Besucher als Kuratoren: Das Museum zum Mitmachen
Liege ich falsch, wenn ich behaupte, dass Museen um ihre Existenz fürchten müssen? Nicht nur Museen in Hamburg, Leipzig, und Ellwangen stehen vor dem Abgrund. Auch so große Häuser wie etwa die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland geraten in die Kritik, weil sie binnen weniger Jahre ihre Besuchszahlen mehr als halbiert haben.
Auch wenn sie mancherorts noch funktionieren mögen, so ist doch das Ende der akademisch autistischen Ausstellungen vorhersehbar. Abgesehen von den Themen "Impressionismus", "Sex" und "Hitler" reicht es nicht mehr aus, mit großen Plakaten und vielen Worten zu klingeln, um am Ende allein ein greises Publikum anzulocken, das genug Zeit hat, um sich jedwede Ausstellung anzusehen und Schüler, die sich nicht wehren können. So geht das nicht weiter.
Die Museen, die eine Zukunft haben wollen, müssen sich an den Interessen ihres Publikums orientieren. Ja, auch an denen ihrer Geldgeber. Ob sie wollen oder nicht. Thematisch, inhaltlich und auch im Hinblick auf die Gestaltung der Ausstellungen. Viele Museen tun das, indem sie das bieten, was sie glauben tun zu müssen, um für größere Besucherkreise attraktiv zu werden. Erlebnisstarke Multimedia-Installationen und (machmal auch unsinnige) Interaktionsangebote sollen's richten. Ich habe da erhebliche Zweifel. Denn nicht allein das Format, bunte Flimmer-Bilder und PC-Monitore sorgen für nachhaltigen (!) Erfolg beim Publikum. Vielmehr kommt es darauf an, die Fragen zu beantworten und die Interessen zu befriedigen, die das Publikum hat. Das sind oft andere Interessen als die, die die Museumsangestellten glauben haben zu müssen.
Insofern schadet es sicher nicht, sich über das Partizipatorische Museum Gedanken zu machen. Ein Museum, das danach fragt, was seine Besucher eigentlich sehen und wissen wollen und sie vor allem dazu auffordert, an den Ausstellungsvorbereitungen mitzuwirken. Mit Sicherheit wird dieser Ansatz das Denken der Museumsmitarbeiter verändern und sicher ihren Alltag nicht leichter werden lassen. Vielleicht aber effektiver und deshalb auch freudvoller.
Einen guten Einstieg in die Thematik bietet Nina Simon mit ihrem jüngst erschienen Buch: The Participatory Museum.

Sie können es kaufen oder online lesen.
Das Museum für Kommunikation in Frankfurt ist da bereits auf einem guten Weg. Obwohl die Ausstellung "Do it yourself", erst im September 2011 eröffnet werden soll, gibt es jetzt schon ein Blog - und getwittert wird sowieso.

Fein, so geht das!
Auch wenn sie mancherorts noch funktionieren mögen, so ist doch das Ende der akademisch autistischen Ausstellungen vorhersehbar. Abgesehen von den Themen "Impressionismus", "Sex" und "Hitler" reicht es nicht mehr aus, mit großen Plakaten und vielen Worten zu klingeln, um am Ende allein ein greises Publikum anzulocken, das genug Zeit hat, um sich jedwede Ausstellung anzusehen und Schüler, die sich nicht wehren können. So geht das nicht weiter.
Die Museen, die eine Zukunft haben wollen, müssen sich an den Interessen ihres Publikums orientieren. Ja, auch an denen ihrer Geldgeber. Ob sie wollen oder nicht. Thematisch, inhaltlich und auch im Hinblick auf die Gestaltung der Ausstellungen. Viele Museen tun das, indem sie das bieten, was sie glauben tun zu müssen, um für größere Besucherkreise attraktiv zu werden. Erlebnisstarke Multimedia-Installationen und (machmal auch unsinnige) Interaktionsangebote sollen's richten. Ich habe da erhebliche Zweifel. Denn nicht allein das Format, bunte Flimmer-Bilder und PC-Monitore sorgen für nachhaltigen (!) Erfolg beim Publikum. Vielmehr kommt es darauf an, die Fragen zu beantworten und die Interessen zu befriedigen, die das Publikum hat. Das sind oft andere Interessen als die, die die Museumsangestellten glauben haben zu müssen.
Insofern schadet es sicher nicht, sich über das Partizipatorische Museum Gedanken zu machen. Ein Museum, das danach fragt, was seine Besucher eigentlich sehen und wissen wollen und sie vor allem dazu auffordert, an den Ausstellungsvorbereitungen mitzuwirken. Mit Sicherheit wird dieser Ansatz das Denken der Museumsmitarbeiter verändern und sicher ihren Alltag nicht leichter werden lassen. Vielleicht aber effektiver und deshalb auch freudvoller.
Einen guten Einstieg in die Thematik bietet Nina Simon mit ihrem jüngst erschienen Buch: The Participatory Museum.

Sie können es kaufen oder online lesen.
Das Museum für Kommunikation in Frankfurt ist da bereits auf einem guten Weg. Obwohl die Ausstellung "Do it yourself", erst im September 2011 eröffnet werden soll, gibt es jetzt schon ein Blog - und getwittert wird sowieso.

Fein, so geht das!
Joern Borchert - 2010-11-04 21:32 + 1071
8 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks




