Freitag, 2. Mai 2008

Publikation: Kultur als Arbeitsfeld

"Was brauchen Geisteswissenschaftler, um eine Stelle im Arbeitsmarkt Kultur zu finden? Welche Anforderungen werden an sie gerichtet? Was bringen sie für Qualifikationen mit? Wie hat sich der Arbeitsmarkt Kultur in den letzten Jahren geändert und wie werden Geisteswissenschaftler darauf vorbereitet? Wie finden sie eine Marktlücke im breiten Arbeitsfeld Kultur? Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, versucht mit dem Buch: „Kultur als Arbeitsfeld und Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler“, eine Antwort auf diese Fragen zu geben." (...)
Autorinnen und Autoren des Buches sind unter anderem: Petra Bahr (Kulturbeauftragte der EKD), Hartmut Dorgerloh (Präsident der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten), Max Fuchs (Vorsitzender des Deutschen Kulturrates), Michael Hanssler (Vorstand der Gerda Henkel Stiftung) , Roland Kanz (Professor für Kunstgeschichte), Peter Reifenberg (Vorsitzender des Leiterkreises der Katholischen Akademien), Stephan Schaede (Forschungsstädte der Evangelischen Studiengemeinschaft), Annette Schavan (Bundesministerin für Bildung und Forschung), Wolfgang Schmitz (Hörfunkdirektor des WDR), Tamara Tischendorf (freie Hörfunkjournalistin) Ingo H. Warnke (Stellvertretender Vorsitzender des Philosophischen Fakultätentags), Olaf Zimmermann (Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates)"


Dummerweise gibt der Deutsche Kulturrat dieser Publikationsankündigung kein Inhaltsverzeichnis bei, so dass man nicht wissen kann, was darin inhaltlich wirklich zu finden ist. Und blöderweise enthält diese Publikation offenbar nur Beiträge von Autoren, die in der Kulturszene bereits bestens angekommen sind. Schade, dass hier ausschließlich die Perspektive "von oben" gewählt wurde.

Ohne das Buch zu kennen, erlaube ich mir daher die Vermutung, dass in ihm kaum etwas über die Erfahrungen junger Geisteswissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt zu lesen sein wird. Kein Wort darüber, dass sich heute selbst auf schlecht bezahlte Stellen, mehrere hundert höchst qualifizierte Leute bewerben. Kein Wort darüber, dass das sogenannte "Ehrenamt" in musealen Diensten sich so auswirkt, dass junge Museumspädagogen, Museologen und andere Geisteswissenschaftler, die auch mit wenig zufrieden wären, keinen Job mehr finden, weil es Menschen gibt, die genug Geld haben, um für ihr Vergnügen zu arbeiten. Keine kritischen Gedanken über den Schaden, den Volontariate, Praktika und andere ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in unserer Gesellschaft anrichten.

Volontäre, Praktikanten und schlecht bezahlte "Freiberufler" tragen nur wenig zum Steueraufkommen und zur Sozialversicherung bei und scheuen sich davor - wer kann es ihnen verdenken? - Kinder zu zeugen oder zu gebären. Mein Bekanntenkreis ist voll von Leuten, die gerne Kinder hätten, sie sie sich aber nicht erlauben können oder wollen, weil ihre Zukunftsaussichten zu unsicher sind.

Ich würde mich sehr freuen, wenn in dem annoncierten Buch auch darüber etwas zu lesen wäre.


Kultur als Arbeitsfeld und Arbeitsmarkt für Geisteswissenschaftler
Hg. v. Deutschen Kulturrat,
ISBN 978-3-934868-16-8,
184 Seiten, 14,90 €

Lissabon: Museo do Oriente

Orient Museum lissabon
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Museu do oriente
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portugal

Lissabon bekommt ein neues Museum. In das Gebäude am Hafen von Alcantara, wo einst die Stockfische lagerten, zieht nun mit dem Museo do Oriente mehr leben ein. Knapp 15.000 Exponate auf 18.000 Quadratmetern sollen ab dem 9. Mai 2008 eindrucksvoll die Kulturen Asiens - von der Türkei bis Japan - vor Augen führen und die Einflüsse aufzeigen, die sie auf Portugal hatten. Der Dialog der Kulturen ist das Ziel der Vermittlungsarbeit. Dass zahlreiche Veranstaltungen die Präsentation begleiten werden, erscheint da fast selbstverständlich, oder?

Bedauerlicherweise scheint das Museum im Moment noch keine eigene Homepage zu haben. Ein paar wenige Zeilen zu diesem ambitionierten Museumsprojekt liefert die Fundação Oriente, die Trägerin des Projektes ist.

Kosten: etwa 30 Millionen Euro
jährliche Betriebskosten: etwa 4 Millionen Euro
Eintrittspreis: etwa 4 Euro
Ausstellungsgestaltung: ?

Gilberto vom Portugal-Blog weiß mehr.

Noch mehr hier (in Portugiesisch).

Nachtrag vom 24.5.: Endlich hat das Museum seine eigene Website: HIER.

Museological Review, Issue 13, 2008

...ist raus. Herausgegeben vom Department of Museum Studies der University of Leicester.

Hier das Inhaltsverzeichnis der genannten Ausgabe, wo auch das Musée du Quai Branly und die Cité nationale de l'immigration auftauchen:

Museological review 2008

Und hier --> der Link zum ganzen Heft (pdf, 2,16 MB)

Und ganz in der Nähe gibt es auch die Zeitschrift "museum & society" zum Download ---> HIER. Die jüngste Ausgabe erschien im November 2007.

Kulturelle Welten

Es geht um Dies und Das aus der Welt der Kulturvermittlung: über Museen und Ausstellungen, Lichter in der Nacht und was Jörn Borchert sonst noch so ge-, miss- und auffällt. Gerne schaue ich dabei nach Frankreich.

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Kommentare

Die Kampagne ist ja fantastisch!...
Die Kampagne ist ja fantastisch! Ja das wäre wirklich...
Christoph Mathiak (anonym) - 2008-10-09 23:15
Fortschritt kann auch...
Hallo Frau Kuhlemann, klar, es ist immer gut, wenn...
Joern Borchert - 2008-10-06 20:12
Fortschritt
Hallo Herr Borchert, wieso finden Sie das wieder nicht...
Marion Kuhlemann (anonym) - 2008-10-06 11:39
Pardon!
Pardon, wenn ich zu streng war. Wurde vielleicht dazu...
Joern Borchert - 2008-10-02 22:53

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