Kurioses und Seltsames

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Mit dem Thalys nach Paris oder Lost in Brussels

Alle, die mein Blog lesen, wissen, dass ich auf Paris stehe. Schneller als mit dem Thalys kann man da nicht hinkommen. Dachte ich, als ich am späten Nachmittag des letzten Samstages dorthin von Köln aus aufbrach.

Doch kurz nach 18 Uhr warf sich kurz vor Louvain ein Mensch vor den Thalys, um seinem Leben ein schnelles Ende zu bereiten. Klar! Sofort die Gespräche darüber, wie fies das ist, was dem Zugführer da zugemutet wird - scheinheiliges BlaBla, das die Nöte des Selbstmörders ignorierte und dann dabei endete, dass er ja nicht daran gedacht hat, wieviele Menschen wegen seines Suizids ihre Züge verpassen. Kein Mitleid. Keine Trauer darüber, dass einer nicht mehr weiter wusste, weil ihn niemand stützte. Nur der Ärger über verpasste Anschlüsse oder zu spätes Ankommen beherrschte die Gespräche. Ein Mensch lag in Teilen (!) auf der Strecke und keiner hielt inne. Ich empfand das als entsetzlich grausam.

Das war der erste Teil der Geschichte.

thalysb-IMG_4378

Nun der zweite Teil:

Nachdem sich um kurz nach 18:00 h ein Mensch vor den Thalys geworfen hatte, stoppte der Zug auf offener Strecke in der Nähe von Louvain/Leuven. Um etwa 18:30 war klar, dass er nicht weiterfahren konnte. Aus welchen Gründen auch immer. Rasch war klar, dass die Mitreisenden mit Bussen nach Brüssel transportiert werden müssten. Die Zugbegleiter bekamen keine Informationen, die sie an die Fahrgäste hätten weitergeben können. Ratlosigkeit auf offener Strecke. Dann hiess es, es kämen Busse. Doch wann? Nach vier Stunden, um ca. 22:30 Uhr traf der erste ein. In halbstündigem Abstand die nächsten. Warum brauchte es überhaupt vier Stunden, um fünf Busse im Umkreis der Hauptstadt aufzutreiben? Doch noch hieß es, es gäbe einen Thalys in Brüssel, der auf uns warten würde.

thalys-strecke-IMG_4357

Gut, nach halbstündiger Fahrt kamen wir dann in Brüssel-Midi an. Wie nicht anders zu erwarten, stand kein Thalys-Mitarbeiter im Foyer, um uns zu sagen, auf welches Gleis wir gehen sollten. Die Vielreisenden wiesen dann den Weg.

Tatsächlich! Da stand ein echter Thalys. Während wir auf die nächsten Busse warteten, kam dann die Durchsage, dass auf der Schnellstrecke nach Paris Wartungsarbeiten durchgeführt würden, man sich aber bemühte, eine Lösung zu finden.


Da waren allen klar, dass das nun eine lange, sehr unbequeme Nacht werden würde. Thalys hatte nur warme Worte anzubieten. Mehr nicht. Es dauerte Stunden, bis wenigstens Wasser und ein übel schmeckender Nudelsalat angeboten wurde. Immerhin. Nicht zu vergessen: da waren auch einige Babies und Kleinkinder im Zug, die Nahrung brauchten.

thalys-kinder-IMG_4406
Dann kam die Durchsage, dass ein zweiter Thalys angehängt würde, um allen die Möglichkeit zu geben, sich etwas mehr ausbreiten zu können. Erwartungsgemäß kam Thalys nicht auf die Idee, Unterkünfte in den umliegenden Hotels zu organisieren. Warum auch?

Der Beginn einer langen, einer sehr langen Nacht auf dem wohl unsympathischsten Bahnhof Europas: Bruxelles-Midi. Immerhin ahnte ein Zugbegleiter, was kommen würde, schloss den Schrank mit den alkoholischen Getränken auf, zwinkerte den Umstehenden zu und verabschiedete sich, entnervt von seinen belgischen Kollegen, in den Feierabend.

bruxelles-midi

Wir standen also auf dem Gleis herum und warteten auf den Morgen. Wer Bruxelles-Midi kennt, weiß wie grausam das ist.

