Das Maritiem Museum in Rotterdam - ein Museum für Familien
"Das Maritiem Museum Rotterdam gehört zu den besten maritimen Museen in der Welt und präsentiert außer sensationellen Ausstellungen auch ein stark besuchtes Debatten- und Veranstaltungsprogramm für ein breites Publikum. Neben dem Museum hat das stolze Museumschiff 'Buffel' seinen Liegeplatz."
Mit diesen Worten preist es sich auf seiner Homepage deutschsprachigen Besuchern an. Mal abgesehen davon, dass der obige Text nicht sonderlich gut adaptiert wurde, scheint mir die superlative Beschreibung etwas übertrieben. Immerhin ist der Hafen Rotterdams der größte Europas und so darf man von diesem Museum schon etwas Besonderes erwarten.

Zur Einstimmung, die letztendlich auch das Highlight des Museums ist, gibt es unter der Überschrift "Main Port Live" ein Modell des Hafens in der Dimension von etwa 30 x 4 Metern. Illuminiert und sehr instruktiv. Pas mal. Unterlegt, im wahrsten Sinne des Wortes, ist die historische Dimension. Mit diesem Modell kann man sich durchaus, auch bei mittelmäßigem Interesse, etwa eine halbe Stunde befassen. Freudvoll, wenn es gelingt, die Videos zu ignorieren, die die Geschichte des Hafens visuell und akustisch vermitteln sollen.

Es folgt im Rundgang eine Ausstellung zur Geschichte der Seefahrt. Selbstverständlich steht dabei die Geschichte der niederländischen Seefahrt im Mittelpunkt. Ganz nett, einige tolle Objekte, die aber suboptimal in Szene gesetzt werden. Ok, vielleicht sehen das niederländische Besucher anders.
Darauf folgt die momentane Sonderausstellung "Glamour auf dem Wasser". Auf ca. 100 qm können wir sehen, welchen Anteil niederländische Schiffsausstatter daran hatten, die Titanic, ein Schiff des Königshauses und andere Schiffe reicher Leute auszustatten. Das ist gut gedacht, aber nicht wirklich faszinierend aufbereitet.

Sehr viel liebevoller ist die Ausstellung "Beesten aan boord zetten de wereld op z'n kop" gestaltet.
Made by Tinkers imagineers and André Postma (no homepage).

Dieser Ausstellungsbereich macht wirklich Freude. Vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist.
Ah ja, es gibt auch einen Kinderbereich. Einen Bereich, der für die Kinder bis 10 Jahre konzipiert sein soll. Das Reich von Professor Plons. Mein Sohn ist 8 Jahre alt. Ihm war der Bereich zu "babyhaft". Wir haben ihn ihn trotzdem besucht ---- und uns darüber gewundert, dass hier vermittelt wurde, dass die Tomaten unsere Supermärkte nicht aus den Niederlanden stammen. Wie auch immer, das Museum tut viel für Kinder und ist allein schon deshalb empfehlenswert.
Trotzdem: Meinem Empfinden nach kann dieses Museum nicht die Faszination vermitteln, die vom größten Hafen Europas zu vermitteln wäre. Statt der Weite, die das Thema des Museums vorgibt, vermittelt die Architektur eher Enge. Eine Enge, die auch ausstellungsdramaturgisch nicht aufgefangen wird.

Eher beiläufig wurden wir an der Kasse darauf hingewiesen, dass wir auch das Schiff "Buffel" im naheliegenden Hafen besichtigen können. Dabei ist dieses Schiff der Höhepunkt des Museumsbesuchs. Denn dort kann man erahnen, was das Leben an Bord eines Schiffes der Marine mit sich brachte.

Dort wird die See, das Leben und die Hierarchie an Bord den Landratten nahe gebracht. Auch mittels Figurinen*, die ich im Museum sonst ja nicht besonders mag. Die hier aber durchaus Sinn machen.



Visuell, interaktiv und (unbeabsichtigt) olfaktorisch.

Die "Buffel" ist wirklich toll und allen Eltern zu empfehlen, die ihren Kindern mal ein ein außergewöhnliches Erlebnis bescheren wollen. Ein Erlebnis, das sie nicht vergessen werden.
Fazit: Ein durchaus besuchenswertes Museum. Auch wenn es schon ein wenig in die Jahre gekommen ist. Wer es mit Kindern besucht, der sollte das Museum rasch durcheilen, um genügend Zeit für die "Buffel" zu haben. Die bringt's! Ihnen Freude und ihren Kindern Erkenntnisse, die lange im Gedächtnis haften bleiben werden. GARANTIERT!
* Wer mehr Figurinen aus anderen Museen sehen will. der sollte mal bei Frau Gorgus vorbeischauen.
Mit diesen Worten preist es sich auf seiner Homepage deutschsprachigen Besuchern an. Mal abgesehen davon, dass der obige Text nicht sonderlich gut adaptiert wurde, scheint mir die superlative Beschreibung etwas übertrieben. Immerhin ist der Hafen Rotterdams der größte Europas und so darf man von diesem Museum schon etwas Besonderes erwarten.

