Dienstag, 7. September 2010

Neu in der Blogroll: The Museum of the Future

Es ist an der Zeit, die Blogroll zu überarbeiten. Der Dynamik des Webs entsprechend sind demnächst einige Links aus der Blogroll zu entfernen und neue hinzuzufügen.

Neu in der Blogroll. Ab und an vorbeischauen kann nicht schaden.

Neu nehme ich heute Jaspers Blog "The Museum of the Future" auf. Auch weil ich auf das aufmerksam machen möchte, was museologisch so in den Niederlanden gedacht wird. So gut ich das fühlen kann, sind sie da dynamischer als wir bundesdeutschen Bedenkenträger.

Bin gespannt, was ich da noch alles lesen werde.

Samstag, 4. September 2010

Ist Kasper König dement, doof oder dreist?

Vom 12.10. bis zum 7.11.2010 präsentiert der Direktor des Museum Ludwig - Kasper König - in der Reihe "gesehen und geliebt" seine Privatsammlung im eigenen Haus.

Mir stockte der Atem, als ich diese Ankündigung im Informationsheft zum 4. Quartal 2010 des Museum Ludwig las.

Natürlich liegt es nahe, Kunst zu sammeln, wenn man sich für Kunst begeistert. Problematisch wird es dann, wenn man Direktor eines Kunstmuseums ist. Denn dann unterliegt man gewissen Bestimmungen der öffentlichen Hand, die darauf abzielen, Korruption zu verhindern.

Bestimmt gibt es gute Gründe, warum ICOM die Paragraphen 8.12-18 in seinen Code of Ethics aufgenommen hat und kommunale Verwaltungen wie private Firmen sich sehr darum bemühen, ihre Mitarbeiter davon abzuhalten, ihre berufliche Stellung dazu zu nutzen, geldwerte Vorteile jenseits ihres Jobs zu erlangen.

Nicht vergessen!

Wer als Kurator in einem Museum arbeitet, ist sich bewusst, dass eigene Sammlungstätigkeit problematisch ist und dass er etwa von einem Ausstellungsgestalter nicht einmal zum Essen eingeladen werden darf, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Das ist oft überzogen. Aber begründet.

Begründet durch Verhaltensweisen wie die von Kasper König, der sich nicht scheut, seine eigene Sammlung in einem Museum zu präsentieren, das von uns allen finanziert wird und dessen Direktorengehalt wir alle bezahlen.

Unweigerlich fragt man sich, wie viele Künstler oder andere Sammler ihm etwas schenkten, um im Museum Ludwig präsentiert zu werden oder zumindest in die Sammlung aufgenommen zu werden.

Ist Kasper Koenig dement? - Weil ich sein zuweilen sperriges Auftreten und seine Ausstellungen mag, will ich das nicht glauben. Ja er ist alt. Er steht ganz oben. Doch dement? Nee.

Ist er nur doof? - Glaube ich nicht. Vor Gericht würde er vielleicht Unwissenheit anführen. Glauben würde das jedoch keiner. Der Mann muss das Business- und seine Regeln kennen. Oder?

Ich fürchte, dass er einfach nur dreist ist.
Dreist genug, um sich über alle Vorschriften, Bestimmungen und jewede Ethik hinwegzusetzen, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen, die ihm eigentlich verboten sind. Als einer der weltweit maßgeblichen Kuratoren, die aktuell über das Kunstgeschäft bestimmen. Als Oberhaupt von Kunsthändlern, deren biologischer Vater er ist. Wie schon 2006 in der ZEIT nachzulesen war.

So sehr ich Königs Impulse mochte - mit dieser Ausstellung liefert er den Beweis, dass er unter einem gewissen Realitätsverlust leidet. Oder wie ist zu erklären, dass er in aller Öffentlichkeit demonstriert, dass er sich an international gültige Normen nicht gebunden fühlt?

Schade. Wieder ein Stern, der von meinem Firmament verbannt wird.

PS: Mich wundert nur, dass die Antikorruptionstelle der Stadt Köln bei der Ausstellung seiner Privatsammlung nicht aktiv wird. Wahrscheinlich ist der Schaden, den er durch sein Tun angerichtet haben mag, minimal gegenüber den Schäden, die in der Kölner Stadtverwaltung üblich sind. -- Kölner Klüngler und Korruptionskünstler verstehen diese Sätze wahrscheinlich gar nicht. --- Naja, vielleicht liest ja ein drüscher Westfale mit, der nicht lachen mag, wenn er betrogen wird.

