"Und dann versuche ich, etwas Wunderbares für den Gebrauch zu machen."
So skizziert der Architekt Peter Zumthor die Zielsetzung seiner Arbeit in einem Video-Interview, dass anlässlich der Eröffnung der Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf/Eifel aufgezeichnet wurde.
Nun endlich hatte auch ich Gelegenheit, die Kapelle auf dem Acker zu besuchen. Erst ein wenig verärgert, dass ich nicht direkt zu ihr hinfahren konnte, sondern meinen Wagen etwa einen Kilometer entfernt abstellen musste, begann ich bald zu begreifen, dass jegliche Parkmöglichkeit in der Nähe der Kapelle einen beachtlichen Teil ihrer Wirkung zunichte machen würde. Auch hier hat der Satz "Der Weg ist das Ziel" durchaus seine Bedeutung. Denn es steigert den Genuss des Besuches ganz erheblich, wenn man sich diesem Gebäude durch Felder und Wiesen allmählich nähert und sich fortwährend neue Perspektiven ergeben.
Und wenn man dann die Kapelle endlich erreicht und die schwere Tür geöffnet hat, dann ist man überrascht, was einem in ihrem Inneren begegnet. Ein Raum, den man so ganz und gar nicht erwartet hat. Ein Raum, der geradezu zum Dialog mit der Schöpfung und zur Andacht zwingt.
Diese Kapelle lässt nicht mehr los. Selbst auf dem Weg, der zurück zum Parkplatz führt, fühlt man sich gezwungen, sich immer wieder umzudrehen, um ja keinen Eindruck dieses genialen Bauwerkes zu verpassen.
Dieser Besuch wird noch lange in meinem Kopfherz/Herzkopf herumgeistern.
Zumthor ist ein Genie! Das habe auch ich nun endlich begriffen.
Er hat etwas ganz Wunderbares für den Gebrauch geschaffen.
Mehr:
+ Das
Video zur Bruder-Klaus-Kapelle von Christoph Edler
+
Ralphs Blog mit einer Vielzahl von Links auf Artikel
+ Audio beim
WDR (mehr als 7 Minuten)
+ Last but not least:
ralkorama, wo es weitere tolle Links gibt.