Lug und Trug im Kunstbetrieb
Dieser Tage veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung die unschöne Geschichte eines angeblich von Josef Albers stammenden Gemäldes, das 1995 von der Düsseldorfer Galeristin Karin Fesel für 147.000 DM (!) an den Sammler Wolfgang Händel verkauft worden war.
Der damalige Direktor des Bonner Kunstmuseums, Dieter Ronte, sorgte dafür, dass es 1997 als Leihgabe in das von im geleitete Haus gelangte. So weit, so gut.
1999 erfuhr er von der "Josef and Anni Albers Foundation", dass das betreffende Werk eine Fälschung sein müsse. Sofort liess er es abhängen und übergab es seiner damaligen Freundin Karin Fesel zu weiteren Überprüfung. Die läßt das Bild vom Doerner-Institut in München checken und erhält ebenfalls die Auskunft, dass es sich zweifelsfrei um eine Fälschung handelt.
Von alledem erfährt der Leihgeber nichts, als man es ihm Jahre später angeblich kommentarlos wieder aushändigt.
Geadelt durch die Präsentation im Bonner Kunstmuseum wird es 2010 anlässlich der Art Cologne auf einen Wert von ca. 950.000 Euro taxiert. Auf etwa das zwölffache der ursprünglichen Kaufsumme!
Heinz Liesbrock, Direktor des Museums Quadrat Bottrop, machte die Polizei auf das dort ausgestellte Werk aufmerksam, die es sofort beschlagnahmte.
Weder der Händler noch der Besitzer des Werkes wussten von den Rechercheergebnissen Rontes und Fesels, sagen sie.
Auch ich frage mich, warum Ronte es nicht schon 1999 dem Kunstbetrieb entzog.
Ich erinnere mich an Werner Spies und seine Rolle im Kunstfälscherskandal. An Kasper König und die Ausstellung von Werken aus seiner eigenen Sammlung im Museum Ludwig. Nun tritt der ehemalige Direktor des Bonner Kunstmuseums unrühmlich an die Seite der ehemaligen Geschäftsführung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland.
Darf man denn gar kein Vertrauen mehr in die haben, die einen guten Ruf geniessen? Ja, ist der "gute Ruf" womöglich gar ein Indiz für Mauscheleien, Schiebereien und andere Machenschaften, die uns allen Schaden zufügen? Wir Besucher sind lediglich die Masse, die dafür sorgt, dass der Kunsthandel blüht. Es geht nicht um unser Vergnügen, sondern um Gewinnaussichten von Sammlern, Galeristen und - hoffentlich viel seltener, als ich vermute - auch um die Nebeneinkünfte von Museumsdirektoren.
[Wieso denke ich gerade an die Elite-Gymnasien und die Missbrauchsfälle dort? ]
Augen auf! Und - Museumsmitarbeiter - petzen, was das Zeug hält! Um Schlimmeres zu verhindern.
Die ganze Geschichte, wohlformuliert bei der SZ.
Der damalige Direktor des Bonner Kunstmuseums, Dieter Ronte, sorgte dafür, dass es 1997 als Leihgabe in das von im geleitete Haus gelangte. So weit, so gut.
1999 erfuhr er von der "Josef and Anni Albers Foundation", dass das betreffende Werk eine Fälschung sein müsse. Sofort liess er es abhängen und übergab es seiner damaligen Freundin Karin Fesel zu weiteren Überprüfung. Die läßt das Bild vom Doerner-Institut in München checken und erhält ebenfalls die Auskunft, dass es sich zweifelsfrei um eine Fälschung handelt.
Von alledem erfährt der Leihgeber nichts, als man es ihm Jahre später angeblich kommentarlos wieder aushändigt.
Geadelt durch die Präsentation im Bonner Kunstmuseum wird es 2010 anlässlich der Art Cologne auf einen Wert von ca. 950.000 Euro taxiert. Auf etwa das zwölffache der ursprünglichen Kaufsumme!
Heinz Liesbrock, Direktor des Museums Quadrat Bottrop, machte die Polizei auf das dort ausgestellte Werk aufmerksam, die es sofort beschlagnahmte.
Weder der Händler noch der Besitzer des Werkes wussten von den Rechercheergebnissen Rontes und Fesels, sagen sie.
Auch ich frage mich, warum Ronte es nicht schon 1999 dem Kunstbetrieb entzog.
Ich erinnere mich an Werner Spies und seine Rolle im Kunstfälscherskandal. An Kasper König und die Ausstellung von Werken aus seiner eigenen Sammlung im Museum Ludwig. Nun tritt der ehemalige Direktor des Bonner Kunstmuseums unrühmlich an die Seite der ehemaligen Geschäftsführung der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland.
Darf man denn gar kein Vertrauen mehr in die haben, die einen guten Ruf geniessen? Ja, ist der "gute Ruf" womöglich gar ein Indiz für Mauscheleien, Schiebereien und andere Machenschaften, die uns allen Schaden zufügen? Wir Besucher sind lediglich die Masse, die dafür sorgt, dass der Kunsthandel blüht. Es geht nicht um unser Vergnügen, sondern um Gewinnaussichten von Sammlern, Galeristen und - hoffentlich viel seltener, als ich vermute - auch um die Nebeneinkünfte von Museumsdirektoren.
[Wieso denke ich gerade an die Elite-Gymnasien und die Missbrauchsfälle dort? ]
Augen auf! Und - Museumsmitarbeiter - petzen, was das Zeug hält! Um Schlimmeres zu verhindern.
Die ganze Geschichte, wohlformuliert bei der SZ.
Joern Borchert - 2012-04-25 20:02 + 249
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