Sonntag, 9. März 2014

Leseprobe: Henning Ritter "Die Wiederkehr der Wunderkammer"

„Die Wiederkehr der Wunderkammer“ von Henning Ritter erscheint am 17. März im Verlag Hanser Berlin. Das Buch mit 256 Seiten kostet 19,90 Euro.

Das Kapitel "DAS ENDE DES ALTEN SAMMELNS
Von der Wunderkammer zum Museum" gibt's hier für lau: http://bit.ly/1qk4Kxt

Samstag, 8. März 2014

Getty Images for free

Getty Images gestattet nun die kostenlose Nutzung ihrer Fotos in privaten Blogs, auf Twitter und bei Tumblr. Naja, zumindest vieler ihrer Fotos.

Blöderweise funktioniert der Einbettungscode hier nicht.

Dienstag, 18. Februar 2014

Wenn Museen besser werden wollen...

.... dann müssen erst einmal die Eltern und die Schulen darauf verzichten, Kinder wie leere Flaschen zu behandeln, die es aufzufüllen gilt. Was würde passieren, wenn Eltern, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen und alle anderen, die Kinder "ausbilden", diese mal wie intelligente Wesen behandeln würden? Als Menschen, die viel klüger sind, wenn sie die Schule betreten als zu dem Zeitpunkt, wo sie sie wieder verlassen?

Nicht über Museen, aber über die Lehr- und Lernpraxis in Schulen spricht Prof. Dr. Gerald Hüther. Ich denke, beide Institutionen sind enger miteineinander verknüpft, als das meist wahrgenommen wird.

Ich wünsche denen, die dieses Video aufrufen, eine erkenntnisreiche Stunde.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Zitat zur Gegenwart und zur Zukunft

Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist.
Alfred Polgar

Montag, 13. Januar 2014

Gerade gelesen > Nicole Zepter: Kunst hassen. Eine enttäuschte Liebe.

Zepter-Kunst-hassen

Unverhofft schenkte mir ein ferner Freund dieses Büchlein, weil er meinte, dass es zu mir passen würde.
Und wie das zu mir passt. Volltreffer!

Nicole Zepter spricht mit ihrem Buch das Meiste von dem an, was mir an Kunstmuseen nicht gefällt und vermittelt mir das angenehme Gefühl, nicht alleine mit meiner Enttäuschung zu sein.

Sie liebt, so wie ich, die Kunst, die Gedanken frei setzt, Gefühle hervorruft. Manchmal schöne, zuweilen unbequeme, immer aber immer solche, die irritierend sein sollten. Auf die Präsentation von Kunst, wie sie einem an der Uni beigebracht wird, steht sie ebensowenig, wie auf die Konventionen des hochnäsig, dünkelbehafteten, neureichen Kunstbetriebs, so wir ihn kennen. Einem Betrieb, dem wir uns unterordnen, ohne das zu müssen. Zu unserem eigenen Schaden. Niemand hat uns jemals verboten, auch in in einem Kunstmuseum Freude oder gar Spaß zu empfinden.

Doch meist gelingt uns das nicht. Wir passen uns Gepflogenheiten an, die uns die Museen und Ausstellungshäuser vorzugeben scheinen. Halten die Klappe, tun so als ob, tun kulturinteressiert, bleiben leise, lachen auch nicht laut ... und verlangen schon gar nicht unser Geld zurück, wenn eine Ausstellung wirklich Scheiße war. Warum eigentlich nicht? Bei jeder Fluglinie würden wir nach einer Bruchlandung sofort das Geld zurück verlangen und auf Entschädigung bestehen.

Darum geht es in etwa in dem Buch von Nicole Zepter, dass flott geschrieben, schnell zu lesen und mancher Stelle auch wirklich amüsant ist.

DOCH!

-Hier kommt jetzt die Kritik am Büchlein. -

Nachdem Nicole Zepter alles beschrieben hat, was dazu beigetragen hat, warum die Museen nicht mehr am Puls der der Zeit sind, lässt sie uns etwas unbefriedigt ganz allein im Regen stehen. Nach dem Verriss kommt nichts mehr.

Ich nehme ihr sofort ab, dass sie von dem enttäuscht ist, was unsere Museen uns als Kunst verkaufen wollen. Ebenso ist es wirklich langweilig, in allen großen Häusern, in immer gleicher Umgebung (white cube), dauernd Kunstwerke von immer denselben Künstlern ansehen zu müssen.

So schätzenswert ich dieses Büchlein finde, so sehr vermisse ich die Kapitel, die Vorschläge gemacht hätten, was man tun könnte, um ein anderes Kunstverständnis in der Gesellschaft zu befördern und die Museen zu wesentlich freudvolleren Orten werden zu lassen.

Angefangen mit dem Kunstunterricht in den Grundschulen, wo Kreativität nichts anderes als Reproduktion bedeutet und da endend, wo Kunsthistoriker nicht den Mut haben, mal aus ihrem Becken zu springen und Neues, Ungewöhnliches oder gar etwas zu wagen, was man in einem Kunstmuseum nie erwartet hätte.

Es gäbe da so viele Möglichkeiten. Warum nutzt man sie nicht und pflegt weiter die bildungsbürgerlichen Ideen des 19. Jahrhunderts?