Zum Nachlesen: ICOM Code of Ethics for Museums, 2006

Freitag, 3. September 2010

Die niederländischen Watteninseln im Zweiten Weltkrieg

Watteninseln-niederlande

Wenn Sie gerne auf die Inseln im Wattenmeer der Niederlande fahren und sich wundern, warum auf Terschelling deutsche Besucher weniger freundlich empfangen werden als etwa auf Texel oder Ameland, dann sollten Sie mal die Internetseite "Wadden in de Oorlog" besuchen. Eine Internetseite, der man ansieht, dass sie ihren Machern wichtig ist. Je länger man auf diesen Seiten herumsurft, umso besser kann man verstehen warum.

Eine Internetseite, die alle deutschen Urlauber besuchen sollten, bevor sie auf die Watteninseln fahren - und Historiker sowieso. Da gibt's neben Informationen auch Dokumente und historische Fotos zum deutschen Wirken da und den Wehen, die wir Deutschen dort hinterlassen haben.

Die Umsetzung der Inhalte ist so gut gemacht, dass keine Langeweile aufkommt. Also unbedingt vorbeischauen!
So geht Internet! Super!

Donnerstag, 2. September 2010

Tolle Buddelschiffe

Wo ich gerade meine maritime Phase habe: Wunderbare, auch fantastische, Buddelschiffe produziert Gerard Aubry.

Buddelschiff

Er steckt auch andere Dinge in Flaschen. Doch sehen Sie selbst! HIER

Neue Zeitschrift für die Ethnologie des Rheinlands

"Mit "Alltag im Rheinland" beschäftigt sich die gleichnamige und neue Zeitschrift des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), die ab sofort erhältlich ist. Darin geht es um Kölner Liebesschlösser ebenso wie um moderne Trauerrituale an Unfallorten, um die Sprache junger Leute ebenso wie um regionale Familiennamen. Herausgebracht wird die Zeitschrift, die auch im Internet erscheint, von den Volkskundlerinnen und Sprachforschern des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn."

Hier können Sie die erste Nummer downloaden (PDF, 7 MB).

Mögen ihr noch viele weitere Nummern folgen.

Idealfamilie Terschelling (um 1900)

?: Der Mann hat Gesichtszüge, die Frau und Kind nicht haben.

Liebe Nina, da es mir nicht gelang, eine Postkarte von Terschelling an Dich zu schicken, schicke ich Dir hier gleich drei Figurinen aus dem Behouden Huys in West-Terschelling, die sicher gut in Deine Sammlung passen.

Auch wenn ich Figurinen nicht besonders mag, es gibt Museen, wo ich sie vermissen würde...

Wetterregel zum 1. September

Wie der Hirsch am Egidiustag <1.9.> in die Brunft tritt, so tritt er nach 4 Wochen wieder heraus.
Bedeutung: Wie das Wetter am 1. September ist, so bleibt es vier Wochen lang.
(Erste Hälfte 19. Jahrhundert)

Sonntag, 29. August 2010

Gedanken eines Ausstellungsmachers am Strand

Zu den schönsten Stunden des Urlaubs am Meer gehören ohne Zweifel die Stunden der Strandspaziergänge. Den Elementen ausgesetzt schaut man auf's Meer. Beobachtet den Zug der Wolken, schaut zum Horizont und stellt sich vor, was dahinter liegen könnte oder wie es wohl wäre, nun auf hoher See zu sein. Stets begleitet von der monotonen Klangkulisse der Brandung.

Es gibt Objekte. Eine unüberschaubare Vielzahl davon. Darunter viele, die Geschichten erzählen oder provozieren und zu Interaktionen anregen.


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Wir laufen den Strand entlang, lassen unsere Blicke in die Ferne schweifen und hoffen auf Überraschungen. Ja, wir erwarten und suchen sie. Alles, was da liegt, erregt unser Interesse. Das kann eine Qualle sein, die gerade angespült wurde.

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Der Körper eines Krebses. Eine außergewöhnliche Muschel. Zivilisationsmüll.

