Symposium in Bonn: "Das Prinzip Museum - Museum als Labor, als Katalysator, als Forum?
Pressemitteilung des Instituts für Kunstgeschichte und Archäologie der Universität Bonn:
Das 'Prinzip Museum'
Museum als Labor, als Katalysator, als Forum
Universität Bonn
11.-12 Februar 2011
"Das Museum wird vielleicht tatsächlich eine Stätte der interdisziplinären
Aktivität werden." Joseph Beuys (1980) [War es jemals etwas anderes?; JB.]
Angesichts der sich wandelnden Anforderungen, der Verschiebung der Aufgaben
und der Erwartungen im universitären wie im musealen Bereich wird am 11. und
12. Februar 2011 in Bonn eine aktuelle Standortbestimmung vorgenommen. In
einem komparatistischen Ansatz zwischen 'Kunstmuseum' und bzw. versus
'Museum der Kulturen' wird versucht, die Lage zu bestimmen und eine Bilanz
des heutigen Forschungsstandes zu ziehen.
Wie Joseph Beuys ahnte, soll 'Museum' ein Ort "ständiger Konferenz" sein
bzw. werden. Dort soll nicht wie bisher über das Museum gesprochen, sondern
es sollen unter Mitwirkung aller Beteiligten, der Wissenschaftler und
Nutzer, der Macher und 'User' Rollen und Funktionen reflektiert werden.
Jenseits der Reden von 'Museenboom', 'Museenreform' und '-krise' gilt es,
die tatsächliche aktuelle Lage zu erfassen und die auseinanderdriftenden
Ansätze der musealen und universitären Kunstgeschichte(n), der
Kulturgeschichte(n), der Ethnographie(n) und Ethnologie(n), der Museologie
und der Museumspraxis zusammenzuführen.
In der gegenwärtig dramatischen Verschiebung der Aufgaben wie der
Erwartungen und der Revision der wissenschaftlichen Kartographie wie der
gesellschaftlichen Konstellationen (Bildung/Ausbildung/'Edutainment') sind
Rolle und Aufgaben von Museum und Universität sowie deren Wechselwirkungen
neu zu definieren. Während in den Kulturwissenschaften speziell die
'Museumsstudien' 'boomen', während auch die Kunstgeschichte sich zunehmend
mit Museen- und Sammlungsgeschichte befasst, d. h. 'Museum' in seinen
verschiedenen Facetten gleichsam 'in' ist, leidet die reale Museenszene
unter drastischen Einschnitten und Veränderungen.
Museen, Moderne, die Kunstgeschichte und die Ethnologie sind parallel
entstanden und haben sich in komplexen wechselseitigen Verflechtungen
konstituiert. Museen sind eminente 'Agenturen der Moderne' und reflektieren
zugleich die jeweilige gesellschaftliche Verfasstheit sowie die Rollen von
Kunst und Wissenschaften in der Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der
heutigen Revision bisheriger Paradigmen westlichen Denkens sowie den
verlaufenden und anstehenden Umstrukturierungen der Wissenslandschaft wird
das Museum nun als Katalysator einer Revision der eigenen Verfasstheit in
Augenschein genommen. Mit Kunstgeschichte und Ethnologie als Agenten u.a.
der Domestizierung und Kommerzialisierung ihrer Objekte werden Aufgaben,
Funktionen und Perspektiven des eigenen Denkens und Tuns überprüft. In Bonn
werden Akteure sowie Agenten der Produktion, Distribution und Rezeption von
'Kunst'- und 'Kultur'-Dingen gemeinsam eine aktuelle Bilanz ziehen und neue
Perspektiven entwickeln.
Konferenzsprache - Deutsch und Englisch
Öffentliche Veranstaltung - Teilnahme kostenlos
PROGRAMM
Freitag, 11.2.2011
14.00 Uhr Begrüßung und Eröffnung durch die Gastgeber Anne-Marie Bonnet,
Karoline Noack und Paul Geyer
Sektion 1 Das Museum neu denken?
Moderation: Anne-Marie Bonnet
14.30 Uhr Wilfried Dörstel
Museum – theoriegeboren. Museum – eingangerzeugt.
15.00 Uhr Clara Himmelheber
Reflexion über Chancen und Grenzen der Neubaukonzeption des
Rautenstrauch-Jost-Museums zu Köln
15.30 Uhr Claus Deimel
Bemerkungen zur Geschichte des Neudenkens von Museen
16.00 Uhr Kaffeepause
Sektion 2 Welches Museum?
