Historisches

Freitag, 10. Juni 2011

12.7.1944: Gruß aus Paris

Postkarten wie diese irritieren mich.

Paris-1944
Paris-1944-b

Meine Lehrer haben mir ein Bild vom Zweiten Weltkrieg beigebracht, das mit dieser Postkarte kaum in Einklang zu bringen ist. Vielleicht hatten sie keine Ahnung. Vielleicht wollten sie keine Ahnung haben.

Doch was sollen ich mit den Bildern vom Krieg machen, die nicht in das Bild passen, dass man mir beigebracht hat?
Denn zu der Zeit, als diese Postkarte geschrieben wurde, war der "Totale Krieg" doch schon lange ausgerufen.

Bitte kommen Sie mir jetzt nicht damit, dass die Soldaten ihre Angehörigen an der Heimatfront ruhig halten wollten.
Nee, der Krieg war für manche Kriegsteilnehmer auch schön.

Viel zu schön!

Mittwoch, 19. Januar 2011

Damals, als die Zigaretten noch 'was wert waren

Unwort 1945: Zigarettenanziehungskraft

"American Boys in Bavaria" von W.D. Zehetmair

Kaum zu glauben, wie begehrt Zigaretten einmal waren.

[Dank an boingboing und mehr Infos dort.]

Freitag, 3. September 2010

Die niederländischen Watteninseln im Zweiten Weltkrieg

Watteninseln-niederlande

Wenn Sie gerne auf die Inseln im Wattenmeer der Niederlande fahren und sich wundern, warum auf Terschelling deutsche Besucher weniger freundlich empfangen werden als etwa auf Texel oder Ameland, dann sollten Sie mal die Internetseite "Wadden in de Oorlog" besuchen. Eine Internetseite, der man ansieht, dass sie ihren Machern wichtig ist. Je länger man auf diesen Seiten herumsurft, umso besser kann man verstehen warum.

Eine Internetseite, die alle deutschen Urlauber besuchen sollten, bevor sie auf die Watteninseln fahren - und Historiker sowieso. Da gibt's neben Informationen auch Dokumente und historische Fotos zum deutschen Wirken da und den Wehen, die wir Deutschen dort hinterlassen haben.

Die Umsetzung der Inhalte ist so gut gemacht, dass keine Langeweile aufkommt. Also unbedingt vorbeischauen!
So geht Internet! Super!

Donnerstag, 27. Mai 2010

Mafia ins Museum

Neuerdings in Salemi/Sizilien und ab nächstem Jahr in Las Vegas, im Mob Museum.

Mob-Museum gefunden bei Boingboing.

Und wann bekommt Deutschland sein Mafia-Museum, Herr A........und wer sich sonst noch angesprochen fühlen könnte?

Freitag, 15. Januar 2010

Berditschew - ein Film und eine Ausstellung gegen das Vergessen

2007 bereiste Thomas Wernicke erstmals die Ukraine. In Berditschew, einer Provinzstadt 140 Kilometer westlich von Kiew, berichteten ihm Menschen von der Ermordung der jüdischen Bevölkerung durch die deutsche Wehrmacht.

berditschew

"Berditschew war in den Jahren vor 1941 das Zentrum der jiddischen Kultur in der Ukraine. 20000 Juden lebten mit Beginn der Besetzung durch deutsche Truppen noch in der Stadt. Bei der Befreiung Berditschews im Januar 1944 lebten dort noch 15 Juden. Auf einem abgelegenen Flughafengelände wurden die Menschen zu Tausenden erschossen und verscharrt."

Thomas Wernicke berührte dieses Schicksal so, dass er eine Videokamera kaufte, um festzuhalten, was ihm vier der Überlebenden zu erzählen hatten.

Herausgekommen sind dabei ein höchst einfühlsamer Film und eine Ausstellung, die mit bewegten Bildern, Geräuschen und Fotos den Besuchern auch einen emotionalen Zugang zum Thema vermitteln möchte.

Beide sind vom 23. bis zum 25. Januar 2010, jeweils ab 19:00 Uhr, im Haus der Sinne/Berlin(U-Bahn: Schönhauser Allee) zu betrachten, zu erleben, zu erleiden.

Wer mehr wissen will, dem sei die gut gemachte Homepage zum Berditschew-Projekt empfohlen.

Eintritt:7 Euro. Nicht zu viel für eine privat finanzierte Ausstellung, wie ich finde.

[Dank an Thomas Kaiser]

Mittwoch, 8. Juli 2009

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Manche Bilder sind einfach universell. Oder? Zum Beispiel das hier von Th. Th. Heine:

Die Wieder kehr der Gleichen von Th.Th. Heine.
<br />
(Zum Vergrößern Klicken)

Die Wiederkehr der Gleichen von Th. Th. Heine
in: Simplicissimus, Jahrgang/Band: XXXIII, 1; Heftnummer: 14 vom 02.07.1928, Seite 191

Welche Zeitung würde die Veröffentlichung einer solchen Zeichnung heute noch wagen?