Dann etwas Überraschendes:
Einer kommt mit einer Guitarre aus dem Zug. Bald ein Zweiter. Dann griff einer der Musiker zu seiner Trompete. Ein witziger Marokkaner trat hinzu und sorgte für die Percussion. Eine wunderhübsche Frauenstimme ertönte. Und weil's so schön war, holten die zufällig anwesenden Straßenmusiker dann ihre Lautsprecheranlage auf's Gleis und regten eine Party an. Salsa! Leicht vorzustellen, dass ich mich an die Geiger auf der Titanik kurz vor ihrem Untergang erinnert fühlte.

Inzwischen hatte sogar das Belgische Fernsehen von der Sache Wind bekommen:

http://www.rtbf.be/video/detail_thalys-bloque-pendant-la-nuit?id=1863019

[Dass ich dieses Video hier nicht einbetten kann, wundert mich auch nicht besonders. ;-) Is'ja schließlich belgisches TV...]

Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn dieses nette Staßenmusikerpärchen nicht für gute Laune in dieser trostlosen Umgebung gesorgt hätte.

thalys-musik-IMG_4384

Um 5:42 ging's dann endlich weiter. Mit dem Versprechen, uns würden die Fahrtkosten erstattet werden.
Bis heute habe ich allerdings keinen Eingang von Thalys auf meinem Konto feststellen können. Wahrscheinlich muss ich erst ein Formular suchen und ausfüllen. Wer über die Deutsche Bahn meckert, sollte mal mit Thalys fahren. Thalys schlägt alle Rekorde, was Missmanagement und Unfreundlichkeit gegenüber Kunden angeht. Ein Blick auf die Homepage genügt.

Samstag, 15. Dezember 2012

Konstruierte Träume - ganz real

Gibt es in Deutschland einen Blog, der mehr Freude macht, als der Kugelbahn-Blog? Ein Blog, wo man fast täglich etwas findet, was einfach nur erfreut, die Sorgen des Alltags vergessen läßt und einen davon träumen lässt, was man könnte, wenn man wollte?

Schrille Maschinen und bewegte Objekte, erfunden von Menschen, die lieber an Traumwelten bauen als über Politik zu diskutieren. Um so was zu bauen, wie das hier:



Empfehlung zur täglichen Ablenkung von den Mühen des Alltags: Kugelbahn-Blog, wo noch viel mehr zu finden ist, was einfach nur Freude macht. Ein Klick und schon gehts los.... Viel Spass!

Mittwoch, 11. Januar 2012

Nachts bei den Kaisern, Königen und anderen Potentaten

Dieser kleine Kurbelautomat von Paul Spooner scheint mir gerade gut in die Zeit zu passen:



"Uneasy lies the head that wears a crown" (Shakespeare: Henry IV, Teil 2)

[Fundort? Kugelbahn! Wo denn sonst?]

P.S.: Für £575 gibt's den Automaten HIER zu kaufen. Und viele andere schöne Dinge!

Freitag, 4. November 2011

"Klickenbild zum laut zu summen"

Da recherchiere ich mal gerade ein wenig zu den Farben, mit denen Wein im Glas funkeln kann und finde dann zufällig dieses schöne Foto hier:

Ohne automatisierte Übersetzungen wäre die Welt etwas weniger lustig. Finde ich.
[Gefunden bei dreamstime/chiyacat ]

Noch mehr als das Foto gefiel mir allerdings der Text dazu. Automatisierte Übersetzungen machen doch immer wieder Freude...

Ich klickenbilde, summe laut und wünsche meinen Lesern ein schönes Wochenende!

Samstag, 26. März 2011

Kugelmaschine

Diese Kugelmaschine von Ronald Walter gefällt mir.