Moderation: Karoline Noack
16.30 Uhr Michael Fehr
Das Ende des Museums und das Aufblühen der musealen Praxis
17.00 Uhr Jean de Loisy
Les Maîtres du Désordre / Die Meister der Unordnung
17.30 Uhr Robert Fleck
Das Museum als Ort der Wissenschaft im 21. Jahrhundert
18.00 Uhr Pause
18.30 Uhr Abendvortrag
Hans Peter Hahn
Itinerare von Dingen zwischen den Kulturen
Samstag, 12.2.2011
Sektion 3 Kunst Museum vs. Museum der Kultur(en)I
Moderation: Barbara Schellewald
10.00 Uhr Clémentine Delisse
Stored Code: Remediating the Ethnographic Museum for the 21st Century
10.30 Uhr Falk Wolf
Zeitgenössische Aboriginal Art im Kunstmuseum
11.00 Uhr Friedrich von Bose
Geschichte(n) anders erzählen? Überlegungen zu einem "Decentering of Europe"
in der ethnographischen Museumspraxis
11.30 Uhr Kaffeepause
Sektion 4 Kunstmuseum vs. Museum der Kultur(en) II
Moderation: Paul Geyer
12.00 Uhr Lydia Haustein
Vom Mausoleum zum Museum
12.30 Uhr Margit Kern
Imaginationen des Lokalen in der zeitgenossischen Kunst.
Authentizitätsdiskurse im ethnologischen Museum
13.00 Uhr Bernard Lüthi
Realität, Praxis und Theorie
13.30 Uhr Mittagspause
Sektion 5 Museum ohne Grenzen
Moderation: Andreas Bee
14.30 Martin Roth
Sammeln? Akkumulieren? Zeigen? 'Präsenz' ohne Grenzen?
15.00 Gabriele Uelsberg
Universalmuseen – Zur Interdisziplinarität geboren und verdammt
15.30 Annette Löseke
Kulturmanagement: "Audience Development" als zentraler strategischer
Management-Ansatz für Museen
16.00 Martin Engler
200 Jahre Gegenwartskunst in Frankfurt. Die Erweiterung des Städel Museums
16.30 Kaffeepause
Sektion 6 Museum und Gesellschaft/ Öffentlichkeit(en)
Moderation: Mario von Lüttichau
17.00 Uhr Cornelia Weber
Universitätsmuseen 3.0. Potentiale und Perspektiven
17.30 Uhr Larissa Förster
Ein postkolonialer Blick auf ethnologische Sammlungen
18.00 Uhr Nora Sternfeld
Das Gültige, Sichtbare und Sagbare verändern. Handlungsräume im
postrepräsentativen Museum
Das Tagungsprogramm als PDF.
Last but not least: Alle Interessierten sind eingeladen und müssen auch nichts bezahlen. Vorbildhaft!
Das 'Prinzip Museum'
Museum als Labor, als Katalysator, als Forum
Universität Bonn
11.-12 Februar 2011
"Das Museum wird vielleicht tatsächlich eine Stätte der interdisziplinären
Aktivität werden." Joseph Beuys (1980) [War es jemals etwas anderes?; JB.]
Angesichts der sich wandelnden Anforderungen, der Verschiebung der Aufgaben
und der Erwartungen im universitären wie im musealen Bereich wird am 11. und
12. Februar 2011 in Bonn eine aktuelle Standortbestimmung vorgenommen. In
einem komparatistischen Ansatz zwischen 'Kunstmuseum' und bzw. versus
'Museum der Kulturen' wird versucht, die Lage zu bestimmen und eine Bilanz
des heutigen Forschungsstandes zu ziehen.
Wie Joseph Beuys ahnte, soll 'Museum' ein Ort "ständiger Konferenz" sein
bzw. werden. Dort soll nicht wie bisher über das Museum gesprochen, sondern
es sollen unter Mitwirkung aller Beteiligten, der Wissenschaftler und
Nutzer, der Macher und 'User' Rollen und Funktionen reflektiert werden.
Jenseits der Reden von 'Museenboom', 'Museenreform' und '-krise' gilt es,
die tatsächliche aktuelle Lage zu erfassen und die auseinanderdriftenden
Ansätze der musealen und universitären Kunstgeschichte(n), der
Kulturgeschichte(n), der Ethnographie(n) und Ethnologie(n), der Museologie
und der Museumspraxis zusammenzuführen.
In der gegenwärtig dramatischen Verschiebung der Aufgaben wie der
Erwartungen und der Revision der wissenschaftlichen Kartographie wie der
gesellschaftlichen Konstellationen (Bildung/Ausbildung/'Edutainment') sind
Rolle und Aufgaben von Museum und Universität sowie deren Wechselwirkungen
neu zu definieren. Während in den Kulturwissenschaften speziell die
'Museumsstudien' 'boomen', während auch die Kunstgeschichte sich zunehmend
mit Museen- und Sammlungsgeschichte befasst, d. h. 'Museum' in seinen
verschiedenen Facetten gleichsam 'in' ist, leidet die reale Museenszene
unter drastischen Einschnitten und Veränderungen.
