Meteorologie

Dienstag, 20. Dezember 2011

Eisige Freuden in Frankfurt a.M.

Als ich dieser Tage den Blog des Historischen Museums Frankfurt besuchte, fand ich dort den Hinweis darauf, dass der zugefrorene Main und die daraus resultierenden Vergnügungsmöglichkeiten eines der Themen sein soll, die uns ab Frühjahr 2012 im Rententurm vom HistMus nahe gebracht werden sollen. Allerdings scheinen da nur die Winterfreuden im Fokus zu stehen, die fotografisch dokumentiert sind.

Klar, dass die Mitarbeiter des Historischen Museums wissen, dass es schon lange vor der Erfindung der Fotografie auch saukalte Winter gab. Wie etwa den 1739/40, der in der zeitgenössischen Literatur kaum zu übersehen ist.

Am Rande meiner Magisterarbeit stieß ich auf einen kurzen Bericht zu einer Party der Böttcher, die sie 1740 auf dem Main veranstalteten:

"Besonders merkwürdig waren (...) die Festlichkeiten in Frankfurt, wo, nach Herstellung der bewundernswürdigen 2 Fässer, 16 Reiftänzer mit Kränzen auf dem Haupte (...) erschienen, während die Gesellen in Gala um ihr Faß herum paradirten. (...) Bei drei Chören Musik, bei Wein und Bratwürsten wurde das Faß umtanzt. Unter einem großen Zelte wurde Mittags gespeist. Die nach dem Main gehenden Fenster waren bis an die Dächer mit Zuschauern besetzt, und auf dem Main selbst fehlte es nicht an angesehenem Besuche." (H. 1830*: 31-32)

Bestimmt gibt es sehr viel mehr Berichte zu diesen Fêten auf dem Eis. Ich finde, auch diese Berichte gehören in die Ausstellung. Ebenso wie die Berichte über die Schrecken, die arme Stadt- und Landbewohner in diesem fürchterlichen Winter zu erleiden hatten.

*"H. 1830" ist übrigens Hüttner, C.G.v.: Denkwürdigkeiten der berühmten Winter 1740 und 1709. Nebst meteorologischen Bemerkungen und Regeln, nach welchen besonders aus der Witterung des Winters auf die wahrscheinliche Witterung der folgenden Jahreszeiten zu schließen ist. Leipzig 1830.

Samstag, 18. Juni 2011

Wetterregel zu drohenden Gewittern

Es fangen die Moräste lange vor den Gewittern an zu stinken. (Krünitz Th. 18, 1788:198)

Nicht nur in meteorologischer Hinsicht, denke ich.

Sonntag, 29. Mai 2011

Wetterregel für alle Monate

"Wenn der Mensch träge und matt ist, wenn ihm die Glieder wie zerschlagen sind, wenn er Aengstlichkeit und Unmuth empfindet: so folgt gerne Ungewitter und besonders Donnerwetter."(Orphal 1805)

Samstag, 21. Mai 2011

Wetterregel 2001: Silberfische

Gestern erzählte mir eine Landwirtin, dass es immer Regen gibt, wenn in einem der Waschräume ihres Hauses Silberfischchen (Lepisma saccharina) zu beobachten sind.

Es geht also auch ohne dumme Reime, wie man sieht. Und ist noch besser als die Wettervorhersage im Fernsehen.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Wettervorhersage: Der Körper als Barometer

"Die Menschen empfinden bey bevorstehendem Regenwetter, Schmerzen an alten Schäden, und wenn ein Gewitter nahe ist, Schwermüthigkeit in den Gliedern."
(Fresenius 1799: 44 n. "Hessen-darmstädtischer Landkalender" o.J.)

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Wetterregel zum Winterbeginn

Wenn der Zaunkönig im November und December nach den Häusern fliegt: so folgt Kälte. (Orphal 1805)

Da kann wohl was dran sein. Auch wenn unsere Häuser heute verschlossener sind als vor mehr als hundert Jahren.

Donnerstag, 11. November 2010

Wetterregel zum Martinstag (11.11.)

"Gefriert es vor Martini, daß das Eis eine Gans trägt, so gefriert`s dem Winter den Hals ab; d.h. es folgt ein gelinder Winter. Oder auch: Wenn die Gänse um Martini auf dem Eis stehen, so sollen sie um Weihnachten im Koth gehen."
(Eisenlohr 1847)

Damals wie heute ist das, was Meteorologen ankündigen, nicht immer das, was tatsächlich eintritt. Diese Vorhersage ist also mit Vorsicht zu genießen.

Interessant erscheint mir, dass man in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts überhaupt damit rechnete, dass Gewässer im November zufrieren konnten.
Gut, dass das nun nicht mehr so ist, oder?

Samstag, 2. Oktober 2010

Schneckenwettervorhersage

Wenn die schwarzen Feld- oder Gartenschnecken des Morgens nach Aufgang der Sonne im Grase kriechen, und sie haben hinten auf dem Rücken noch ein Klümpchen ihres klebrichten Unraths: so regnet es an diesem Tage; haben sie aber statt dessen hinten auf dem Rücken ein Grashälmchen kleben so bleibt es gutes Wetter. (Orphal 1805:151)

Naja, wer's glaubt. Auch Orphal stand dieser von ihm gesammelten Wetterregel eher skeptisch gegenüber. Aber schön ist sie doch.

Mittwoch, 1. September 2010

Wetterregel zum 1. September

Wie der Hirsch am Egidiustag <1.9.> in die Brunft tritt, so tritt er nach 4 Wochen wieder heraus.
Bedeutung: Wie das Wetter am 1. September ist, so bleibt es vier Wochen lang.
(Erste Hälfte 19. Jahrhundert)

Dienstag, 24. August 2010

Wetterregel zum 24.8.

Ist`s am St. Bartholomäustag <24.8.> schön, so folgt ein gutes Spätjahr, und wie das Wetter an diesem Tag ist, so bleibt es den ganzen Herbst über. (Eisenlohr 1847:36)

Naja.

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Kommentare

;-)
;-)
Joern Borchert - 2012-05-02 22:40
Es ist heute der erste...
Da kann man Heinrich Heine zum Glück auch viel...
Wilhelm Eschershausen (Gast) - 2012-05-01 11:06
Pardon, Herr Eschershausen
es hat etwas gebraucht, bis ich begriffen habe, dass...
Joern Borchert - 2012-03-15 03:43
Zitronenfalter
Und da man mit Schutzhandschuhen schlecht schreiben...
Wilhelm Eschershausen (Gast) - 2012-03-13 14:27

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