Eine neue Datenbank zur Provenienzrecherche?
Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) hat am 1. August 2007 seine Rechercheergebnisse zur Provenienz von Kunst- und Kulturgütern, die sich im Ressortvermögen des Bundesministeriums der Finanzen befinden und vom BADV verwaltet werden, ins Netz gestellt. Es handelt sich dabei allerdings weniger um eine Datenbank, wie in der Pressemitteilung verkündet, als vielmehr um eine Liste von zur Zeit knapp 40 Künstlern (incl. Zuschreibungen und Werkstätten).
Unklar ist, weshalb die Rechercheergebnisse nicht in die bereits seit Jahren bestehende, international bekannte und ebenfalls vom Bund mitfinanzierte Lost Art Internet Database der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg eingespeist werden. Stiftet eine zweite sogenannte Datenbank nicht mehr Verwirrung als Nutzen? Arbeiten BADV und Lostart eigentlich miteinander, nebeneinander oder gegeneinander? Darf man da ja wohl mal fragen, oder?
In diesem Zusammenhang ist auch ein Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung vom 13. August interessant, dem wir entnehmen, dass sich bei lostart bislang 497 Einrichtungen, darunter neben Museen auch Landkreise und Kommunen, gemeldet haben. Laut Dr. Michael Franz, dem Leiter der Koordinierungsstelle, hätten 432 von Ihnen keine Hinweise auf Raub- oder Beutekunst gefunden. Ich glaub es kaum... Nur 65 haben etwas gefunden, von dem sie annehmen, dass es ihnen nicht rechtmäßig gehört?
Wie lange muss man eigentlich lügen, bis die Lüge zur Wahrheit wird? Seien wir ehrlich: Jedes Museum in Deutschland, das vor 1945 gegründet wurde, hat mit größter Wahrscheinlichkeit Objekte in seiner Sammlung, die aus beschlagnahmten oder sonstwie enteignetem Besitz jüdischer oder anderer dem NS-Regime missliebiger Personen stammen: Schränke, Truhen, Silber, Schmuck, Porzellan...
Unklar ist, weshalb die Rechercheergebnisse nicht in die bereits seit Jahren bestehende, international bekannte und ebenfalls vom Bund mitfinanzierte Lost Art Internet Database der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg eingespeist werden. Stiftet eine zweite sogenannte Datenbank nicht mehr Verwirrung als Nutzen? Arbeiten BADV und Lostart eigentlich miteinander, nebeneinander oder gegeneinander? Darf man da ja wohl mal fragen, oder?
In diesem Zusammenhang ist auch ein Artikel aus der Mitteldeutschen Zeitung vom 13. August interessant, dem wir entnehmen, dass sich bei lostart bislang 497 Einrichtungen, darunter neben Museen auch Landkreise und Kommunen, gemeldet haben. Laut Dr. Michael Franz, dem Leiter der Koordinierungsstelle, hätten 432 von Ihnen keine Hinweise auf Raub- oder Beutekunst gefunden. Ich glaub es kaum... Nur 65 haben etwas gefunden, von dem sie annehmen, dass es ihnen nicht rechtmäßig gehört?
Wie lange muss man eigentlich lügen, bis die Lüge zur Wahrheit wird? Seien wir ehrlich: Jedes Museum in Deutschland, das vor 1945 gegründet wurde, hat mit größter Wahrscheinlichkeit Objekte in seiner Sammlung, die aus beschlagnahmten oder sonstwie enteignetem Besitz jüdischer oder anderer dem NS-Regime missliebiger Personen stammen: Schränke, Truhen, Silber, Schmuck, Porzellan...
Joern Borchert - 2007-08-14 12:46 + 357




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