Gefunden im Kugelbahnblog.

Ein Blog, der großen Kindern viele Freuden bereitet. Super! Deshalb kommt er in die Blogroll.

Freitag, 25. Februar 2011

Wer Hotlines doof findet,

dem hilft dieses Video, wieder lachen zu können. Garantiert!



Wenn Ihnen dieses Video gefällt, drücken Sie die 1.

Wenn Ihnen dieses Video nicht gefällt, drücken Sie die 2.

Wenn Sie mit einem Servicemitarbeiter der Telekom in Deutschland verbunden werden möchten, drücken sie die 3.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Mr. Bean at the Library

Das korrekte Verhalten in Handschriftensammlungen und Archiven will gelernt sein. Manche haben Schwierigkeiten damit. Ich auch. Immer wieder.

Gut dass Mr. Bean das auf die Schippe nimmt.



Mehr als 100 Videos von und über Bibliotheken, allerdings meist ernstere, gibt es hier.

[Dank an den Graf der Archivare]

Mittwoch, 22. September 2010

Gute Nacht, ihr Journalisten

Schlechter Journalismus
Aktueller Screenshot von den Seiten des Bonner General-Anzeigers.
Des Journalisten Brot ist blutig - oder wie skrupellos muss man sein, um als Journalist Geld zu verdienen? [Jaja, Ausreden gibt es viele.]

Fallen Euch keine Stories mehr ein, die nicht weh tun? Schöne Geschichten. Geschichten, die aufbauen, die glücklich machen oder an Beispielen zeigen, wie die Welt schöner werden könnte? Das ginge doch auch, oder nicht?

Ich könnte kotzen. Ihr auch?

Donnerstag, 4. Februar 2010

Wenn Sie Ihre Garage langweilig finden...

... oder wenn sie denken, dass es nicht schlecht wäre, sich von den Nachbarn abzuheben. Etwa indem Sie das Garagentor als Ausdrucksmöglichkeit der eigenen Individualität nutzen. Dann sollten Sie einmal bei style-your-garage vorbeischauen.

Filzherzen oder -Blumen haben alle. Doch wer hat schon ein Garagentor, dass etwas über seine Persönlichkeit und seine Kreativität aussagt? Oder ein Garagentor, das die Nachbarn neidisch werden lässt?

schweinehälften

Warum kam da eigentlich nicht schon früher einer drauf?

garagedoor01

Wer sein Garagentor nutzen möchte, um das Innerste nach außen zu kehren, der sollte also mal hier vorbeischauen.

[Dank]

Dienstag, 25. November 2008

Nackt im Wind: Beat Döbeli Honnegger

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einer Tagung, weil Sie ein Vortrag über das Web 3.0 interessiert --- und als Sie da sind, stellen Sie fest, dass Sie der "angefragte NN" sind, der darüber referieren soll.

Prof. Dr. Beat Döbeli Honnegger ist das passiert. Bei einer Veranstaltung der Pädagogischen Hochschule Zürich. Mehr zu dieser amüsant dargestellten Geschichte lesen Sie am besten in seinem ad hoc zusammengestellten Vortrag selbst.

[via weblog.histnet.ch]

Futterkiste

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Kommentare

Danke für die Schneckenpost!...
Danke für die Schneckenpost! Antwort gibt es dann,...
maskodok - 2014-11-23 13:26
Danke für die Schneckenpost!...
Danke für die Schneckenpost! Antwort gibt es dann,...
maskodok - 2014-11-23 13:21
Wo sind Sie untergekommen...
Wo sind Sie untergekommen in Wien, an welchem Theater? Und:...
maskodok - 2014-11-23 13:21
Toller Artikel!
Hallo Herr Borchert, ich fand den Artikel sehr interessant. Herzlichen...
Perfectrix - 2014-11-20 09:37
Einladung an Nina
Danke Dir für die netten Worte. So wie ich Dir...
Joern Borchert - 2014-06-20 23:47

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