Publikation: Kultur als Arbeitsfeld
"Was brauchen Geisteswissenschaftler, um eine Stelle im Arbeitsmarkt Kultur zu finden? Welche Anforderungen werden an sie gerichtet? Was bringen sie für Qualifikationen mit? Wie hat sich der Arbeitsmarkt Kultur in den letzten Jahren geändert und wie werden Geisteswissenschaftler darauf vorbereitet? Wie finden sie eine Marktlücke im breiten Arbeitsfeld Kultur? Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, versucht mit dem Buch: „Kultur als Arbeitsfeld und Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler“, eine Antwort auf diese Fragen zu geben." (...)
Autorinnen und Autoren des Buches sind unter anderem: Petra Bahr (Kulturbeauftragte der EKD), Hartmut Dorgerloh (Präsident der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten), Max Fuchs (Vorsitzender des Deutschen Kulturrates), Michael Hanssler (Vorstand der Gerda Henkel Stiftung) , Roland Kanz (Professor für Kunstgeschichte), Peter Reifenberg (Vorsitzender des Leiterkreises der Katholischen Akademien), Stephan Schaede (Forschungsstädte der Evangelischen Studiengemeinschaft), Annette Schavan (Bundesministerin für Bildung und Forschung), Wolfgang Schmitz (Hörfunkdirektor des WDR), Tamara Tischendorf (freie Hörfunkjournalistin) Ingo H. Warnke (Stellvertretender Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags), Olaf Zimmermann (Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates)"
Dummerweise gibt der Deutsche Kulturrat dieser Publikationsankündigung kein Inhaltsverzeichnis bei, so dass man nicht wissen kann, was darin inhaltlich wirklich zu finden ist. Und blöderweise enthält diese Publikation offenbar nur Beiträge von Autoren, die in der Kulturszene bereits bestens angekommen sind. Schade, dass hier ausschließlich die Perspektive "von oben" gewählt wurde.
Ohne das Buch zu kennen, erlaube ich mir daher die Vermutung, dass in ihm kaum etwas über die Erfahrungen junger Geisteswissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt zu lesen sein wird. Kein Wort darüber, dass sich heute selbst auf schlecht bezahlte Stellen, mehrere hundert höchst qualifizierte Leute bewerben. Kein Wort darüber, dass das sogenannte "Ehrenamt" in musealen Diensten sich so auswirkt, dass junge Museumspädagogen, Museologen und andere Geisteswissenschaftler, die auch mit wenig zufrieden wären, keinen Job mehr finden, weil es Menschen gibt, die genug Geld haben, um für ihr Vergnügen zu arbeiten. Keine kritischen Gedanken über den Schaden, den Volontariate, Praktika und andere ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in unserer Gesellschaft anrichten.
Volontäre, Praktikanten und schlecht bezahlte "Freiberufler" tragen nur wenig zum Steueraufkommen und zur Sozialversicherung bei und scheuen sich davor - wer kann es ihnen verdenken? - Kinder zu zeugen oder zu gebären. Mein Bekanntenkreis ist voll von Leuten, die gerne Kinder hätten, sie sie sich aber nicht erlauben können oder wollen, weil ihre Zukunftsaussichten zu unsicher sind.
Ich würde mich sehr freuen, wenn in dem annoncierten Buch auch darüber etwas zu lesen wäre.
Kultur als Arbeitsfeld und Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler
Hg. v. Deutschen Kulturrat,
ISBN 978-3-934868-16-8,
184 Seiten, 14,90 €
Autorinnen und Autoren des Buches sind unter anderem: Petra Bahr (Kulturbeauftragte der EKD), Hartmut Dorgerloh (Präsident der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten), Max Fuchs (Vorsitzender des Deutschen Kulturrates), Michael Hanssler (Vorstand der Gerda Henkel Stiftung) , Roland Kanz (Professor für Kunstgeschichte), Peter Reifenberg (Vorsitzender des Leiterkreises der Katholischen Akademien), Stephan Schaede (Forschungsstädte der Evangelischen Studiengemeinschaft), Annette Schavan (Bundesministerin für Bildung und Forschung), Wolfgang Schmitz (Hörfunkdirektor des WDR), Tamara Tischendorf (freie Hörfunkjournalistin) Ingo H. Warnke (Stellvertretender Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags), Olaf Zimmermann (Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates)"
Dummerweise gibt der Deutsche Kulturrat dieser Publikationsankündigung kein Inhaltsverzeichnis bei, so dass man nicht wissen kann, was darin inhaltlich wirklich zu finden ist. Und blöderweise enthält diese Publikation offenbar nur Beiträge von Autoren, die in der Kulturszene bereits bestens angekommen sind. Schade, dass hier ausschließlich die Perspektive "von oben" gewählt wurde.
Ohne das Buch zu kennen, erlaube ich mir daher die Vermutung, dass in ihm kaum etwas über die Erfahrungen junger Geisteswissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt zu lesen sein wird. Kein Wort darüber, dass sich heute selbst auf schlecht bezahlte Stellen, mehrere hundert höchst qualifizierte Leute bewerben. Kein Wort darüber, dass das sogenannte "Ehrenamt" in musealen Diensten sich so auswirkt, dass junge Museumspädagogen, Museologen und andere Geisteswissenschaftler, die auch mit wenig zufrieden wären, keinen Job mehr finden, weil es Menschen gibt, die genug Geld haben, um für ihr Vergnügen zu arbeiten. Keine kritischen Gedanken über den Schaden, den Volontariate, Praktika und andere ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in unserer Gesellschaft anrichten.
Volontäre, Praktikanten und schlecht bezahlte "Freiberufler" tragen nur wenig zum Steueraufkommen und zur Sozialversicherung bei und scheuen sich davor - wer kann es ihnen verdenken? - Kinder zu zeugen oder zu gebären. Mein Bekanntenkreis ist voll von Leuten, die gerne Kinder hätten, sie sie sich aber nicht erlauben können oder wollen, weil ihre Zukunftsaussichten zu unsicher sind.
Ich würde mich sehr freuen, wenn in dem annoncierten Buch auch darüber etwas zu lesen wäre.
Kultur als Arbeitsfeld und Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler
Hg. v. Deutschen Kulturrat,
ISBN 978-3-934868-16-8,
184 Seiten, 14,90 €
Joern Borchert - 2008-05-02 21:36 + 172





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