Beutelspachers Matheblog

Nein, Mathematik gehörte nie zu meinen bevorzugten Schulfächern. Zu spröde, zu öde und zu wenig dem Leben nahe. Eine Schikane der Schule halt, durch die man durch musste. Hätte damals Albrecht Beutelspacher schon auf mich einwirken können, wäre meine Einschätzung vermutlich eine andere gewesen. Allein, er war noch zu jung und zu bedeutungslos.
Heute ist das anders. Albrecht Beutelspacher lehrt nicht nur in Giessen, hat dort nicht nur das fabulöse Mathematikum in Gang gesetzt, nicht nur dafür die prominentesten Preise zur Popularisierung der Wissenschaften eingesackt, sondern schreibt am laufenden Band weiterhin Bücher, die seine Freude an der Mathematik anderen Zeitgenossen fröhlich freundlich näher bringen. Wenn er so weiter macht, dann bekommt er noch den Nobelpreis. Zumindest dafür, dass er den Menschen nahe gebracht hat, dass Wissenschaft etwas mit Freude am Leben zu tun hat und nur vor diesem Hintergrund Entdeckungen gemacht werden, die uns weiterbringen und ab und an mit Nobelpreisen honoriert werden.
Sein neuester Coup: "100 Mathe Basics. Ein survival kit für das erste Semester.", sein nächstes Buch, will er mit Hilfe seiner potentiellen Leser schreiben. Im Visier hat er also Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, Mathe zu studieren. In diesem Blog können sie seine Themenvorschläge und ihre Aufbereitung ebenso kommentieren wie das Design der Kapitel und des ganzen Buches. Und da der Vieweg-Verlag das Projekt unterstützt, gibt es auch noch etwas zu gewinnen. Jede Woche wird der beste Kommentar mit einem handsignierten Buchgeschenk belohnt.
Warum gibt es nicht noch mehr solche Profs im "Land der Ideen", die wirklich Ideen haben, die weiterführen? Ich brauchte ein ganzes Studium, um die damals existierenden sogenannten Einführungen zur Volkskunde verstehen zu können...
Hier geht es zum Blog von Albrecht Beutelspacher. und hier zu einem interessanten Interview über die Erotik der Zahlen mit ihm.
Joern Borchert - 2007-10-26 22:42 + 416




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