Donnerstag, 17. Mai 2007

Akademisch schlemmen

"Essen und Trinken prägen Alltag und Festtag in allen Kulturen. Dieses »soziale Totalphänomen« zum Gegenstand wissenschaftlicher Forschung zu machen und mittels berufsbezogener Weiterbildung auch die wechselseitige Aufklärung von Wissenschaft, lebensweltlicher und beruflicher Praxis über dieses Totalphänomen zu befördern, ist Idee und Programm der Akademie."

Diese Idee verfolgt die Deutsche Akademie für Kulinaristik. Eine gute Idee. Eine Idee, die all die neidisch machen dürfte, deren Kochkünste nicht überregional bekannt sind und auch die, deren wissenschaftliche Arbeit nun aber auch rein gar nichts nichts mit der Küche zu tun hat. Denn dann könnten Sie dort mitwirken. Und sich von Vincent Klink (ja, einer der Fernsehköche) oder von Eckart Witzigmann (Eventkoch), dem Präsidenten der Gesellschaft, ab und an einen köstlichen Happen abholen.

Alle anderen können trotzdem an den Aktivitäten dieser "Akademie" partizipieren. Etwa an der einwöchigen "kulinarischen Insiderfahrt" nach Sizilien im Herbst diesen Jahres. Motto: „Blutorangen, Eis und Ätnawein“. Für schlappe 2222 Euro sind sie dabei (Einzelzimmer + 222 Euro). Nebenbei: "Aufgrund ihres breiten Bildungsansatzes können diese Reisen im Sinne universitärer Stages als Praktika für ein Studium der Kulinaristik anerkannt werden."

Ein Beitrag zum Jahr der Geisteswissenschaften? Aber sicher! Immerhin ist neben dem Historiker Prof. Dr. Karl Möckl der Bonner Volkskundler Priv.-Doz. Dr. Gunther Hirschfelder im Vorstand vertreten. Wir sehen: nicht nur bei ICOM kann man sich kuschelige Nischen schaffen. Wir sehen ferner: Geistenswissenschaftler sind kreativ, wo auch immer sie tätig sind.

Ich denke, ich sollte doch einmal über ein Zusatzstudium der Kulinaristik nachdenken. Immerhin ist das Restaurant des Vorstandsmitglieds Stefan Steinheuer etwa ebensoweit von meinem Wohnort entfernt wie das Volkskundliche Seminar der Universität Bonn unter Leitung meines ehemaligen Hausgenossen Dr. Hirschfelder. Also optimale Studienbedingungen. Noch ist mir nicht ganz klar, welche Karriereaussichten sich aus diesem Studium ergeben würden.

Voller Bauch, studiert nicht gern. Blödsinn!
Erst kommt dass Fressen, dann die Moral!

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Kommentare

;-)
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Joern Borchert - 2012-05-02 22:40
Es ist heute der erste...
Da kann man Heinrich Heine zum Glück auch viel...
Wilhelm Eschershausen (Gast) - 2012-05-01 11:06
Pardon, Herr Eschershausen
es hat etwas gebraucht, bis ich begriffen habe, dass...
Joern Borchert - 2012-03-15 03:43
Zitronenfalter
Und da man mit Schutzhandschuhen schlecht schreiben...
Wilhelm Eschershausen (Gast) - 2012-03-13 14:27

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