Museen, Moderne, die Kunstgeschichte und die Ethnologie sind parallel
entstanden und haben sich in komplexen wechselseitigen Verflechtungen
konstituiert. Museen sind eminente 'Agenturen der Moderne' und reflektieren
zugleich die jeweilige gesellschaftliche Verfasstheit sowie die Rollen von
Kunst und Wissenschaften in der Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der
heutigen Revision bisheriger Paradigmen westlichen Denkens sowie den
verlaufenden und anstehenden Umstrukturierungen der Wissenslandschaft wird
das Museum nun als Katalysator einer Revision der eigenen Verfasstheit in
Augenschein genommen. Mit Kunstgeschichte und Ethnologie als Agenten u.a.
der Domestizierung und Kommerzialisierung ihrer Objekte werden Aufgaben,
Funktionen und Perspektiven des eigenen Denkens und Tuns überprüft. In Bonn
werden Akteure sowie Agenten der Produktion, Distribution und Rezeption von
'Kunst'- und 'Kultur'-Dingen gemeinsam eine aktuelle Bilanz ziehen und neue
Perspektiven entwickeln.
Konferenzsprache - Deutsch und Englisch
Öffentliche Veranstaltung - Teilnahme kostenlos
PROGRAMM
Freitag, 11.2.2011
14.00 Uhr Begrüßung und Eröffnung durch die Gastgeber Anne-Marie Bonnet,
Karoline Noack und Paul Geyer
Sektion 1 Das Museum neu denken?
Moderation: Anne-Marie Bonnet
14.30 Uhr Wilfried Dörstel
Museum – theoriegeboren. Museum – eingangerzeugt.
15.00 Uhr Clara Himmelheber
Reflexion über Chancen und Grenzen der Neubaukonzeption des
Rautenstrauch-Jost-Museums zu Köln
15.30 Uhr Claus Deimel
Bemerkungen zur Geschichte des Neudenkens von Museen
16.00 Uhr Kaffeepause
Sektion 2 Welches Museum?
Moderation: Karoline Noack
16.30 Uhr Michael Fehr
Das Ende des Museums und das Aufblühen der musealen Praxis
17.00 Uhr Jean de Loisy
Les Maîtres du Désordre / Die Meister der Unordnung
17.30 Uhr Robert Fleck
Das Museum als Ort der Wissenschaft im 21. Jahrhundert
18.00 Uhr Pause
18.30 Uhr Abendvortrag
Hans Peter Hahn
Itinerare von Dingen zwischen den Kulturen
Samstag, 12.2.2011
Sektion 3 Kunst Museum vs. Museum der Kultur(en)I
Moderation: Barbara Schellewald
10.00 Uhr Clémentine Delisse
Stored Code: Remediating the Ethnographic Museum for the 21st Century
10.30 Uhr Falk Wolf
Zeitgenössische Aboriginal Art im Kunstmuseum
11.00 Uhr Friedrich von Bose
Geschichte(n) anders erzählen? Überlegungen zu einem "Decentering of Europe"
in der ethnographischen Museumspraxis
11.30 Uhr Kaffeepause
Sektion 4 Kunstmuseum vs. Museum der Kultur(en) II
Moderation: Paul Geyer
12.00 Uhr Lydia Haustein
Vom Mausoleum zum Museum
12.30 Uhr Margit Kern
Imaginationen des Lokalen in der zeitgenossischen Kunst.
Authentizitätsdiskurse im ethnologischen Museum
13.00 Uhr Bernard Lüthi
Realität, Praxis und Theorie
13.30 Uhr Mittagspause
Sektion 5 Museum ohne Grenzen
Moderation: Andreas Bee
14.30 Martin Roth
Sammeln? Akkumulieren? Zeigen? 'Präsenz' ohne Grenzen?
15.00 Gabriele Uelsberg
Universalmuseen – Zur Interdisziplinarität geboren und verdammt
15.30 Annette Löseke
Kulturmanagement: "Audience Development" als zentraler strategischer
Management-Ansatz für Museen
16.00 Martin Engler
200 Jahre Gegenwartskunst in Frankfurt. Die Erweiterung des Städel Museums
16.30 Kaffeepause
Sektion 6 Museum und Gesellschaft/ Öffentlichkeit(en)
Moderation: Mario von Lüttichau
17.00 Uhr Cornelia Weber
Universitätsmuseen 3.0. Potentiale und Perspektiven
17.30 Uhr Larissa Förster
Ein postkolonialer Blick auf ethnologische Sammlungen
18.00 Uhr Nora Sternfeld
Das Gültige, Sichtbare und Sagbare verändern. Handlungsräume im
postrepräsentativen Museum
Das Tagungsprogramm als PDF.
Last but not least: Alle Interessierten sind eingeladen und müssen auch nichts bezahlen. Vorbildhaft!
Joern Borchert - 2011-02-07 18:25 + 1562
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