Zur Einstimmung, die letztendlich auch das Highlight des Museums ist, gibt es unter der Überschrift "Main Port Live" ein Modell des Hafens in der Dimension von etwa 30 x 4 Metern. Illuminiert und sehr instruktiv. Pas mal. Unterlegt, im wahrsten Sinne des Wortes, ist die historische Dimension. Mit diesem Modell kann man sich durchaus, auch bei mittelmäßigem Interesse, etwa eine halbe Stunde befassen. Freudvoll, wenn es gelingt, die Videos zu ignorieren, die die Geschichte des Hafens visuell und akustisch vermitteln sollen.

Es folgt im Rundgang eine Ausstellung zur Geschichte der Seefahrt. Selbstverständlich steht dabei die Geschichte der niederländischen Seefahrt im Mittelpunkt. Ganz nett, einige tolle Objekte, die aber suboptimal in Szene gesetzt werden. Ok, vielleicht sehen das niederländische Besucher anders.
Darauf folgt die momentane Sonderausstellung "Glamour auf dem Wasser". Auf ca. 100 qm können wir sehen, welchen Anteil niederländische Schiffsausstatter daran hatten, die Titanic, ein Schiff des Königshauses und andere Schiffe reicher Leute auszustatten. Das ist gut gedacht, aber nicht wirklich faszinierend aufbereitet.

Sehr viel liebevoller ist die Ausstellung "Beesten aan boord zetten de wereld op z'n kop" gestaltet.
Made by Tinkers imagineers and André Postma (no homepage).

Dieser Ausstellungsbereich macht wirklich Freude. Vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist.
Ah ja, es gibt auch einen Kinderbereich. Einen Bereich, der für die Kinder bis 10 Jahre konzipiert sein soll. Das Reich von Professor Plons. Mein Sohn ist 8 Jahre alt. Ihm war der Bereich zu "babyhaft". Wir haben ihn ihn trotzdem besucht ---- und uns darüber gewundert, dass hier vermittelt wurde, dass die Tomaten unsere Supermärkte nicht aus den Niederlanden stammen. Wie auch immer, das Museum tut viel für Kinder und ist allein schon deshalb empfehlenswert.
Trotzdem: Meinem Empfinden nach kann dieses Museum nicht die Faszination vermitteln, die vom größten Hafen Europas zu vermitteln wäre. Statt der Weite, die das Thema des Museums vorgibt, vermittelt die Architektur eher Enge. Eine Enge, die auch ausstellungsdramaturgisch nicht aufgefangen wird.

Eher beiläufig wurden wir an der Kasse darauf hingewiesen, dass wir auch das Schiff "Buffel" im naheliegenden Hafen besichtigen können. Dabei ist dieses Schiff der Höhepunkt des Museumsbesuchs. Denn dort kann man erahnen, was das Leben an Bord eines Schiffes der Marine mit sich brachte.

Dort wird die See, das Leben und die Hierarchie an Bord den Landratten nahe gebracht. Auch mittels Figurinen*, die ich im Museum sonst ja nicht besonders mag. Die hier aber durchaus Sinn machen.



Visuell, interaktiv und (unbeabsichtigt) olfaktorisch.

Die "Buffel" ist wirklich toll und allen Eltern zu empfehlen, die ihren Kindern mal ein ein außergewöhnliches Erlebnis bescheren wollen. Ein Erlebnis, das sie nicht vergessen werden.
Fazit: Ein durchaus besuchenswertes Museum. Auch wenn es schon ein wenig in die Jahre gekommen ist. Wer es mit Kindern besucht, der sollte das Museum rasch durcheilen, um genügend Zeit für die "Buffel" zu haben. Die bringt's! Ihnen Freude und ihren Kindern Erkenntnisse, die lange im Gedächtnis haften bleiben werden. GARANTIERT!
* Wer mehr Figurinen aus anderen Museen sehen will. der sollte mal bei Frau Gorgus vorbeischauen.
Joern Borchert - 2010-02-19 22:51 + 816
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