Freitag, 20. März 2009

Dinge aus Deutschland mit Geschichten

Hier klicken, um ein deutsches Ding einzusenden oder anzusehen.
60 Jahre Bundesrepublik Deutschland und 20 Jahre Fall der Mauer haben WELT ONLINE dazu angeregt, "Deutsche Dinge" zusammenzutragen. OK, nicht alles, was da bisher eingesandt wurde, ist typisch deutsch. Aber es ist durchaus kurzweilig und anregend, in dieser Sammlung herumzustöbern.
Wenn auch Sie ein Deutsches Ding haben, dann können Sie dieses (nur mit Foto!) an dinge@welt.de schicken.

Eine gute Idee! Eine Idee, die vom Haus der Geschichte in Bonn oder dem Deutschen Historischen Museum in Berlin aufgegriffen und fortgeführt werden sollte. Finde ich!

Dienstag, 17. März 2009

Auferstanden aus Ruinen - das Kölner Erstversorgungszentrum

Sichtung der Archivalien des Historischen Archivs der Stadt Koeln nach dem Einsturz im Erstversorgungszentrum

Wenn alles in Köln so transparent gemacht würde, wie die Erstversorgung der aus dem Schutt des Historischen Archivs geborgenen Archivalien, dann wäre es vielleicht zu diesem katastrophalen Unfall erst gar nicht gekommen.

Obiges Foto (Rheinisches Bildarchiv/Köln) habe ich gewählt, weil es sicher bald in einem der zahlreichen Seminare zur Visuellen Kommunikation behandelt werden wird. Ebenso wie andere. Schutzanzüge und Atemmasken sollen wohl Professionalität zum Ausdruck bringen. Vielleicht auch Sorge um die Mitarbeiter und Helfer im Erstversorgungszentrum (was für ein Wort). Warum braucht der junge Mann im Vordergrund keine Maske? Ist er der einzige Helfer, der keine Staub- oder Schimmelallergie hat? Oder ist er der einzige, der als Kind im Garten spielen durfte?

Übrigens: "Aus versicherungsrechtlichen Gründen sind Aufnahmen von Dritten im „Erstversorgungszentrum" nicht zugelassen." Lesen wir ebenfalls in der oben genannten Pressemitteilung. Was soll das denn bedeuten? Müssen die künftigen Besucher des Historischen Archivs mit Warnhinweisen auf den Archivalien rechnen? "Diese Archivalien lagen einige Tage in feuchtem Schutt. Ihre Benutzung kann der Gesundheit schweren Schaden zufügen und Zeitgenossen schwer belasten." Oder heißt das einfach nur, dass man befürchtet, dass "Dritte" Archivalien entwenden könnten? Kann mir das einer erklären? Zum Beispiel Herr Graf von Archivalia.

Samstag, 14. Februar 2009

Auf'm Rummel: Laura, das Riesenmädchen und das größte Schwein der Welt

Auf'm Rummel
(um 1900; Klick das Bild)

Das Bild regt mich an, darüber nachzudenken, was uns heute begeistert und entsetzt. Im Vergnügungspark, auf'm Rummel und im TV. Gemeinsamkeiten, Unterschiede zur Erlebniswelt vor 100 Jahren.
Ich persönlich würde ja lieber 5 Euro dafür bezahlen, Laura, das Riesenmädchen oder das größte Schwein der Welt sehen zu können, als mir den Magen durch eine Achterbahnfahrt verderben zu lassen.

Hat auch irgendwie was mit Museen und ihren Präsentationspraktiken zu tun, oder?

[Hier gefunden. More stuff.]

Freitag, 9. Mai 2008

Dark Tourism: Gruseln als touristisches Ziel

Dark Tourism. Können Sie sich etwas darunter vorstellen? Ich jetzt schon, denn eben gerade bin ich über eine Seite mit dem Namen "Dark Tourism Forum" gestolpert, von der ich zuerst annahm, sie sei nicht ganz ernst gemeint. Bei näherem Hinschauen bemerkte ich, dass es sich um eine Website der University of Central Lancashire handelt und sie deshalb wohl durchaus als seriös einzustufen ist.

Grusel-Tourismus

Es geht also um KZs, Friedhöfe, Schlachtfelder, Orte der Sklaven, Gefängnisse etc., die nicht nur Orte der Aufklärung über vergangene Verbrechen und zurückliegendes Leid sind, sondern eben auch touristische Ziele. Ziele, die vermarktet werden.

Auf der Website finden Sie ein breites Spektrum von Informationen, Materialien und eine unüberschaubare Fülle von Links zum Thema sowie einschlägiger Literatur. Für Tourismus-Unternehmen dürfte interessant sein, dass sie dort auch professionelle Unterstützung zu den behandelten Grusel-Touren bekommen können. Nicht dumm.

Der Pragmatismus englischer Wissenschaftler begeistert mich immer wieder. Unbedingt ansehen!

Wenn Sie zum Dark Tourism-Forum gelangen wollen, dann klicken Sie HIER.

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Kommentare

;-)
;-)
Joern Borchert - 2012-05-02 22:40
Es ist heute der erste...
Da kann man Heinrich Heine zum Glück auch viel...
Wilhelm Eschershausen (Gast) - 2012-05-01 11:06
Pardon, Herr Eschershausen
es hat etwas gebraucht, bis ich begriffen habe, dass...
Joern Borchert - 2012-03-15 03:43
Zitronenfalter
Und da man mit Schutzhandschuhen schlecht schreiben...
Wilhelm Eschershausen (Gast) - 2012-03-13 14:27

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