Das Arp-Museum: Viel Weiß, viel Glas, viel Nichts

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Na endlich! Endlich fühlte ich mich stark genug auch einmal das Arp-Museum in Remagen-Rolandseck zu besuchen. An einem Sonntag im März. Um 17 Uhr. Zu einer Zeit also, wo Stille im Museum herrschte. Außer mir waren noch eine Besuchergruppe und vielleicht fünf Einzelbesucher im Haus. Daraus ergab sich, dass permanent etwa zwei Personen des Aufsichtspersonals mir ihre ganze Aufmerksamkeit schenken konnten. Da gehe ich schon einmal in ein Kunstmuseum, um in aller Ruhe ein paar Kunstwerke mitgehen zu lassen und dann stehen ständig zwei Menschen hinter mir. Das trübte den beabsichtigten Kunstgenuss sehr.

Also blieb mir nichts anderes übrig, als mir das Gebäude und die Ausstellungen anzusehen. Was soll ich über die Ausstellungen sagen? Im alten Bahnhof ist eine Ausstellung von Anton Henning zu sehen. Dem Mann, der das Bistro "Interieur No. 253" im Hause ausgestaltet hat. In den Ausstellungspavillon zwischen Bahnhof Rolandseck und Meier-Bau wurden einige Werke des Bildhauers Johannes Brus gestellt. Anselm Kiefer, der bekannt-berühmte, füllt mit zwei handvoll Werken eine Etage und ganz oben gibt es dann den "Magneten" Arp. Offen gestanden: insgesamt haben mich die Ausstellungen nicht vom Hocker gerissen. Am ehesten noch die von Henning. Kiefer ist immer irgendwie berührend und Arp immer ziemlich langweilig. Nennenswerte Hilfen, ihre Werke einordnen und interpretieren zu können, fand ich keine. Es bleibt mir ein Rätsel, wie man darauf kam, soviel Geld zu investieren, um einem so langweiligen Künstler wie Arp mit seinen Laubsägearbeiten und plastischen Übungen einen solchen Palast zu bauen.

Und da sind wir schon beim Gebäude. Im Eingangsbereich, der an eine Krypta erinnert, finden wir die Kasse, den Shop und die Garderobe. Ich möchte dort nicht den ganzen Tag tätig sein. Muss ich auch nicht. Denn nachdem ich acht Euro abgedrückt habe, darf ich um ein paar Ecken herum und durch einen Tunnel hindurch zum Museum auffahren. In einem Fahrstuhl, der Freude macht, weil er das Bauen nahe bringt. Angelangt im Meier-Bau ist man überrascht, dass ein Gebäude mit so vielen Fenstern so dunkel sein kann. Alle Fenster sind verhängt. "Das Licht schadet den Kunstwerken", sagt mir eine Aufseherin, nachdem ich sie gefragt hatte, wie man bei dem Licht wach bleiben kann. Ich vermied es, ihr zu entgegnen, dass es Möglichkeiten gibt, Kunstwerke zu beleuchten, ohne ihnen zu schaden.

Es ist gut nachvollziehbar, dass Richard Meier einen Bau mit vielen Fenstern konzipiert hat. Doch sicher nicht nur ich bekam im Meier-Bau einen Triebstau. Denn man muss sich schon die Stellen suchen, wo man einen Ausblick ins schöne Rheintal hat. Offenbar sollten die Ausblicke omnipräsent sein. Sind sie aber nicht, weil sie aus konservatorischen Gründen verhängt werden. Und das schon bei Werken von Arp und Kiefer, die konservatorisch eigentlich leicht handhabbar sind. So entsteht eine Atmosphäre der gedämpften Freude, die vehement dem Zustand der Museumsmüdigkeit Vorschub leistet. Schade!

Dass mir Weiß, als Farbe der Feiglinge, nicht sonderlich gefällt, muss ich hier nicht weiter ausführen. Weiß und Grau sind die vorherrschenden Farbtöne. Während Grau, putztechnisch gesehen, unproblematisch ist, frage ich mich, wie die allvorherrschenden weißen Flächen wohl in einem Jahr aussehen mögen. Schon jetzt beginnen einige, unschön auszusehen.

Fazit: Ein Gebäude, das für manche reizvoll sein mag. Für mich weniger, weil es seine Funktion nicht optimal erfüllt. Im Unterhalt zu teuer bei zu geringer Informations- und Erlebnisqualität.

Im Vorbeigehen hörte ich immer wieder: "Zu teuer!" Ich vermute, dass das auf die Eintrittspreise bezogen war. Ein Erwachsener muss acht Euro für den Eintritt entrichten. Doch für sehr viel mehr als eine Stunde wird sich wohl kaum niemand im Arp-Museum aufhalten, wenn er nicht das wirklich attraktive Bistro aufsucht.

Man darf gespannt sein, wie zukünftig das Arp-Museum mit Leben und Besuchern er- und gefüllt werden soll, wenn das Feuer der Skandale erloschen ist. Wie es in etwa die Besucherzahlen erreichen will, die das benachbarte Max-Ernst-Museum in Brühl erreicht.
Keine leichte Aufgabe für die Kuratoren.

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Die Kampagne ist ja fantastisch!...
Die Kampagne ist ja fantastisch! Ja das wäre wirklich...
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Fortschritt kann auch...
Hallo Frau Kuhlemann, klar, es ist immer gut, wenn...
Joern Borchert - 2008-10-06 20:12
Fortschritt
Hallo Herr Borchert, wieso finden Sie das wieder nicht...
Marion Kuhlemann (anonym) - 2008-10-06 11:39
Pardon!
Pardon, wenn ich zu streng war. Wurde vielleicht dazu...
Joern Borchert - 2008-10-02 22:53

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