Mit Verlaub, auch Nicole Zepter scheint sich noch nicht ganz von diesen Ideen gelöst zu haben. Vielleicht hätte sie einfach nur ein halbes Jahr weiter recherchieren und nachdenken müssen. Vielleicht denkt sie ja auch darüber nach, ein zweites Büchlein zu schreiben. Eines mit dem Titel: "Kunst lieben. Wie geht das?"

Doch immerhin hat sie die Gegenwart der meisten Kunstmuseen schon mal so verrissen, das der Weg in die Zukunft nicht mehr weit sein kann. In eine Zukunft der Kunst, die nicht nur bloß Spekulationsobjekt ist, sondern ein Mittel, das die Welt (auch die der Kunst) mir und allen anderen Bildungsfernen und -feinden verständlicher machen könnte.

Zu unser aller Nutzen und Freude. Ach, was wäre das schön.

[Man darf ja wohl noch träumen. So wie Nicole Zepter]

Donnerstag, 9. Januar 2014

Tipp: Eine Wohnung der Jahrhundertwende in Kopenhagen

Ich bin mir sicher, dass ich diese Wohnung sehr mögen würde, wenn ich mal wieder nach Kopenhagen käme.

So wohnte Rudolph Christensen kurz vor 1900

Die Wohnung von Rudolph Christensen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert, die seine Töchter bis 1963 konservierten. Nun ist sie eines der Großexponate des Dänischen Nationalmuseums. Wunderbar!

Wer mehr darüber wissen will, der kann HIER klicken.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Frohe Weihnachten!

weihnachtsgruss-blog

Mittwoch, 27. November 2013

Krieg, Kunst und Raffgier

Wo alle Welt gerade dabei ist, einem alten Mann, Cornelius Gurlitt, mittels inkompetenter überforderter Juristen und sensationsgeiler Medien den Lebensabend zu versauern, kramte ich ein altes Projekt aus meinen Regalen. Rubrik: Kunstraub der Nazis.

Dabei stiess ich auf Dokumente, die ich mal in Archiven am Rhein fand. Dokumente, die belegen, wie gierig gerne rheinische Museen vom Überfall deutscher Truppen auf die Nachbarländer profitieren wollten. Zum Beispiel dieses hier:

Das sind ein paar Millionen Euro
Beste Ansicht: rheinische-museen-seite-1 (jpg, 2,231 KB)

Ein Museum, das ich noch nicht nennen will, konnte 1940 bis 1942 also 700.000 RM ausgeben, um in Frankreich, Belgien und den Niederlanden Kunst einzukaufen. In Euro wären das heute einige Millionen. Das war damals echt viel Geld.

Was für Kunst? Kunst aus jüdischem Besitz in den eroberten Ländern. Was sonst?
Meisterwerke aus allen Epochen.

Doch das reichte diesem Museum nicht. Die Museen in der Nachbarschaft konnten mit anderen Summen operieren. Die Kunsträuber wollten sich übertreffen. Wer holt das meiste aus den besetzten Gebieten heraus? Das Museum wollte mehr finanzielle Mittel vom Land.

Wer das meiste raubt ist Sieger!
Beste Ansicht: rheinisches-museum-2 (jpg, 3,078 KB)

Wenigstens soviel, wie die Museen in Düsseldorf, Krefeld, Essen und Köln.
Ich kann mir die Kuratoren der rheinischen Museen gut vorstellen, die ihren Hals und ihre Ausstellunsgräume spätestens nach 1940 nicht voll genug bekommen konnten.

Ausserdem musste man immer auf der Hut sein. Denn schliesslich war auch der Reichsmarschall (Göring) auf der Jagd nach der Kunst.

rheinische-Museen-3
Beste Ansicht: Rheinische-Museen-3 (jpg, 549 KB)

Was ich sagen will:
Warum fallen alle über Cornelius Gurlitt her? Wenn wir denn schon einen Skandal zur Raubkunst haben wollen, dann ist der vielmehr in unseren Museen zu suchen und auch leicht zu finden, wenn man denn wollte. Bei Kuratoren der letzten Jahrzehnte, die alles daran setzten, um Restitutionen zu vermeiden, indem sie Werke umbenannten, Zuschreibungen veränderten, falsche Spuren schufen und ihr Wissen über Provenienzen für sich behielten. Alles nur, damit dem jeweiligen Museum das Werk nicht verloren ging.

Unrechtsbewußtsein scheint nicht die größte Stärke von Kunsthistorikern in musealen Diensten zu sein. Damals wie heute.

Futterkiste

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Kommentare

Danke für den Hinweis!...
Danke für den Hinweis! Erscheint heute...
MariaBettina - 2014-03-17 09:33
Danke für den Hinweis,...
Danke für den Hinweis, Jörn. Genau solch...
rhwinter - 2014-01-13 09:48
Offene Fragen
Liebe/r Frau/Herr Paul, die Frage 5 scheint bald...
Joern Borchert - 2013-11-11 20:16
Alle suchen Gurlittt
In der Tat, Herr Borchert, scheint es die meisten Medien...
T.Paul - Artinfo24 (Gast) - 2013-11-11 13:21
@cogries
Dank Dir für den ausführlichen Kommentar....
Joern Borchert - 2013-11-08 01:14

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