Dienstag, 4. März 2008

Impressionisten unter der Lupe

Restauratorin im WRM Koeln 2008
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Impressionism Impressionisme Impressionismus

Die Lupe ist natürlich nur eines der Hilfsmittel - und nicht das wichtigste - derer sich die Restauratoren des Kölner
Wallraf-Richartz-Museum bedienen, um den Impressionisten und ihrer Malweise auf die Spur zu kommen.

Vor wenigen Tagen griff die Presse begierig die Meldung auf, dass ein Monet aus der Sammlung des Museums eine Fälschung sei. Damit war nicht nur bewiesen, dass die Restauratorinnen des WRM gute Arbeit leisten, sondern auch, dass ihr Direktor es versteht, aus einer an sich negativen Meldung das beste für sein Haus herauszuholen. Denn es war bestimmt kein Zufall, dass diese Meldung wenige Tage vor Eröffnung der Impressionisten-Ausstellung in die Medien lanciert wurde.

Mich begeistert aber vor allem etwas anderes. Und zwar, dass anlässlich dieser Ausstellung Ergebnisse des Forschungsprojektes "Maltechnik des Impressionismus und Postimpressionismus" online publiziert werden. (Ab Juni 2008 auch in Englisch) Detaillierte Kurzberichte zu 75 Gemälden der Ausstellung liefern Kunstliebhabern, Restauratoren anderer Häuser und nicht zuletzt auch Geldgebern Einblicke in die Arbeit der Restaurierungsabteilung des Hauses. In einer Form, wie sie mir online bisher noch nicht über den Weg gelaufen ist. Mir bleibt fast die Spucke weg.

Noch sind nicht alle Berichte der 75 untersuchten Gemälde online. Die fehlenden werden bis zum Symposium im Juni noch nach und nach hinzugefügt. Doch was bis jetzt zu sehen ist, bereitet einem schon jetzt eine vergnügliche, weil höchst informative Zeit.

Jedes Bild ist per Zoomify auch im Detail zu betrachten. Die Kurzberichte werden in Form von etwa 13-seitigen PDFs zum Download angeboten. Neben den Informationen von restauratorischem Belang gibt es zu jedem Werk auch gute Literaturhinweise. Doch schauen Sie selbst! Sie werden ebenfalls begeistert sein.

Hätte ich nicht schon mal Kunstgeschichte studiert, wäre ich von diesem Angebot so begeistert, dass ich glauben könnte, dass ein Kunstgeschichtsstudium auch einem Menschen Freude bereiten kann, der nicht nur das verdrechseln einfacher Sachverhalte in komplizierte Wortumdrehungen lernen möchte.

Hier geht es zu den Seiten des Forschungsprojektes "Maltechnik des Impressionismus und Postimpressionismus".

Brüder-Grimm-Kulturzentrum als Kindermuseum in Hanau?

Seit einiger Zeit sucht die Stadt Hanau nach einer effizienten Möglichkeit, die Brüder Grimm kulturell stärker als bisher zu vermarkten und so mehr Touristen in die Stadt zu locken. Ein Brüder-Grimm-Kulturzentrum soll geschaffen werden. Doch wie und wo genau?

Um das herauszufinden hat die Stadt Hanau das bekannte Kölner Projektentwicklungsunternehmen AWC (Odysseum, Atlantis, Science Center Kiel) beauftragt. Eine gute Wahl.

Letzten Donnerstag stellte ihr Geschäftsführer, Andreas Waschk, nun der Entscheidungskommission drei Planungsvarianten vor: ein Kulturzentrum mit Forumcharakter, ein Erlebnismuseum vergleichbar mit bestehenden Science Centern und ein Kindermuseum als Erlebniswelt auch für Eltern und Großeltern.

In der Pressemitteilung der Stadt lesen wir weiter:

"(...) Hauptzielgruppen eines Kindermuseums sind nach der AWC-Analyse Vorschul- und Grundschulkinder sowie Erwachsene ab 30 Jahren aus einem Umkreis mit maximal 120-minütiger Fahrzeit nach Hanau. Zu rechnen sei mit 150.000 bis 200.000 Besuchern jährlich. Für die seien rund 100 Auto- und ein Dutzend Busparkplätze vorzusehen. AWC rechnet mit einer Bruttogeschossfläche von etwa 4000 Quadratmetern im Innenbereich und 500 bis 1000 Quadratmetern Nutzfläche im Freien.

Die Bruttogeschossfläche bei einem Science Center würde dagegen 6000 Quadratmeter und mehr betragen, meinen die Kölner Experten. Aus der Erfahrung mit anderen vergleichbaren Einrichtungen lasse sich ableiten, dass der Kostendeckungsgrad hier nur bei rund 70 Prozent liege. Erschwerend käme für Hanau hinzu, dass in Stuttgart, Köln und Kiel gerade Science Center entstünden, gegen diese bezuschusste Konkurrenz sei schwer anzukommen.(...)"

Mit überwältigender Mehrheit entschied sich die einberufene Expertenkommission für das Kindermuseum. Wenn alles gut geht, dann soll es 2010 oder 2011 eröffnet werden.

Sehr gut gefällt mir das Angebot zu den Überlegungen rund um das geplante Kulturzentrum auf den Seiten der Stadt Hanau. Dort gibt es neben Infos zu den Grimms auch solche zum aktuellen Planungsstand und für interessierte Bürger die Gelegenheit, sich aktiv zu beteiligen. Klasse!

Links:
BGK-Infos bei der Stadt Hanau
Pressemitteilung
AWC

Die 5 besten Kultur-Websites der Schweiz

Wie jedes Jahr im Februar so hat auch in diesem Jahr das Schweizer Magazin anthrazit die seiner Ansicht nach zwei besten Websites der Schweiz veröffentlicht. In der Sparte "Kultur" wurden folgende fünf benannt:
  • Museumslupe (Überblick über die Schweizer Museen für Kinder - und nicht nur die.)
Tatsächlich machen alle Seiten Freude und sind daher vorbildlich.

Gibt es so ein Ranking eigentlich auch für die deutsche Museumsszene? Würde mich freuen.

Kulturelle Welten

Es geht um Dies und Das aus der Welt der Kulturvermittlung: über Museen und Ausstellungen, Lichter in der Nacht und was Jörn Borchert sonst noch so ge-, miss- und auffällt. Gerne schaue ich dabei nach Frankreich.

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Kommentare

Die Kampagne ist ja fantastisch!...
Die Kampagne ist ja fantastisch! Ja das wäre wirklich...
Christoph Mathiak (anonym) - 2008-10-09 23:15
Fortschritt kann auch...
Hallo Frau Kuhlemann, klar, es ist immer gut, wenn...
Joern Borchert - 2008-10-06 20:12
Fortschritt
Hallo Herr Borchert, wieso finden Sie das wieder nicht...
Marion Kuhlemann (anonym) - 2008-10-06 11:39
Pardon!
Pardon, wenn ich zu streng war. Wurde vielleicht dazu...
Joern Borchert - 2008-10-02 22:53

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