Tübingen, Mittwoch, zwischen 16:45 Uhr und 19:00 Uhr. Zwei Stunden freie Zeit. Was tun? In memoriam alter Zeiten dachte ich, es sei eine gute Idee, mal wieder im Stadtmuseum vorbeizuschauen. Blöderweise schließt das allerdings um 17:00 h und zwei junge Damen verwehrten mir also um kurz vor Dienstschluss den Eintritt. Gut zu verstehen. Auf die Frage, ob ich mir denn wenigstens die Hände waschen dürfte, gab's die wenig freundliche Antwort, dass das Museum im Kornhaus keine öffentliche Toilette sei. Also zückte ich meine ICOM-Karte. Händewaschen war da kein Problem mehr. Aber klar doch! Tssss...
Derartig gereinigt ging ich alten Spuren nach und stieg zum Schloss auf, um mir das dortige Museum mit seinen Ausstellungen anzusehen. Da gab es viel Interessantes und viele Texte, und daneben auch Sensationelles zu sehen. Die originalen Figuren aus Mammutelfenbein vom Vogelherd wollte ich mir immer schon mal zu Gemüte führen. Alles über alles ein Museum, dass es sicher verdiente, länger als von mir, dem auch sonst schnellsten Museumsbesucher Deutschlands, besichtigt zu werden.
Besonders gut gefiel mir die kleine Duftbar in der Abteilung "Klassische Archäologie".
Diese Installation macht keine Sauerei und beschert zugleich ein angenehmes Riecherlebnis. Eines dass nachhallt. Noch Stunden später in der Bahn erfreute es meinen Geruchssinn.
So einfach ist es also, nachhaltige Museumserlebnisse zuzubereiten.