Klar, die Currywurst ist mittlerweile auch jenseits Europas bekannt geworden und gilt als kulinarisches Must für alle Besucher, die eines der Highlights deutscher Esskultur kennen lernen wollen. Die Schweinshaxe ist tot. Es lebe die Currywurst!
Ich freue mich jedes Mal, wenn ich auf dem Bonner Marktplatz beobachten darf, mit welch vorfreudiger Erregung ausländische Gäste eine Currywurst bestellen, als ob sie betrüffelt wäre und mittenrein in die deutsche Seele führte. Rührend!
Und weil das so ist, hat sich die E.I. Edutainment International GmbH gedacht, dass man damit Geld machen kann und direkt neben dem Checkpoint-Charlie (nebst sehr besucherstarkem "Museum") ein
Currywurst-Museum eingerichtet.
Barrierefrei ist es - und also politisch völlig korrekt. Erlebnisstark und interaktiv ist es sowieso. Alle Sinne werden angesprochen. Es bietet also alles, was ein Museum heute erfolgreich macht.
Essen
(!), Trinken, Rauchen und mobiles Telefonieren ist in den Ausstellungsräumen - laut Besucherordnung - allerdings nicht erlaubt. Naja, ein Museum ist erst dann ein echtes Museum, wenn nicht zu viel Freude aufkommt. Oder?
Mir gefällt besonders, dass jeder Erwachsene 11 Euro dafür bezahlen soll, sich einem der zentralen Bestandteile unser Kultur annähern zu dürfen. Puuh.
Wer hätte das gedacht, nun gehöre ich auch zu denjenigen, die darüber nachdenken, ob nicht "von oben" verfügte Standards sinnvoll wären, die verhindern, dass jedwede Frittenbude sich Museum nennen darf. Um wenig routinierten Museumsbesuchern deutlich zu machen, wo es Trüffel gibt und wo bloß Ketchup.
Was meint eigentlich der
Deutsche Museumsbund aktuell zu dieser Frage?
Seien Sie stark und lassen Sie sich nicht durch das Youtube-Video zum DCWM
(hier) den Appetit verderben.
Solange es noch gute Currywürste in Deutschland gibt ist D'land nicht ganz verloren. Und es gibt sie noch! Für weniger als 11 Euro. Zum Beispiel auf dem Bonner Marktplatz. Beim
Bönnschen Imbiss, dem Mekka rheinischer Currywurst-Fans. Besser gehen Currywürste einfach nicht! Ährlisch...;-)