wieder nicht...
Marion Kuhlemann (anonym) - 2008-10-06 11:39
Pardon!
Pardon, wenn ich zu streng war. Wurde vielleicht dazu...
Joern Borchert - 2008-10-02 22:53

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