Muel-und-Muscheln

Teile eines Fischernetzes. Ein Schuh. Ein Baumstamm oder ein Brett. Wir bleiben stehen. Betrachten. Bewerten. Mal länger, mal kürzer. Heben auf. Untersuchen. Werfen weg oder nehmen mit. Gehen weiter.
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Wir nehmen wahr, dass einzelne Strandabschnitte unterschiedliche Fundkonzentrationen bieten. Hier das frisch angespülte Fundgut.

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Weiter oben am Strand, das was die letzten Stürme anspülten oder weiter über den Strand geweht haben. In den Dünen das, was allein der Wind dorthin trug. Ab und an Werke von Menschen, die nicht nur sehen, sondern auch aktiv gestalten wollten.

Beach shop

beach installation texel

Der Gedanke liegt also nah, den Strand als spannenden Ausstellungsraum mit verschiedenen Ausstellungsbereichen zu verschiedenen Themen der Naturwissenschaften und der Kultur zu begreifen. Zu Themen, die meist die Natur vorgibt.

Besucherfreudlich ist der Ausstellungsraum "Strand" sowieso. Wer will, der kann sammeln, gestalten oder kann seinem Entzücken so laut Ausdruck verleihen wie er will, ohne dass ihn eine Aufsichtsperson anmeckert. Nackig oder bekleidet. Egal! Wer will, darf die Ausstellungsstücke anfassen oder in die Luft werfen, zerstören oder seine eigene Kollektion anlegen.

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Ausstellungstexte braucht es hier nicht, um die Besucher an Fragen der Meteorologie, Biologie, Ökologie, Soziologie etc. heranzuführen und sie zum Nachdenken anzuregen. Jeder nimmt mit, was er will und tragen kann und stellt die Fragen, die ER fragen will.

Besucht wird diese Ausstellung von so viel Besuchern - weltweit dürften es unzählige Millionen sein - dass wohl jeder Museumsdirektor vor Freude laut grunzen würde, wenn ihm das gelänge, was hier am Strand an Neugier, Erkenntnissen und Fragestellungen ganz allein von der Natur produziert wird. Ohne jede Didaktik oder Museumspädagogik. Einfach nur so. Die Themen werden von der Flut angespült, wenn sie nicht vom Himmel fallen. Grad so wie uns die wertvollsten Gedanken in den Kopf kommen.

Ich glaube, wir Ausstellungsmacher können nicht nur auf dem Jahrmarkt (W. Benjamin), sondern auch am am Strand etwas lernen. Wenn wir wollen, dass Ausstellungen zum forschenden Lernen anregen sollen.

Kennen Sie einen anderen Sehort, der so viel Freude macht, so anregend ist und so wenig Frust bereitet?

Gutes kann so einfach sein!

Samstag, 14. August 2010

Heinz Erhardt: Unwetter und Gewitter



Einen ham'mer noch...

Dienstag, 24. August 2010

Wetterregel zum 24.8.

Ist`s am St. Bartholomäustag <24.8.> schön, so folgt ein gutes Spätjahr, und wie das Wetter an diesem Tag ist, so bleibt es den ganzen Herbst über. (Eisenlohr 1847:36)

Naja.

Wetterregel zum 10. August

Nach St. Laurentiustag <10.8.> sollen die Gewitter aufhören. (Eisenlohr 1847:35)

Möge es so sein!

Sonntag, 1. August 2010

Seit 1150 Jahren: der Wetterhahn

Im Jahr 860 erließ Papst Nikolaus I. ein
Dekret, wonach auf allen Kirchen ein Hahn
als Wetterfahne anzubringen ist.

[Gefunden im Rundbrief Nr. 38 der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft]

Futter

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Kommentare

Ich fürchte, es...
Ich fürchte, es stimmt, was Du sagst. Doch allein...
Joern Borchert - 2010-07-30 23:47
Verbannung?
Lieber Richard, mir stockt der Atem, wie Du Dir vorstellen...
Joern Borchert - 2010-07-30 23:39
Pranger und Denkzettel
Der Pranger wäre eine Ehrenstrafe und die widerspräche,...
Richard (Gast) - 2010-07-28 14:14
"Hätte der Pranger...
"Hätte der Pranger gedroht, ich bin mir sicher,...
Kassandra (Gast) - 2010-07-28 09:52

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